Auf Mariandls Spuren, mit einem Rolls Royce Silver Cloud

Seit dem galanschen Geburtstag im April hatten wir Pheodor, welcher in der Realität gar nicht Pheodor heißt und uns ein lieber Freund ist, nicht mehr gesehen. Dies änderte sich am Freitag dieser Woche, als der Galan und ich spontan entschlossen ein vegetarisches Bierlokal aufzusuchen und Pheodor fragten ob er uns Gesellschaft leisten würde … Später fand ich mich dann in Pheodors Gentlemans-Club wieder …

… dies ist allerdings eine ganz andere Geschichte, welche mit Bart für mich endete. An besagten Freitag, noch im Lokal, was bedeute das ich noch keinen Bart hatte, erzählte uns Pheodor das er für Sonntag einen Ausflug mit Freunden und Ausstellern des Automobilmuseums, welches er betreibt und betreut, zum Filmhotel Mariandl, in der schönen Wachau und direkt am Donauradweg, geplant hatte.

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Älteren Automobilen, aber auch der Wachau zugetan, fragten der Galan und ich heute Morgen nach ob es uns erlaubt sei mit Flipper nachzureisen. Nachdem er uns antwortete das wir gerne gesehen sein, machten wir uns, nach einem Lauf mit den hündischen Damen des Hauses und natürlich einer Dusche, auf den Weg.

Nach circa 45 Minuten Fahrt, kamen wir in Spitz bei Krems und dem Mariandl an. Bereits als ich auf den Parkplatz fuhr, warteten Juwelen der Automobilgeschichte geduldig darauf begutachtet zu werden. Besonders freute ich mich über ein Trabant Cabrio, da es dieses Fahrzeug oder auch Marke gar nicht als Cabrio gibt.

 

Neben zwei jüngeren Porsche, wobei es sich tatsächlich um sogenannte Youngtimer handelt, erspähte ich einen roten Mercedes 300SL der Baureihe W198, der erste Wagen mit Benzindirekteinspritzung, anstatt Vergasern, welche bis zu dieser Serie nur in Flugzeug oder Zweitaktmotoren verwendet worden war und erst 1997 wieder in Serie gehen sollte.

Schließlich sahen wir noch jede Menge Puch und mitten drin einen weiteren, silbernen 300SL, kurzum ein wahrlicher Augenschmaus.

Als noch ein Austin Healey, mit Pheodor am Beifahrersitz, hinzukam, hätte wohl auch das Herz der Jungs von Top Gear höhergeschlagen.

Pheodor begrüßte uns und klärte uns darüber auf, dass nun noch eine einstündige Ausfahrt stattfinden würde, bevor es eine weitere Jause gab. Gemeinsam mit ihm gingen wir nun hoch zum Hotel, wo wir den Rolls Royce Silver Cloud erspähten. Irgendwie bekam ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit, dass dieses Gefährt von Pheodor gesteuert wurde.

Wir überlegten ob wir mit Flipper nachfahren würden und fotografierten die Abfahrt der Puchs, als Pheodor schließlich seine Begleitung fragte ob nicht noch zwei Plätze im Rolls Royce frei wären.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als der Galan und ich hinten Platz nehmen durften und Pheodor die Silberwolke mit ihrem V8 Motor tatsächlich an startete und losfuhr.

Es folgte eine traumhafte Ausfahrt über den Jauerling, wobei wir Benking passierten, was mich und meinen verqueren Humor etwas, oder doch mehr, erheiterte. Schließlich kamen uns die vorgefahrenen Puchs entgegen, welche umdrehten um dann die falsche Ausfahrt zu nehmen.

 

Etwas zugig war es im hinteren Bereich der Silberwolke, da ich nicht damit gerechnet hatte in einem solchen Traum mitfahren zu dürfen, hatte ich meine Haarbänder zu Hause gelassen, so konnte ich wenigstens die anderen Personen, mit meiner Version von Vetter It erfreuen …

Am Weg zurück ins Mariandl, welches im gleichnamigen Film Goldene Gans hieß,  genoss ich, neben der wunderschönen Landschaft und der Kühle des Berges, den Gedanken in einem Auto sitzen zu dürfen, welches zu dieser Zeit österreichischer Filmgeschichte mitgespielt haben könnte.

Verzettelt, durch das Verfahren der Puchs sollte sich übrigens folgendes Sprichwort bestätigten: Die letzten werden die ersten sein, wir waren als letzte in der Gruppe losgefahren und als erste wieder beim Mariandl angekommen.

Nachdem wir uns mit Kaffee, Mineral und einer köstlichen Mariandl Torte gestärkt hatten, durften wir uns den Schaugarten ansehen und den Weg hinauf zum Salettl, in welchem regelmäßig auch Weinverkostung abgehalten werden, wobei wir auch einen Blick auf den ältesten Marillenbaum der Wachau werfen durften.

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Oben angekommen, genossen wir natürlich den herrlichen Blick auf die Donau und die Weingärten, mit ihren hundert Jahre alten Trockensteinmauern.
Nach einigen Minuten war leider der Punkt der Abfahrt gekommen, tatsächlich könnte ich noch immer dort oben, in den Weinbergen, sitzen und das Treiben an und um die Donau beobachten.

Vor der Abfahrt, wollte ich allerdings noch unbedingt einen Blick in das Innere des Mariandls werfen, wobei ich neben dem liebevoll gestalteten Eingangsbereich auch das Kino erspähte, welches ich umgehend einen kurzen Besuch abstatten musste.

Während der Heimfahrt passierten uns, erneut, viele Motorräder kurz vor Krems, etwas wehmütig wurde ich bei dem Gedanken, dass auch ich diesen hübschen Flecken Erde beim Mariandl, auf meinem Weg, mit dem Motorrad, über den Seiberer immer links liegen gelassen hatte …

Lieber Pheodor, auch wenn Du in der Realität nicht so heißt, Worte können unseren Dank nicht ausdrücken … Dennoch, vielen vielen Dank für diesen schönen Nachmittag mit der Silberwolke und Deiner Gesellschaft …

 

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