Mach etwas für nichts – #DoSomethingForNothing

Ich erinnere mich die Narben auf Scotts Gesicht gesehen zu haben, als ich seinen Bart trimmte. Als ich ihn danach fragte antwortete er: Es passierte als ich jünger war und Obdachlos wurde … es war kein Unfall … In solchen Momente merke ich, dass jeder eine Geschichte hat. Einen Zugang zu diesen Menschen zu finden und ihnen einfach nur zuzuhören ist wichtig …

Nachdem der 29-jährige Josh Coombes seine Arbeit in einem Friseursalon hinter sich gebracht hat, packt er sein Equipment zusammen, geht raus auf die Straße und schneidet den Menschen die Haare, welche viele von uns einfach übersehen, den Obdachlosen.

Sein Freund der Fotograf Matt Spracklen dokumentiert die Wandlungen und so kann Josh Coombes diese später auf seinen Instagram-Account stellen, meist dabei die Geschichte hinter der Person und mit dem Hashtag #DoSomethingForNothing versehen um ein Bewusstsein zu schaffen.

„Es ist einfach Geld an eine wohltätige Organisation zu spenden. Noch lohnender ist es allerdings Bewusstsein zu schaffen.“, sagt John Coombes, der auf diese Idee kam, nachdem er während einem Urlaub in New York einen Friseur sah, welcher Obdachlosen die Haare schnitt.

Dimitir

Dimitri ist 38 und aus Griechenland, er verlor seinen Job,  zog während der Wirtschaftskrise wieder zu seinen Eltern. Es konnte nicht funktionieren und um ihnen in diesen schweren Zeiten nicht auf der Tasche zu liegen kam er zu dem Schluss, er müsse woanders Arbeit finden. Leistete sich für einige Wochen eine Unterkunft und suchte unermüdlich eine Anstellung. Schließlich ging ihm das Geld aus und da er niemanden kannte, verbrachte er seine erste Nacht in der Kälte unter freiem Himmel. Mittlerweile ist es Gewohnheit für ihn.

Als er John Coombes dabei sieht wie er einem anderen Obdachlosen die Haare schneidet kommt er vorsichtig auf ihn zu und fragt „In zwei Tagen habe ich ein Vorstellungsgespräch, würdest du mir bitte mein Haar schneiden?“

paul

Vor einer Woche trifft er auf Paul, immer wieder weint Paul während seinem Haarschnitt. John Coombes sieht das sein Gesicht, Arme und Beine mit frischen Wunden und blauen Flecken übersäht sind. Ein Freund von Paul wurde mit Flaschen verprügelt, ohne Nachzudenken warf sich Paul über seinen Freund und kassierte für ihn die nicht enden wollenden Schläge … Pauls Bereitschaft einen Freund mit seinem eigenen Körper gegen Gewalt zu schützen zeigt das er mehr Courage hat, als viele von uns.

Im April 2016 organisierte John Coombes zusammen mit dem Fotografen Matt Spacklen ein Zusammentreffen von Obdachlosen und Menschen welche helfen möchten. Viele Obdachlose erhielten an diesem Tag ihren ersten Kaffee seit langem …

Tatsächlich braucht es nicht viel und jeder von uns kann eine Kleinigkeit für das scheinbar schwächste Glied in der Kette tun. Der Herbst naht mittlerweile und damit die kalte und nasse Jahreszeit, man kann seine Daunenjacke einem Frierenden geben, einen heißen Tee besorgen mit seinem Handy herausfinden ob es nicht irgendwo noch eine offen Notschlafstelle gibt, oder einfach einen kleinen Rucksack mit warmen Socken, Hauben, Schal und Handschuhen hergeben, vielleicht sogar das schöne paar warme Schuhe das diese Saison out ist und ohnehin nicht mehr getragen wird … Der Mensch dem ihr persönlich helft wird es euch nie mehr vergessen …

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