Farewell to Greatness: Ein Album mit Gänsehautgarantie – Part I

Während einem ihrer zahlreichen Auftritten in den letzten Wochen und Monaten, durften auch der Galan und ich einem Auftritt von Dreaded Downfall beiwohnen. Zwei Jahre hatten sie an ihrem Debütalbum gearbeitet, mit welchem sie nicht nur uns begeisterten, eines davon besonders intensiv. Nicht wenig Aufwand steckt dahinter, wie mir die sympathische Band erzählt.

Von Natur aus neugierig, was wohl meinem Geschlecht geschuldet ist, musste ich den Jungs von Dreaded Downfall, natürlich auch Fragen zu der Entstehung des Albums stellen, weshalb ich mich nun kurz diesem Aspekt widmen möchte.

In Wien befindet sich das Downfall Studio, betrieben von Konstantin Davy und wer nun vermutet, dass der Name des Studios auf die Band anspielt, liegt goldrichitg. Wie es dazu kam?

Der Freiberufler, welcher auch bei USound neuartige Mikrolautsprecher entwickelt und somit einen wissenschaftlichen Aspekt in die Akustik einbringt, gründete sein Studio 2010. Der erste richtige Auftrag wurde noch mit zwei Mikrophonen bezahlt. Übrigens: Erst nachdem Dreaded Downfall ihre Unplugged CD Choices mit ihm aufnehmen, bezeichnet er es als Studio.

Mittlerweile hat er mit etwa 30 Künstlern und Bands aus verschiedenen Genres zusammengearbeitet, wobei er vom reinen Mastering, Mixing oder Recording auch komplette Produktionen übernommen hat.

Er beschreibt die Zusammenarbeit mit Dreaded Downfall als sehr angenehm. Die Jungs abreiten professionell, stecken sehr viel Zeit ins Songwriting und Vorproduktionen, lassen dabei aber auch viele Details nicht außer Acht. So kann sich Konstantin Davy schnell einen Überblick über die Songs verschaffen und mit seiner Arbeit beginnen.

Um die Produktionskosten tragen zu können leiteten die Jungs ein Crowdfunding Projekt ein um die Differenz, welche trotz angesparter Gagen, nun einmal anfällt ausgleichen zu können. Was zusätzlich viele Bemühungen und Verantwortung bedeutete.

Diese Arbeit hat sich in jedem Fall gelohnt, mit Farewell to Greatness nehmen Dreaded Downfall uns auf eine interessante Reise durch ihr Gefühlsleben mit.

Der erste Titel, Lines that led us here, beginnt mit einem Monolog in Englisch:

An gewissen Punkten in unseren Leben, erwachen wir und fragen uns selbst ob wir genug dafür getan haben zu sein wer wir sein möchten … dann legen wir uns wieder schlafen … Das können wir nicht, wir sind weit gekommen, spüren unsere Hoffnungen und Träume … Hier ist was wir zu sagen haben …

Wie aufgerüttelt blicke ich von dem interessant gestalteten Cover des Albums hoch, geometrische Formen stechen davon heraus. Betrachtet man es näher erkennt man eine alte Schrift, eine Mauer, Koordinaten und die Himmelsrichtungen, es scheint ein Kompass zu sein und während ich dem Song weiter lausche wird schnell klar, gekonnt leiten Dreaded Downfall die Geschichte in Farewell to Greatness bereits mit dem Cover ein.

Nach diesem Denkanstoß geht es mit gewaltigen Tempo und satten Screams los, gute Laune erfasst mich, welche auch von den weiter zum Denken anregenden Textpassagen, in diesem Titel, nicht mehr untebrochen wird.

Eine Anekdote zu dem mir ans Herz gewachsenen Titel: Lines that led us here, hätte ich auch für euch. Als ich mich während einem Erkundungslauf, einem Lauf an einem unbekannten Ort, etwas verlaufe bringt mich die grundsätzlich sehr nachdenkliche Textpassage: We ask ourselves where to go from here … the long way hom had to disappear, tatsächlich ein wenig zum Schmunzeln.

Scars as Medals startet mit einigen Sekunden elektronischer Musik, bevor es auch hier gehörig weitergeht. Allein der Titel dieses Songs fasziniert mich und dies zu Recht, bekomme ich das innere Zerwürfnis eines Menschen präsentiert, welcher sich ernsthaft mit dem Monolog aus dem ersten Song auseinandersetzt. Mit sich kämpft ob er seine Träume (durchaus auch weiter) verfolgen soll oder diese für ein sicheres Umfeld aufgeben soll.

Sehr passend wechseln sich Klargesang, Screams und mehrstimmige Vocals miteinander ab, schnell beschleicht mich das Gefühl das der Klargesang die Stimme des Zweifels, die Screams den Ausbruch aus der Norm und die Mehrstimmigkeit eine Art Unterstützung stilisieren. Aber das ist meine Interpretation.

Besser als mit:

Just one more step, just one more step
Please take it now, without regret

Hätte man Scars as Medals, meiner Meinung nach, nicht abschließen können, erhält nicht zuletzt der Titel selbst (Narben als Auszeichnung) damit eine tiefere Bedeutung.

Mit, Can you hear our hearts still beating, beginnt nun der dritte Titel My Revelation left a Note und fegt mich somit, geistig, nach Scars as Medals weg. Ich kann es nicht erwarten die weiteren Lyrics zu hören. Immer schneller wird mein Lauf, als könne ich den ohnehin noch immer flotten Rhythmus damit weiter beschleunigen.

Der Text zieht mich in seinen Bann, die Umgebung verschwimmt, ich bin gefangen in einem Text der mir mitteilt dass ich zuerst an mir arbeiten muss, bevor ich etwas erwarten kann und belohnt werde.

If you do – You’ll see the pieces paint the Picture
If you do – Gold and stone will crown the victor

Über Promises zu schreiben fällt mir nun am schwersten und ich hoffe ich trete Dreaded Downfall nicht zu nahe, wenn ich meine Vermutung äußere, dass sie mit diesem Titel mit sich selbst ins Gericht gehen. Uns mit wunderbarem Klargesang und tollen Melodien ihre Erfahrungen während dem Verfolgen ihres Traumes näher bringen, aber trotz Rückschläge und Enttäuschungen an ihrem Traum … ihrem Versprechen, festhalten.

The Promise … til the end – the wishes unfullfilled ….

The Promise it will last until the end
The Promise it’s the reason we defend the small marks that we are leaving on this world …

Nun erreichen wir, meiner Meinung nach, einen kleinen Wendepunkt in Farewell to Greatness, ein guter Zeitpunkt eine kleine Pause einzulegen und dieses stimmige Werk bis hierhin auf sich wirken zu lassen, bevor es mit einem feature von Johan Lindström und fünf weiteren, nicht minder starken, Titeln, Gänsehaut und einer kleinen Träne, meinerseits, (hier) weitergeht … Seht Euch doch in der Zwischenzeit einfach auf Ihrer Facebook Seite um.

Ein Kommentar

  1. […] Gestern haben wir eine Reise begonnen zu welcher uns die Band Dreaded Downfall mit ihrem Album Farewell to Greatness einlud. Durften ein wenig Luft hinter den Kulissen der Produktion schnuppern und uns auf vier erste Titel einlassen, die zwar durchaus mit guter Laune Musik an unser Ohr dringen, aber dennoch tiefgründige Botschaften in sich bergen und uns somit dazu bringen uns auch mit uns selbst auseinanderzusetzen. […]

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