Die Joghurtbecher Chroniken, vom Mountainbike zum Motorradring – Part II

Kurz nachdem ich den ersten Teil der Joghurtbecher Chroniken veröffentlicht hatte, wurde ich gewahr, dass ich einen beachtlichen Teil der Geschichte ausgelassen hatte und es, abgesehen davon, hätte vom Fahrrad zum Motorradring heißen sollen …

Die reifere Version von mir erzählt öfter über die Anfänge meines Hobbies auf zwei Rädern, zwei Räder fand ich toll, Stürze auch und so dürfte ich noch recht jung gewesen sein, als ich das erste Mal ohne Stützräder die heimatliche Straße und somit die Wagen der Nachbarschaft unsicher machte.

Damals hatte ich viel Glück, in zweierlei Hinsicht, durfte ich eine unbeschwerte Kindheit, auch draußen auf der Straße spielend, verleben, denn wenn über den ganzen Tag verteilt ein Auto kam, war es viel. Tatsächlich macht es mich etwas wehmütig zu sehen was aus der heimatlichen Straße wurde, einer genialen Stadtplanung sei Dank, zu den sogenannten Stoßzeiten ist es einem eigentlich kaum möglich sicher vor die Türe zu gehen.

Die Straße auf welcher ich in meiner Kindheit spielte, ist nun ähnlich einer Durchzugsstraße, aber das kommt nun einmal dabei raus, wenn man heillos alles zubaut und dabei auf die Aufstockung öffentlicher Verkehrsmittel vergisst und zudem die Straßen in dem Zustand wie vor vierzig Jahren lässt …Hm, oder doch nur dreißig Jahren??? Jedenfalls sahen die Straßen exakt so aus, als die Klogen begonnen ihr Domizil, in welchem später die neuen Äste des Stammbaumes, das Licht der Welt erblicken sollten, zu errichten.

Übermütig sauste ich somit die lange Straße mit meinem, natürlich nicht motorisierten, Zweirad entlang, immer unter den wachsamen Augen der reiferen Version von mir. Einen Faible für Stürze hatte ich, wie erwähnt, schon damals.

So beantwortete ich ihr zurufen „Pixie, pass auf ein Auto!“, damit dass ich mich samt Fahrrad in die Büsche am Straßenrand schmiss … Schon damals schien ich dem Moto zu folgen, wer später bremst kann länger Vollgas geben …, natürlich zum Leidwesen der älteren Version von mir.

Auch Autos faszinierten mich bereits damals, so sehr, dass ich sehr gerne in sie hineinfuhr, wenn sie standen, ich meine ja ich sei ein verkanntes Genie, ich wollte einfach damals schon den Aufprallschutz für Fußgänger testen, hätte ich dies doch nur zum Patent angemeldet, die Wichtigkeit selbigen wurde nämlich erst Jahre später von der Automobilindustrie erkannt. Ich sehe mich hier somit klar als Vorreiter.

Lediglich an einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug trifft mich keine Schuld, ein Autofahrer, war wohl länger in seinem Fahrzeug sitzen geblieben, denn es stand schon lange da, am Parkplatz der Kirche, als die reifere Version von mir und ich uns diesem näherten, nachdem die reifere Version von mir vorbei war öffnete er die Türe … Rums und da war ich auch schon eingestiegen.

Fürchterlich begann der Mann mich und vor allem die reifere Version von mir zu schimpfen. Hier lernte ich zum ersten Mal das sich Höflichkeit auszahlt, besagte Kirche verfügte über einen Mini-Park, in welchem ältere Herrschaften ihre Neuigkeiten beim Kartenspiel austauschen, ich hatte sie immer freundlich gegrüßt oder mal geholfen eine Einkaufstasche zu tragen … Die älteren Herrschaften zollten dem nun Tribut und beschimpften den Mann aus dem Auto etwas wüst, wodurch ich mir, auf Geheiß der reiferen Version von mir, die Ohren zuhalten musste.

Im Endeffekt hatten sie ja recht, zumindest ich lernte in der Fahrschule, dass ich auf Radfahrer, Fußgänger und vorbeifahrende Autos zu achten hätte, bevor ich aussteige, vor allem dann wenn ich schon etwas länger im Auto sitze und somit der Nachfolgeverkehr nicht damit rechnet, dass da jetzt jemand aussteigt.

Da ich mich zudem gerne mit dem Rad in der Au, nahe des Domizils der Klogen, herumtrieb und dabei eine Vorliebe für eher unbefestigte Wege zeigte und auch für meinen Schulweg lieber jene unbefestigte Wege, als die langweilige Straße, nahm, erhielt ich mit zehn Jahren mein erstes Mountainbike.

Dieses ließ mich, zum Leidwesen der Klogen, noch etwas übermütiger werden, womit ich nun regelmäßig mit frischen Schotterausschlägen und Kratzern nach Hause kam, einmal mit einem Achter im Reifen. Unfair finde ich bis heute das mein schlimmster Sturz in Kindertagen tatsächlich auf einer Geraden passierte, genauer auf einer Schotterpassage, welche ich jeden Tag zweimal querte, vermutlich übertrieb ich es mit der Geschwindigkeit, das Rad rutschte weg und ich über den Schotter … Au.

Merhmals versenkte ich das Mountainbike im Wasser, ein stillgelegter Nebenarm der Donau hatte für mehrere Seen im Umfeld des Domizils der Klogen gesorgt, Teile eines alten Erddammes gab es noch, also versuchte ich regelmäßig, den steil abfallenden Damm runterzufahren und vor der Böschung auf den Wanderweg zu kommen, eher zu springen, oft hatte es nicht geklappt, schon gar nicht zu Beginn dieses Vorhabens … Aber wenigstens ersparte ich mir damit, das Rad putzen zu müssen und heiß war mir auch nicht mehr.

Auch zu meinem Pferd, Malve, fuhr ich mit dem Rad, meist dreimal am Tag, wobei ich eines Abends, in den Ferien, die Bekanntschaft einer Wildschweinherde machte, das hiervon nur der Reifen besagten Achter und ich eine Schramme am Aug, vom Lenker, davontrug, darf man wohl als großes Glück bezeichnen, zumal Frischlinge bei der Rotte dabei waren …

Später, in der weiterführenden Schule, welche ich aus pubertärem Trotz nur ein Jahr besuchte und der folgenden Lehrzeit, kam ich oft zu spät, da mir die Donauinsel etwas zu langweilig wurde und ich großräumig über den Kahlen- und Exelberg, letzterer bekannt von Autorennen bis 1904 und einem Motorradrennen 1910, auswich.

Ungefähr zu dieser Zeit lernte ich auch das BMX-Rad schätzen, allerdings verschwand dieses auf mysteriöse Weise, während ich mich von einem Schlüsselbeinbruch erholte, hier habe ich die Klogen stark im Verdacht … Dies hielt mich allerdings nicht davon ab mir später erneut eines anzuschaffen, dazu aber ein anderes Mal mehr.

Die Liebe zu Kahlen- und Exelberg ist mir übrigens bis heute geblieben, selbst nachdem, wie wir aus Teil eins wissen, ein beachtlicher Teil meines Rades, mit Namen Speed, wohl noch immer dort oben liegt. Persönlich vermute ich ja, dass es in eine andere Dimension gefallen ist.

Nachdem wir nun auch über die Anfänge Bescheid wissen, erfahren wir das nächste Mal nun wirklich wie es am Motorradring weiterging und was ich mir sonst noch breche, oder auch nicht.

Zitat:
Meinen Zopf stopfte ich zwar immer brav in die Kombi, aber oft bahnte er sich irgendwie seinen Weg da raus, witziges förderte schließlich das Begutachten unserer Aktionskameras zu Tage, Motorradfahrer welche am Damaligen normal vorbeigefahren waren, fuhren an mir mit nur einer Hand am Lenker vorbei, oder standen auf der Start-Ziel Gerade auf, richtig aufstehen, auf den Fußrasten, somit quasi komplett vom Joghurtbecher gelöst, was für nicht wenig Unbehagen bei mir sorgte.

Dieses sollte nicht unbegründet sein … weshalb und ob sie doch noch den Motoradschein macht, im nächsten Teil

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