Farewell to Greatness: Ein Album mit Gänsehautgarantie – Part II

Gestern haben wir eine Reise begonnen zu welcher uns die Band Dreaded Downfall mit ihrem Album Farewell to Greatness einlud. Durften ein wenig Luft hinter den Kulissen der Produktion schnuppern und uns auf vier erste Titel einlassen, die zwar durchaus mit guter Laune Musik an unser Ohr dringen, aber dennoch tiefgründige Botschaften in sich bergen und uns somit dazu bringen uns auch mit uns selbst auseinanderzusetzen.

Wie vor der Pause erwähnt stehen wir nun an einem kleinen Wendepunkt bei Farewell to Greatness, der fünfte Titel, You left … , verändert etwas die Dynamik und das nicht nur weil es ein feature mit dem ehemaligen Sänger der Band Normandie, Johan Lindström ist. Ich meine einen Synthesizer stark herauszuhören, muss mich aber wegen des genauen Begriffes beim Galan rückversichern.

Persönlich bin ich fasziniert wie die Geschichte, auch durch den Synthesizer, nun verändert wird. Der Song prescht mit gewaltig Tempo nach vorne und spaltet mich entzwei, bin ich fröhlich oder bin ich verletzt? Während ich kurz grüble dringt eine Scream-Passage an mein Ohr

Tell me why you left … Tell me why you left …

Schlagartig überzieht sich mein Körper mit einer Gänsehaut, ein Phänomen, welches mich jedes Mal wenn ich diese Passage höre, heimsuchen wird.

Es scheint tatsächlich werden hier Wut, Enttäuschung und Schmerz herausgeschrien. Als ich schließlich noch die folgenden Passagen vernehme:

You turned your back on the place we call home …

Cause where your heart was is just a bleeding Stone …

Bin ich mir sicher, dass hier ein Vertrauensbruch und das Verlassen werden thematisiert werden. Interessant für mich, dass sie mich mit der Melodie, dem Text und dem Wechsel von Klargesang zu satten Screams, tatsächlich auch ein wenig in meine Vergangenheit führen, mich allerdings von Traurigkeit abhalten und mich näher an einen Abschluss zu führen scheinen.

Als nun Johan Lindström, gegen Ende des Titels zu seinem Part ansetzt, kann sich wohl auch der Härteste dem Gefühlssturm, welches dieser Titel entfacht, nicht mehr entziehen. Für mich ein Highlight des Albums, welches exakt an der richtigen Stelle gesetzt wurde.

Nach diesem innerlichen Zerwürfnis lässt mich Lost mit seinem ruhigen Start, aus Klargesang und Gitarre wieder etwas zur Ruhe kommen. Das Intro des Titels scheint dennoch das mit You Left… begonnene Thema fortzuführen …

And theres a walk upon this world, we have chosen years ago to see the wonders of this world and feel the joy I used to know …

The miles are passing by and I look to the ground I sing this song for all who let go. Cause I feel lost, I feel lost … Lost and alone where is the joy I used to know …

Dear Father stellt mich nun vor eine ähnliche Herausforderung wie Promise, der Text wirkt sehr persönlich, was mir Dreaded Downfall auf Nachfrage auch bestätigen, ich bohre nicht nach und kann somit nun nur versuchen niemanden zu nahe zu treten.

Der Titel startet sehr Energiegeladen, was ich dann in Kombination mit dem Text als Enttäuschung und mitunter Wut interpretiere, der Song als Werkzeug der Verarbeitung fungiert.

Dear Father I’m broken, for all the words unspoken …
… I surrender …

Obwohl ich mich dem Gefühl nicht erwehren kann hier sehr persönliche Einblicke zu erhalten, bedrückt mich der Song nicht. Das Tempo wird bis zum Schluss durchgehalten, trotz des ernsten Themas lassen die Jungs keine Melancholie aufkommen.

Here we go!!! Unterbricht das flotte und instrumentale Intro zu … Im Broken, auch dieser Titel zieht einen recht schnell in seinen Bann und verfolgt das Thema, welches You Left … gestartet hat, gekonnt weiter. Nun scheint aber nicht mehr der Prozess der Enttäuschung im Vordergrund zu stehen, sondern mehr die Verarbeitung daraus. Während

I fall, Ifall cause in my head I hear your name …
… I fall, I fall the colours burn the colours fade … … can’t you stop me …

verlässt schließlich eine kleine Träne mein Auge.

Mit At Least we tried wird anscheinend wieder ein wenig die Richtung gewechselt. Der Titel startet mit einem Klavier, ein sehr unterschätztes und viel zu selten benütztes Instrument. Kurz wird es von einem mehrstimmigen

We will hold, we will hold on tight

überlagert, bevor Gitarre und Schlagzeug zu einem Sturm der Euphorie ansetzen. Schnell interpretiere ich den Song als Fortsetzung beider Handlungsstränge, dem Verfolgen der Träume und die Verarbeitung von Enttäuschungen.

Face down we look at the sky – Believe it or not everything will be ok

Doch scheinbar plötzlich scheint die anfängliche Euphorie, bei gleich bleibenden Tempo abzuklingen

And when the light goes out we’ll walk away
And when the light goes out our dreams may fade

Der letzte Titel Farewell to Greatness ist nun beinahe überraschend ruhig, ein akustisches Stück mit Klargesang ohne unnötigen Schnickschnack. Entspannt darf man dem Sänger lauschen während er eine Geschichte in der Zukunft erzählt, wobei ich dann doch in einem Punkt „widersprechen“ muss ..

These cords have never saved a soul. But don’t you worry, I can promise you it’s fine, because I know that they saved mine …

Das gesamte Album, sowie die einzelnen Titel darauf sind stark, man spürt die Liebe zum Detail, die persönlichen Erfahrungen und Geschichten welche dahinter stehen. Ihr nehmt uns auf eine wundervolle Reise mit, die Texte, die Melodien, die Botschaften alles auf den Punkt gebracht.

Puzzleteile die perfekt ineinander greifen …

So tief wie Seelen mit diesem Album berührt werden, ist es gar nicht möglich das sie nicht auch auf die eine oder andere Art gerettet werden … Und ihr könnt auch gar nicht vorstellen wie Neugierig ich auf die 14 Titel bin, welche es nicht auf dieses Album geschafft haben.

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