2 halbe Unfälle, 6 Stunden 7 Minuten, 125 Kilometer und eine Menge verbrannte Kalorien: Der Donauradweg ist beendet

Ätti, welchen wir gestern einstimmig in Tati umbenannten, war seit einiger Zeit aus Kanada retour. Der Galan und ich hatten somit mit ihm und der reiferen Version von mir bereits darüber gesprochen, dass wir gerne, gemeinsam, eine Radtour von Wien nach Bratislava machen und somit den Donauradweg beenden würden. Gestern passierte dies relativ spontan, womit diese Woche wohl mindestens drei Überraschungen, eine davon unangenehm und konfus, für mich bereithalten sollte …

Irgendwie hatte sich in meinem Kopf das Datum um den 25. August festgesetzt, für unsere Radtour, etwas erstaunt war ich also als mich letzten Donnerstag eine SMS meiner Mutter erreichte, ob wir am Sonntag radeln würden.

Was sollte ich nun als erstes tun? Den Galan nach seinem Einverständnis fragen, oder ob der Kurzfristigkeit unseren Superfreund Max fragen ob er für diesen Tag die Obhut der hündischen Damen des Hauses übernehmen würde?

Ich entschied mich für ersteres und nachdem der Galan zugesagt hatte, kontaktierte ich Max, der wollte am Abend ins Kino, was zum Glück kein Problem war, da wir ja am Abend ohnehin retourkommen würden. Alles soweit klar, also konnte es losgehen.

Am Sonntag läutete der Wecker gegen dreiviertel sechs, nein er läutete nicht er krähte, dies nennt sich Rooster-Alarm und sorgt dafür das ich wohl langsam aber sicher eine Aversion gegen Hähne entwickle, na ja eher gegen das neue Mobiltelefon, welches mir der Galan in Erwartung des Ablebens meines Steinzeithandys gekauft hatte.

Warum der Wecker an einem Sonntag derart zeitig läutete? Es galt zu frühstücken und mit den hündischen Damen des Hauses einen flotten Spaziergang zu absolvieren, bevor wir gegen halb acht zu den Klogen, wie ich meine Eltern nenne, aufbrechen sollten.

Nach meinem Frühstück weckte ich den Galan, bereitete ihm seinen Koffeinschub und fuhr meinen Laptop hoch, da ich derzeit, nach wie vor und ja ich meckere schon wieder, unter Zeitmangel leide, blende ich die Alltagsnachrichten derzeit aus und öffne am Morgen Facebook um die vielen Artikel anderer Schreiber zu lesen.

Gestern sprang mir eine seltsame Nachricht meiner Facebook-Seite entgegen, ich las sie und nahm wohl fälschlicherweise an, dass ich mir Unmut zugezogen hatte da ich mir erlaubte für diesen Artikel zu erwähnen das ich Rihannas Stil vergeblich suchte, oder eben einfach die Message nicht verstehe, weshalb ich hier kurz die Zeit nütze um klarzustellen, dass dies natürlich nicht böse sondern humorvoll gemeint war und ich mit dem Texteil: ich verstehe wohl die Message nicht, zum Ausdruck bringen wollte das ich durchaus annehme das sich jemand etwas dabei denkt, wenn er etwas bestimmtes anzieht und ein Künstler wohl auch eine Message damit verpackt, mir aber dennoch weder der Stil gefiel noch ich die Message verstand … Nichts böses sondern eine subjektive Meinung … Aber irgendwie steckt hinter dieser seltsamen Nachricht ein anderer Wurm, wie sich heute in der Früh zeigte …

Man möge mir mein erneutes Verzetteln verzeihen, tatsächlich bin ich eben ziemlich verwirrt um nicht zu sagen „verstört“…

Stichwort: Verwirrt waren wir gestern allerdings auch, den kaum waren wir bei den Klogen angekommen, erreichte mich eine Nachricht unseres Superfreundes Max, wir hätten die Türen unseres Domiziles nicht versperrt …

Bei den Klogen gab es übrigens erneut Frühstück, obwohl wir, aufgrund der frühen Ankunftszeit beschlossen hatten, die Räder in Flipper einzuladen und mit ihm zu den Eltern zu fahren. Eine gute Idee da wir nun während dem Frühstück erfuhren, dass wir nicht, wie angenommen, mit dem Schiff von Bratislava retour fahren würden, sondern mit den Rädern, dass hat man davon wenn Tati eigentlich Triathlet ist und auch die reifere Version von mir den ganzen Tag am Rad sitzen könnte …

Nach dem Frühstück während ich im Vorzimmer der Klogen mein warmes und langes Gewand gegen kurze Hose und Top tauschte, passierte der erste und einzige tatsächliche Unfall, die reifere Version von mir bürstete sich ihr Haar, wobei ich trotz Abstand ihren Ellenbogen gegen meine Stirn, genauer über dem rechten Auge, gedonnert bekam. Au.

Gegen halb zehn ging es dann endlich los und wie, kaum hatten wir die Lobau hinter uns gelassen und befanden uns auf Asphalt gab Tati ordentlich … Gas … der Galan zog mit. Die reifere Version von mir und ich atmeten auf, als Tati bei Orth an der Donau erklärte er hätte nur Zeit gut machen wollen und nun könnten wir etwas gemütlicher unterwegs sein.

Eine zehnminütige Pause legten wir nach den ersten 33 Kilometern ein, um unsere Wasserreserven aufzufüllen und gewisse Körperteile von Wasseransammlungen zu befreien. Dann ging es zügig und ohne Zwischenfälle, was mich bis jetzt etwas verwundert, bis nach Bratislava.

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Dort waren wir wenige Sekunden planlos, ob wir diese oder eine andere Brücke zur Überfahrt nutzen sollten, weshalb ich sie zweimal hochfahren durfte, denn als ich das erste Mal oben war hieß es ich solle wieder runterkommen, wir würden die andere Brücke nehmen, als ich wieder unten war hieß es wir nehmen doch diese … Oh Mann …

In der Nähe des Zentrums, wechselten wir vom Gehweg auf die Straße, wobei der Galan beinahe einen Bus küsste, als er den Bordstein hinunterfuhr, ja ich meckerte kurz darauf, deswegen …

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Wir aßen gut zu Mittag und beschlossen uns die Bratislavaer Burg anzusehen. Hier wurde es witzig, obwohl es einen Wegweiser gab, ging Tati zielstrebig in eine andere Richtung, aufgrund der Schwarmintelligenz folgten wir ihm über einen Busbahnhof unter die Burg, um festzustellen das in wenigen Metern kein, wie von Tati vermuteter, Aufstieg sein sollte dafür aber die Autobahn. Wir gingen etwas retour und legten eine kurze Turneinlage hin, über eine verdammt heiße Absperrung, wie mein Hintern beweisen kann und widmeten uns dann den schier endlosen Stufen hinauf zur Burg.

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Ein wenig verweilten wir und genossen die Aussicht über Bratislava, bevor wir wieder nach unten ins Zentrum gingen, entlang des Krönungsweges, an dessen Ende sich ein Kanalgucker befand, über welchen die reifere Version von mir, vor einigen Jahren, flog. Wir genehmigten uns erneut eine kleine Stärkung, bevor wir zu den Rädern zurückkehrten und den, ungewohnt ereignislosen, Heimweg antraten.

 

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Kanalgucker

Wobei es zumindest eine lustige Begebenheit gab, als wir eine Pause auf halber Strecke einlegten und die reifere Version von mir einen Krampf im Kiefer bekam … Ja ja, Frauen und reden …

 

Gegen halb Neun am Abend waren wir wieder bei den Klogen, müde, dreckig und klebrig vom Schweiß, also überfielen wir nacheinander die zwei Badezimmer der Klogen, bevor wir uns erneut einem Mahl widmeten. Wobei wir uns alle etwas erstaunt darüber zeigten wie gesittet der Tag verlaufen war, keine Zäune, keine komischen Clips und keine Stürze. Urlaubs-Hoppalas gibt es sonst immer zur Genüge, bis dato verlief eigentlich noch kein Ausflug ohne lustigen Unfall. Das Ende einer Ära?

Viel wichtiger jedoch der Aspekt, dass wir den Donauradweg Passau-Bratislava, mit seiner  Kilometerzahl von 381,5, erfolgreich mit den Rädern absolviert haben. Während dem Urlaub mit der reiferen Version von mir, nahmen wir zwar für einige Kilometer ein Schiff und ich musste in Tulln aufgeben, allerdings hatten wir dadurch, dass sich unsere Unterkünfte immer etwas abseits des Donauradweges befanden – und wir uns auf der Suche danach auch mal verfuhren – bereits knappe 295 Kilometer in Tulln hinter uns gebracht. Somit kommen wir nun auf knappe 420 Gesamtkilometer entlang der Donau.

Gestern, während dem Abendmahl versuchte ich ja die Klogen und den Galan von der Idee zu überzeugen, dass wir nun noch bis an das Schwarze Meer radeln müssten …. Und wenn, dann mit hündischen Damen des Hauses …

Unsere Hoppalas und spontane Planänderungen, ohne Tati, gibt es übrigens hier:

Etappe 1; der Zug und das Gepäck
Etappe 2; zu fünt in einem Zimmer
Etappe 3; der Zaun
Etappe 4; Bauchfleck

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