Rezension: Die Farbe des Schmerzes von Harald Schwinger

In der vergangenen Zeit klagte ich hier und da darüber dass mir diesen Sommer die Zeit ausgeht. Ein Grund dafür ist, dass ich für die Frequenz Leitwolf Bücher österreichischer Autoren lesen und rezensieren darf. Sehr nervös beginne ich nun die erste zu tippen und hoffe dass sie Anklang findet, im Blog oder eben später im Radio …

Die Farbe des Schmerzes ist ein Roman von Harald Schwinger, erschienen 2013 als siebter Band der Edition Meerauge, ein Imprint des Verlages Johannes Hein.

Wir befinden uns im 21 Jahrhundert, in der fiktiven Stadt Akutowai, in welcher Nebel seine eigene Rolle spielt. Luis wird mit einem Wasserkopf und einem Loch im Herzen geboren. Vrona ist ein junges Mädchen, während sie ihren Vater in der Gummihütte besucht, erfährt Pfrin, ein junger Mann aus schwierigen Verhältnissen, dass seine geliebte Lyörn in seit einem Jahr betrügt und verlassen möchte. Ein Streit entfacht und Pfrin wird der gemeinsamen Wohnung für einige Tage verwiesen. Als er zurückkommt ist Lyörn verschwunden. Er erträgt die Einsamkeit nicht und setzt sich auf sein Motorrad. Dristin, die Mutter von Vrona, wird beinahe von Pfrin überfahren als sie einen Zebrastreifen überquert. Obwohl er zurückkommt, sich bei ihr entschuldigt und Hilfe anbietet beschimpft sie ihn wüst, Pfrin sieht rot und folgt ihr nach Hause …

Der Einstieg in das Buch erfolgt in der Gegenwart, er verwirrt mit einem ominösen Telefonanruf und dem fliegenden Wechsel zu Pfrin’s Kindheit. Diese, vorerst, unzusammenhängenden Sprünge zwischen den Protagonisten und scheinbaren Jahren, von Vergangenheit zu Gegenwart, im Buch,  behält der Autor ziemlich lange, konsequent bei. Dadurch wird zwar Spannung aufgebaut, aber auch der Leser gefordert sich dem Geschehen stetig konzentriert zu widmen.

Die Entwicklung der Protagonisten kann man teilweise schnell und teilweise sehr schleppend verfolgen, liest man nicht Aufmerksam läuft man Gefahr wichtige Details zu übersehen, vor allem im Zusammenhang mit den erwähnten Sprüngen. Was den Leser, aufgrund der geforderten Konzentration mitunter, müde macht.

Allerdings versteht es der Autor seine Charaktere bis ins letzte Detail zu beschreiben, weshalb man ihre Gefühle und Handlungen gut nachvollziehen kann.

Dies erreicht Schwinger nicht nur mit inneren Monologen seiner Protagonisten, sondern auch durch deutliche Beschreibungen:

Durch den Pyjama hindurch konnte er das Zittern seiner Mutter spüren.

Immer wieder stilisiert er somit das Empfinden der Protagonisten auf mehreren Ebenen. Zudem verwendet er kurze und prägnante Sätze, vermeidet Fremdwörter, wodurch auch ausführlichere Beschreibungen gut zu lesen sind.

Der Roman: Die Farbe des Schmerzes, zeigt sehr deutliche innere Konflikte der Protagonisten und scheint beinahe jeden Lebensbereich zu beleuchten, allerdings auf eine sehr düstere Art und Weise.

Für Action und Gruselliebhaber ist es wohl nichts. Beinahe wäre ich versucht das Buch Grisham Lesern nahezulegen, allerdings gibt es kein Gerichtsverfahren, da der Leser irgendwie zum Ermittler wird und sich das Buch erst gegen Ende mit jedem weiteren Kapitel auflöst und vollends schlüssig wird, erinnert es mich fast an den Film acht Blickwinkel, kleine Puzzleteilchen welche sich nur langsam zusammensetzen.

Somit in jedem Fall etwas für Fans von Kriminalgeschichten und Leser die es schätzen wenn sich dunkle Handlungsstränge langsam zu einem großen Ganzen verdichten.

2 Kommentare

  1. Nein, ich bin da in so eine Sache mit Radio Orange Frequenz Leitwolf reingerutscht (steht ganz oben) 🙂 und wenn ich für sie schon eine Rezension schreiben darf – dann dachte ich mir veröffentliche ich sie auch hier – derzeit warte ich auf mein Urteil – vielleicht waren es eh die ersten und letzten 🙂

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