Warum lachst du am 00 – oder: der Jumpsuit

Weder der sommerlichen Hitze, noch dem Einkaufen oder Mode zugetan, tat ich diese Woche wohl etwas seltsames, als ich in meiner Mittagspause einen Gewerbepark aufsuchte um in der sommerlichen Hitze einzukaufen …

Laufschuhe standen auf der nicht vorhandenen Liste, wobei wohl mein Missachten des Rates niemals ohne Einkaufsliste etwas Bummeln zu gehen dazu führte das auch ein oder zwei, vielleicht auch drei dieser witzigen Jumpsuits, also Springanzüge, mit mir kamen. Vielleicht auch noch ein paar Sandalen.

Ja, zurück am Orte des Broterwerbes schob ich den Erwerb diverser, mitunter modischen, Stücke auf die sommerliche Hitze und mein dadurch erhitztes, oder doch weichgekochtes, Gemüt.

Da einer meiner Nachbarn vom Planeten Dings, eine ausführliche Erklärung folgt zu einem anderen Zeitpunkt, sich im Mai einen Welpen in seine Familie geholt hatte und konsequent die Erziehung selbigen missachtet, was immer öfter dazu führt das er ihn einfach nach draußen in den Garten lässt, wo er dann heillos solange kläfft bis er endlich jemanden, meist mich, aufgeweckt hat, stand ich heute, genau deshalb, gegen halb sieben auf …

Ich weiß es gibt Leute die um diese Zeit schon längst arbeiten, oder außerhalb der Ferien die Schulbank drücken, ich jedoch darf normalerweise zu dieser Zeit schlafen und offen gestanden ist mir der Wochenendschlaf heilig, da es neben Broterwerb, hündischen Damen des Hauses, dem Galan, dem Haushalt und dem niederschreiben gewisser Dinge, unter der Woche manchmal gar nicht zu so viel Schlaf kommt wie man, oder ich, es gerne hätte. Wobei die sommerliche Hitze derzeit auch ihren Beitrag leistet.

Aber Schluss mit Jammern, immerhin konnten die hündischen Damen des Hauses und ich, in meinen neuen Laufschuhen, so unseren heutigen Morgenlauf in morgendlicher Frische in Angriff nehmen.

Derzeit trage ich dabei einen Knöchelschutz mit Klettverschluss und vor lauter Begeisterung über die neuen Schuhe, sowie etwas Grübeln, warum ich sonst immer wie ein Stein schlafe, manchmal gar den Wecker überhöre, aber Habt Acht im Bett sitze nur weil der Nachbarshund kläfft und warum der Galan davon nicht erwacht, welcher schon von einer zarten Berührung munter wird, fiel mir vorerst nicht auf, dass mir der Klettverschluss an den Fersen scheuerte.

Das Resultat, jeweils eine nette Blutblase an den Fersen, dafür aber kein Brennen beim Duschen, weil die Blasen ja zu sind. Der Galan, mittlerweile erwacht, bedauerte mich brav ein wenig und kurz darauf durfte ich feststellen, dass er mir jene Arbeit welche ich am wenigsten mag, Küche putzen, bereits abgenommen hatte.

Hundefutter musste gekauft werden und so beschloss ich meinen neuen Springanzug und die neuen Sandalen vorzuführen, der Galan gab sich bewundernd, zu meiner Verwunderung, da im Mode noch weniger liegt als mir, vielleicht liegt es daran, dass man mich selten mit wenig Stoff antrifft.

Jedenfalls beschlossen wir, während der Fahrt, die reifere Version von mir heimzusuchen, selbige hatte vor kurzem angemerkt das ihr wohl etwas Langweilig sei, während Ätti in Kanada Fische fängt, Touristengruppen führt, oder doch Bären davonradelt.

Ich verweigerte den Aufenthalt draußen im Garten, da es im Domizil der Klogen dann doch deutlich kühler war, als draußen, nur die Katze, die lag draußen im Schatten, nachdem sie sich drinnen auf der Fensterbank gesonnt hatte … verstehe einer Katzen.

So quatschten wir wieder über Gott und die Welt, allerdings und erstaunlicherweise nicht über das Wetter, während wir in der Küche etwas schmausten und uns später, selbstgemachte, Bananenmilch einverleibten.

Schließlich rief mich die Natur und ich verließ die Küche, um das Null-Null für Gäste, neben dem gegenüberliegenden Vorzimmer aufzusuchen. Dem Null-Null selbst, steht ein beachtlicher Spiegelschrank mit Waschbecken gegenüber, tatsächlich kann man seinen gesamten Oberkörper in selbigen betrachten. Auf der Südseite gelegen, mit Fenster, ebenfalls südlich ausgerichtet, ist der kleine Raum auch noch gut ausgeleuchtet.

Ein leicht beklemmendes Gefühl ereilt mich, als ich gewahr werde das ich gleich „Nackt“ hier stehen werde, denn so wie man in den Springanzug hineinspringt muss man auch wieder hinausspringen, auf eine Tuttelkraxen, wie es im Jargon heißt, oder eben einen Trägerlosen BH, hatte ich verzichtet, zu viel Stoff.

Als knote ich die Kordel auf, welche als Gürtel fungiert und wohl ein maritimes Gefühl geben soll, ziehe den Jumpsuit hinunter und blicke direkt auf meine … „Augen“ … nun sollte ich wohl erwähnen, dass der Spiegelschrank eigentlich keinen richtigen Spiegel hat, sondern eine große Folie, welche eben etwas verzerrt, unreif und leicht zu erheitern wie ich manchmal bin, pruste ich gedämpft los.

Nachdem ich erledigt habe, was zu erledigen war, stehe ich auf und möchte vorm Händewaschen wieder in den Springanzug hineinspringen, wobei mein Blick erneut auf meine verzerrten … „Augen“ … fällt und ich zudem wieder das ulkige Spiel aus weißer und stark gebräunter Haut auf meinen Oberkörper und vor allem den … „Augen“ … sehe, ich kann nicht mehr und lache lauthals los, während ich meine Hände wasche, denn nun sehe ich meinen Kopf im Großformat und erkenne das ich, von der Sonnenbrille, nach wie vor leicht verkehrte Panda-Augen habe.

„Was lachst du denn so am Null-Null?“, fragt die reifere Version von mir, als ich wieder die Küche betrete.

„Zuerst mal bin ich aus meinem Springanzug gehüpft. Siehst du denn weißen Streifen auf meiner Schulter?“, frage ich retour

„Ja?“

„Der verläuft ungefähr so …“, ich zeichne die Konturen auf meinem Oberkörper nach „… zudem trage ich keinen BH, also gafften mich da zwei ulkig aussehende Augen aus eurem Spiegel an, mit den Streifen haben meine Stalaktiten soeben einen ziemlich bösen Blick drauf … Boobtunning quasi und das ohne Golf … dann muss man da ja mal wieder reinspringen“

Es ist wohl ein Sickerwitz, nach meinen Worten lacht nämlich keiner, wir beginnen über die Donau und die Drau zu reden, da fängt der Galan an zu schmunzeln und schließlich prusten er und die reifere Version von mir zeitgleich los „Stalaktiten ….Ha ha ha ha … böser Blick … Ha ha ha ha …. Boobtunning …..“

Und weil es eben ein Springanzug ist bin ich dann auch noch ein wenig damit herumgesprungen, davor, dazwischen und danach stelle ich fest, bis zum Aufsuchen eines Null-Null, mit großem Spiegel,  ist der Springanzug tatsächlich empfehlenswert und komfortabel …

Soeben habe ich erfahren das es auch Boobcontouring gibt, da malt man seine Brust mit unterschiedlichen Make-Up Tönen an um gewisse Dinge voller wirken zu lassen …  hätt ich das nur vorher gewusst …

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