Die Joghurtbecher Chroniken, vom Mountainbike zum Motorradring – Part III

Vor einiger Zeit reizte es mich meine Erfahrungen mit dem Joghurtbecher, wie vollverkleidete Sportmotorräder …. liebevoll … genannt werden, niederzuschreiben. Dabei fiel mir erst nach dem ersten Teil auf, dass ich wohl die Vorgeschichte mit mir am Fahrrad ausgelassen hatte. Dort erfährt man wie ich gerne mein Fahrrad, samt mir, mit einem Stunt in die Büsche schmiss, oder in einem See versenkte, auch schien ich Visionär was Tests für den Aufprallschutz der Fußgänger anging …

Im ersten Teil hingegen nahm ich Euch bereits nach Nagycenk in Ungarn mit, auf eine Motorcross-Strecke, auf welcher mir Ferenc, manchmal wenig behutsam, das Fahren auf Diete beibrachte.
Etwas Schade das noch niemand raten wollte warum mein motorisiertes Bergrad den Namen Diete erhielt. Ich warte dennoch etwas ab, bevor ich dies auflöse.

Schließlich erzählte ich wie ich auf den Motorradring, oder eben den Joghurtbecher, kam und dass Wohl das Erscheinen eines langen Zopfes, auf der Rennstrecke des Pannonia Rings, bei manchen Männern für den Wunsch sorgte dem weiblichen Wesen zu zeigen, dass sie es besser konnten, oder einfach zu Imponiergehabe führte. Nun könnte man mir Feminismus oder Sexismus unterstellen.

Aber tatsächlich zeigten die Aktionskameras des Damaligen und mir, dass viele Teilnehmer normal an ihm, aber durchaus „waghalsig“ an mir vorbeifuhren … Nur eine Hand am Lenker, während die andere scheinbar lässig am Oberschenkel aufgestützt ist, oder aufstehen auf der Start-Ziel Geraden – Ja, richtig aufstehen, mit den Füßen nur noch die Fußrasten des Joghurtbechers berührend.

Gerne wollte ich ein Bild dieses Spektakels einfügen, aber da mein eigentlicher Laptop seit dem Tag der Parallelen noch immer nicht funktioniert, habe ich keinen Zugriff auf diese Videos … Daher ein Symbolfoto eines „Wheelie“, welchen einige Fahrer zu vollführen pflegen …

Erwähntes Gebaren, sorgte bei mir natürlich teilweise für Unbehagen, zumal während des Tages am Ring genug leichte, mittlere und schwere Stürze passierten, ohne dass jemand dabei waghalsiges Verhalten gezeigt hätte, also beide Hände am Lenker und den Körper am Joghurtbecher hatte … Dieses Unbehagen sollte sich natürlich nur verstärken, aber dazu etwas später mehr.

Aber es gab auch Menschen welche mir imponierten und dies unbeabsichtigt. Da war zum Beispiel Heinz, welcher natürlich gar nicht Heinz heißt, er war Querschnittsgelähmt. Ich habe nie hinterfragt wie es passiert war, meine aber mich zu erinnern, dass es nicht beim Motorradfahren dazu gekommen war.

Heinz befand sich oft in der Box neben unserer und so bekam ich mit, dass ihn seine Freunde, oder eben Motorradkollegen, auf seinen Joghurtbecher halfen und seine Knie am Joghurtbecher, mit Hilfe einer Vorrichtung, einhängten … Nicht ungefährlich, da es somit für Heinz deutlich schwieriger wurde sich bei einem Sturz von seinem Motorrad zu lösen … Dann hielten sie sein Motorrad aufrecht bis er losfuhr, kam er wieder retour in die Box fingen sie ihn, meistens, auf. Er und seine Freunde versetzten mich öfter in Ehrfurcht und Staunen.

Ebenfalls beeindruckt war ich als im Sommer 2009 oder doch 2010, ich bin leider überhaupt nicht gut mit Jahreszahlen, plötzlich Matthias Lanzinger – ehemaliger Skirennläufer – mit einer neuen KTM Superduke am Pannonia Ring erschien. Tatsächlich bilde ich mir ein an diesem Tag eine Ehrfurcht am gesamten Platz gespürt zu haben und obwohl ihn viele Augen beobachteten, was wohl seinem leichten Humpeln geschuldet war, trat ihm keiner Nahe, in Ruhe konnte er den Tag so verbringen wie er gekommen war … Allein mit seiner Duke. Wenn ich mir diesen Satz erlauben darf: Er ist wirklich toll gefahren an jenem Tag.

Irgendwie war es, für mich, auch immer interessant zu beobachten das sich ein Roland Resch oder auch Andreas Meklau, gerne dafür hergaben mir nützliche Tipps zu geben, während mich noch viele andere der anwesenden Herren etwas belächelten. Es schien eine Art Teamgeist zu geben, obwohl wir kein Team waren, war einem der genannten Herren ein Fahrfehler bei mir aufgefallen, hielten sie am Weg zu ihrem Platz kurz an, nahmen den Helm ab und gaben mir Vorschläge zur Verbesserung. Ich gestehe, am Anfang schlug mir mein Herz vor Aufregung natürlich bis zum Hals und ja ich bekam, am Anfang, auch wenig mit davon was sie mir sagten. Tatsächlich war ich von dieser Unterstützung etwas überwältigt.

Es gab verschiedene Veranstalter am Pannonia Ring und meist traf man beim selben Veranstalter immer dieselben Fahrer. Vielleicht war dies mit ein Grund das so mancher Fahrer, besonders ambitioniert erschien an mir vorbeizukommen, oder – vielleicht – auch mich in die Schranken zu weisen. Hatten der Damalige und ich bereits beim Begutachten der Videos unserer Aktionskameras eben festgestellt, dass sich viele beim Vorbeifahren an mir wohl besonders lässig präsentierten, war es nun dazu gekommen, dass ich oft geschnitten wurde.

Allerdings nicht nur ich, einige junge Fahrer verhielten sich tatsächlich, allgemein, relativ unsportlich und mühsam. Wie viele junge Fahrer und auch ich, hatten sie eher ältere Joghurtbecher welche sie dabei relativ oft an ihre Grenzen brachten.

Unser Veranstalter pflegte jeden Nachmittag ein Rennen anzusetzen, an welchem natürlich auch ich gerne teilnahm. Es war der Sommer 2010, als ich im Rennen bereits relativ waghalsig von einem Fahrer überholt wurde, da er mich Schnitt musste ich in Kurve und Schräglage etwas vom Gas gehen – oft keine gute Idee aber mit etwas Herausforderung dennoch machbar -.

Kaum war er an mir vorbei, gab es einen Knall und meine Sicht wurde von schwarzen Wölkchen getrübt.

„Aufrichten, aufrichten … Runter vom Gas … aufrichten“, schoss es mir durch den Kopf.
Sekunden später ergoss sich ein Schwall Motoröl direkt vor meinem Vorderreifen, ich ritt in die Wiese aus, fokussiert auf die Steine etwas weiter hinten in der Kurve, auf welchen ich in keinem Fall landen wollte, überbremste ich mein Hinterrad, da ich etwas Angst hatte die Vorderbremse zu nützen, da ich meinte der ölige Vorderreifen würde dann wegrutschen … Also rutschte mir das Hinterrad weg und noch gar nicht so langsam wie ich angenommen hatte, flog ich einige Meter vor den Steinen ab …

Selbstredend rutschte auch meine CBR, zum Glück seitlich von mir weg, ebenfalls auf die Steine zu, wo sie sich, wie ich, mehrmals überschlug … Kurz lag ich etwas geschockt herum, dann schoss es mir durch den Kopf „Du musst aufstehen, sonst ist hier gleich die Hölle los.“ Also sprang ich auf, lief zu meinem rot-pinken Joghurtbecher und richtete ihn wieder auf …

So wartete ich auf den Abschleppwagen …

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