Und Morgen? … Da rutsche ich auf der Hinterlassenschaft einer Fliege aus …

Schwebte ich am Sonntag noch auf Wolke sieben, sollte sich dies am Montag schlagartig ändern, wobei es Schlag irgendwie trifft, ebenso wie es treffen trifft. Ich befand mich, nichts böses ahnend auf den Weg in die Firma, als es uns, oder doch eher Flipper traf … von rechts …

Soeben befanden wir uns auf halben Weg durch einen Kreisverkehr, dessen Einfahrten benachrangt und somit benachteiligt sind, als uns ein anderes Auto schräg abschoss, weil es uns, oder doch dessen Fahrer, schlichtweg nicht gesehen hatte … Seltsam, schoss es mir durch den Kopf, immerhin war doch schon die gesamte Motorhaube an dem anderen Fahrzeug vorbei gewesen, als es krachte.

In den nächsten Minuten bekam ich zudem das Gefühl in einem Film festzustecken, von jeder Ecke des kleinen Kreisverkehres kamen männliche Vertreter der Gattung Mensch zu mir, untermauerten meine Unschuld, natürlich nur im Zusammenhang mit dem Unfall und gaben ihre Kärtchen als Zeugen her … Irgendwie surreal, bedenkt man das heutzutage niemand mehr stehen bleibt, wenn man mit einer Panne auf der Autobahn liegen, oder eben stehen, bleibt.

Nachdem erste Fotos geschossen waren, begaben wir uns auf Parkplätze außerhalb des Kreisverkehres, samt Zeugengefolge, um einen Unfallbericht auszufüllen. Wahnsinnig miese Laune machte sich in mir breit, zumal mir etwas Zeitdruck im Nacken saß und es kostete mich einige Kraft diese nicht an allen Beteiligten auszulassen.

Mein geschätzter Flipper hatte offenkundig Schmerzen, was er mit einem seltsamen Schleif-Kreisch-Geräusch untermauerte, wenige Stunden später sollte er vor den Toren des Broterwerbes abgeholt werden und mir ein fliegender Käfer zur Verfügung gestellt werden. Ich nenne in Herbiecane, hätte er Tragflächen könne man mit ihm abheben, sehr nette Beschleunigung.

Am nächsten Morgen, Dienstagmorgen, war die miese Laune verflogen und ein Lauf mit den hündischen Damen des Hauses sollte sie weiterheben.

Tatsächlich lief es, buchstäblich, gut, bis ein Stein meinen Weg kreuzte und mich zum stolpern brachte. An sich nicht wesentlich, befände sich in meiner Stolperbahn nicht soeben eine hündische Dame des Hauses, ich versuche mein aus dem Gleichgewicht geratenes Gewicht in eine andere Bahn zu lenken und knicke dabei um woraufhin es mich der linken Länge nach hinlegt … Natürlich nur gute fünf Minuten von den sicheren heimischen Gefilden entfernt.

Die Bilanz ein ziemlich zerschundener Unterarm, sowie Rippen und eine kleine Schrame am Knie, wir, oder doch nur ich, humpeln nach Hause und nachdem die hündischen Damen des Hauses versorgt sind und ich mich abgeduscht habe geht es ab ins Krankenhaus, da ich nicht mehr wirklich einatmen kann.

Kleinvieh macht bekanntlich den meisten Mist, eine schwache Prellung der Rippen führt zu meiner Atemnot, ich war mir ja sicher das eine Rippe den Lungenflügel durchstoßen haben musste, ob dem Schmerz welcher das Atmen begleitete.

Der Arzt kommt auf die tolle Idee meine Wunden zu desinfizieren … Wäre ich alleine zu Hause, würde ich wie Rumpelstilzchen auf einem Bein herumspringen und aus Leibeskräften schreien, was wohl aufgrund des Rippenschmerzes ohnehin nicht funktionieren würde. Ich überlege kurz ihn anzuschreien „Ein bisschen Brennen?! Ein bisschen?! Ich geb Ihnen gleich ein bisschen Brennen …“, lasse es aber und versuche mich betont lässig zu geben, was mir aufgrund der aufsteigenden Tränen wohl nicht gelingt.

Spritzen bekomme ich schließlich auch noch, eine gegen die Schmerzen, welche zehn Minuten später für gewaltig Übelkeit sorgen soll und eine gegen Tetanus, aber natürlich erst nachdem ich, zum zweiten Mal an diesem Tag, gefragt wurde ob ich schwanger sei. Ich überlege diese Frage auf mein Gewicht zu beziehen und die Nahrungsaufnahme einzustellen … Schrieb sie während sie in ein Eissandwich biss

Auf dem folgenden Weg zum Broterwerb stelle ich nun eben fest das mir gewaltig Übel wird, ich halte am Pannenstreifen und der Gedanke von gestern soll sich bestätigen, keines der vorbeifahrenden Autos interessiert sich für mich und Herbiecane. Was mich allerdings nicht stört. Nachdem sich mein Magen halbwegs gefangen hat, werfe ich einen Blick auf meinen Firmenlaptop, welcher den Beifahrersitz beansprucht und beschließe heute von zu Hause zu arbeiten.

Die hündischen Damen des Hauses freut es, die liegen im Garten in der Sonne, während ich mich in der Küche halbwegs bequem einrichte und nun auch den Galan von meiner kleinen Ungeschicktheit informiere.

Als der Galan einige Stunden später heimkommt versucht er mich zur Aufheiterung zu kitzeln, was in einem Aufschrei meinerseits endet, da er genau die abgeschürfte Stelle auf der Rippe erwischt …

Heute stehe ich überaus freudig auf, da mir neben dem mittlerweile eher leichten Schmerz der Rippen der Rücken richtig übel schmerzt und ich Liegen schlichtweg, bereits um vier in der Früh, nicht mehr aushalte …

Kaum die wichtige morgendliche Auswertung hinter mich gebracht und einen kurzen Schwatz mit Sandra abgehalten, welche soeben ins Zimmer gekommen ist ertönt die Sirene, ich schnappe mir meine kleine Tasche und den Schlüssel von Herbiecane bevor ich mich nach draußen begebe, bei mir denke ich: seltsame Zeit für einen Probealarm, die Hälfte der Kollegschaft ist ja noch gar nicht da.

Nach fünf Minuten an der frischen Luft die erschreckende Nachricht: Der gesamte Keller des Gebäudes riecht nach Gas …

9:22, Ich: Es ist irre – Evakuierung, ganzer Keller stinkt nach Gas

9:39, Galan: Na servas … genieß die Sonne

9:40, Ich: schräge Woche – sehr schräge Woche – jeden Tag was andres … Hmmm

9:45, Galan: Und morgen?

9:47, Ich: Warts ab … entweder fällt uns der Himmel auf den Kopf oder ich rutsche auf der Hinterlassenschaft einer Fliege aus …

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