Dedications, neuer Rock im Block

Ich bin spät dran, aber das interessiert soeben wohl die wenigsten, tatsächlich hätte dieser Artikel allerdings schon gestern erscheinen sollen. Warum? Das erfahrt ihr erst am Ende dieses Artikels.
Neu ist meist gut, besonders gut ist es dann wenn es auch noch erfrischend ist und das ist den Dedications mit ihrem Debüt-Album Memories ebenso gelungen wie mit ihrer Homepage …

Vorige Woche als ich gerade an Recherchen für einen Artikel im Rocktober saß, dringt plötzlich etwas überaus Interessantes an mein Ohr, auf mein Nachfragen soll es sich als der Titel Prototypes der jungen Band Dedications rausstellen. Das der Galan mit einem der Bandmitglieder zusammenarbeitet stellt sich als Gewinn heraus, am nächsten Werktag hat er mir ihr Debüt-Album mitgerbacht und um genau dieses wird es nun hauptsächlich gehen.

Natürlich statte ich auch der Homepage der Dedications einen Besuch ab und stelle fest mit ihrer Bandbio treffen sie meinen Geschmack, frei zitiere ich:

Normalerweise gibt dir eine Bandbio einen Überblick in welchen Genres die Band sich selbst sieht und wer ihre Mitglieder sind, wie lange es die Band gibt und was ihr Schaffen beeinflusst. Alles Kompakt und dann doch irgendwie irrelevant für Liebhaber der Musik und ihrer Seele.

Deshalb sagen wir nun wir sind eine  progressive/metalcore/djent/ambient/experimental/rock/metal Band von Wien/Austria/Europe/Earth/The Universe.

Mit diesen Worten haben sie mich, kein langes Gerede und los geht’s, allerdings werden sie früher oder später wohl nicht umhin kommen ein wenig mehr über sich Preis zu geben. Aber für den Start einer neuen, noch unbekannten, Band sind das wirklich erfrischende Worte, welche meine Art von Humor, vor allem mit der Bandbeschreibung auf den Punkt treffen.

dedications-albu

Das Cover ihres Debüt-Albums schmeichelt meinem Auge und macht mich gleichzeitig neugierig auf mehr, halte ich doch einen versiegelten Brief in meinen Händen, ich kann nicht wiederstehen diesen zu öffnen und seinen Inhalt in mein CD-Fach einzulegen.

Für mich persönlich ist die Zeit, welche ich mit diesem Album verbringen durfte, etwas zu kurz um eine aussagekräftige Review zu verfassen. Konnte ich es auch erst zweimal durchhören. Alben verändern sich mit der Zeit, nach einigen Malen hören, wirken Titel anders, als beim ersten, zweiten oder auch dritten Mal. Persönlich brauche ich daher immer einige Komplettdurchläufe, bis sich für mich ein klares Gesamtbild ergibt.

Da die Dedications heute Abend allerdings noch einen Auftritt absolvieren werden, hoffe ich Euch mit diesem Artikel vielleicht etwas Neugierig zu machen und hoffe das ihr den Dedications, den weiteren Bands des Abends und natürlich mir, vielleicht heute noch Gesellschaft leisten werdet.

Während ich mir den ersten Titel, Colors, des doch recht flotten Albums, anhöre blättere ich durch das kleine Booklet im CD-Cover und sehe das sie zu jedem ihrer Titel einen Vierzeiler mit Text abgedruckt haben. Tolle Idee, zumal die Textpassagen, meiner Meinung nach, treffend gewählt wurden.

Have I seen all the colors there are
as I left to hate them all
is this life what it seems to be
what are you trying to hide from me

Satte Screams und Klargesang wechseln sich, nach einem eher ruhigen aber Spannung aufbauenden Intro, gut ab, ebenso wird zwischenzeitlich Ruhe von den starken Drums und Riffs geboten. In der zweiten Hälfte kommen schließlich noch Screams hinzu, welche mich ein wenig an Disturbed erinnern.

Ihr zweiter Titel Rise Up, legt gehörig mit satten Screams und einer „aggressiven“ Melodie los, doch nach der ersten Minute setzt „beruhigender“ Klargesang ein.

When the Sky tears apart
we climb up to catch the stars
to enlight this world
that has covered us in scars

Schnelle und etwas gemäßigtere Passagen tragen den Hörer durch diesen Song. Persönlich bin ich ziemlich neugierig auf diesen Titel und bereits jetzt beschleicht mich das Gefühl, sobald ich ihn öfter gehört habe finde ich eine passende Interpretation dafür.

Auch Prototypes, der dritte Titel, präsentiert sich flotter, allerdings vermischen sich hier etwas stärker verschiedene Einflüsse und Stille, allerdings ohne den Hörer zu überfordern.

It doesn’t seem to get any better than this
and I don’t feel as if I could go any further this time
we’ve come to a point that won’t ever be missed
there is no tomorrow, no tomorrow for us

Heaven & Hell hält mich ebenfalls ziemlich in seinem Bann, etwas ruhiger als die bisherigen Titel präsentiert sich dieser interessante Song. Ich möchte noch nicht zu viel interpretieren, aber es scheint starke Gefühle tragen diesen Titel. Es ist der erste Titel auf diesem Album, der mir an mehreren Stellen eine, wohlige, Gänsehaut beschert.

I’ve tried and I’ve failed
we cannot  be saved
we’ve dug our own graves
divided like heaven and hell

Bei Save me bin ich mir nach dem ersten Mal hören sicher, würde er von Nickelback oder Ataris, von mir aus auch Good Charlotte gespielt werden, er wäre aus den Charts nicht mehr wegzudenken! Ö3 und Konsorten würden ihn, berechtigterweise, totspielen!

Beim ersten Ton überzieht sich mein Körper, erneut, mit wohliger Gänsehaut, welche aufgrund des Textes, der Melodie, der Solis und dem Gesang bis zum Ende bestehen bleibt. Für mich ein unfassbar starker Titel, nicht nur für eine junge Band. Welcher bis auf einige Kleinigkeiten im Musikvideo dazu auch sehr gut umgesetzt wurde.

Save my soul
and wash my tears away
I was fooled to believe
that you could save me

Slaves of Today, holt einen nun, fast behutsam, aus der Balladenstimmung wieder heraus. Fast erinnern sie mich hier an die frühen Linkin Park, allerdings passt dieser Vergleich nicht ganz, vermutlich, weil ich meine, oder tatsächlich, einen Synthesizer stärker als bisher heraus zu hören.

Let’s raise our black flags
up in the sky
and tonight
we feel alive

 

Ihr siebter Titel heißt Wardrums und der Name ist definitiv Programm, die Drums den Salven einer Panzerdivision gleich, kämpft sich der Titel aus meinem Lautsprecher. Hemmungslos möchte man feiern und kurzzeitig muss ich meinem rechten Fuß befehlen wieder etwas vom Gas zu geben.

Persönlich mag ich den Titel sehr, allerdings finden sich in den fast sieben Minuten, mehrere Stillrichtungen, von Metalcore bis Rap, stetig begleitet von einem Engelsgleichem Hintergrundgesang, gegen Ende nimmt der Song dann kurz wieder gehörig Tempo auf, nachdem er einem mit eingespielten Herztönen und einem geflüsterten Please come home, einen Schauer über den Körper jagt.

What is it that blinds you, that makes you unable to see
what is it that you believe in, that makes you forget
what you ever wanted to be an what you never wanted to be
what is it that you believe in?

Ihr letzter Song, Let Go, ist eine weitere gelungene Ballade, welche, wie Wardrums, von Engelsgleichem Hintergrundgesang begleitet wird und gemeinsam mit interessanten Solis beinahe hypnotisiert. Allerdings teilweise auch ein etwas schwieriger Titel, da er einen, beinahe überraschend gegen Ende, etwas aus einer leicht aufkommenden Nachdenklichkeit, herausreist.

Breathe in until my lungs burst
and scream out until my voice cracks
I’ll let go of what I used to be
but hold on to what I’m supposed to be

Zum Abschluss kann man eigentlich tatsächlich nur sagen, ein überraschend starkes Erstlingswerk, vor allem, wenn man eben in Betracht zieht, dass hier keine Produzenten oder Profis mit am Werk waren, das gehörig Lust auf mehr macht.

Wer sich nach diesem Einstieg nun auch Live von den Dedications überzeugen möchte, kann sie heute Abend in der Szene Wien, im elften Bezirk die Bühne des Vienna Core Fest rocken sehen …Mit dabei sind, unter anderen,  auch Across the Element, welche wir vom Feel the Noise Festival bereits kennen, Bloodshed Remains und Dystrust

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