Rocktober trifft Halloween – Der Klang des Grauens

In sieben Tagen begehen wir Halloween, nachdem wir nun wissen, dass ich persönlich dem Halloweenbrauch hierzulande nur wenig abgewinnen kann und warum der Kürbis eigentlich eine Rübe ist, fröne ich und hoffentlich auch ihr wieder sieben Tage Horror, wobei ich mit Vorliebe Themen mit wahren Hintergrund aufgreife.

Filme und Geschichten welche auf wahrer Begebenheit beruhen gibt es zu Hauf, doch dieses Jahr habe ich den Rocktober eingeläutet, was wäre nun also naheliegender als Horror mit Musik zu vermischen.

Vermutlich denken nun einige an Marilyn Manson, die Band, nicht die Kunstfigur, obwohl ja bereits die gesamte Band eine Kunstfigur ist, aber ich werde mich davor hüten zum hundertsten Mal herunter zu beten, dass die Namen der Bandmitglieder immer eine Mischung von gut und böse sind. Marilyn Monroe und Charles Manson, Madonna und John Wayne Gacy, oder eben Olivia Newton und Ted Bundy. Stoff hätten wir hier allerdings genug für sieben Tage, noch realer und erschreckender geht es kaum … Na ja, abwarten …

Nun könnte man auch sagen das Kiss so manchem Fan das fürchten lernen kann, immerhin wird Feuer oder auch mal (Kunst)Blut während einem Auftritt gespuckt und zumindest die Maskerade von Gene Simmons, dem Sänger, wirkt nicht sonderlich einladend, allerdings ist sein Bühnenname auch der Dämon.

Dann ist da natürlich noch Slipknot, einige, aber bei weitem nicht alle, Songs von ihnen höre ich gerne und oft, im Dunklen möchte ich allerdings weder ihnen noch einem Poster von ihnen begegnen. Allerdings geht von ihren fürchteinflössenden Masken eine unheimliche Faszination aus, wenn man bedenkt dass sie für das Leben, oder eine Charaktereigenschaft ihres Trägers stehen.

Hm, nun versuche ich die Stimmung aufzulockern bevor es, einfach nur furchtbar wird. Ich vermute ich werde kläglich scheitern, also lösche ich den Absatz über Justin Bieber und Britney Spears und schreibe einfach weiter.

Richtig gruselig ist die „Band“ Gulaggh, diese „Band“ kommt angeblich aus den Niederlanden und bevor sie Gulaggh hießen, nannten sie sich Stallagh. Bei beiden Namen läuft bereits Kennern der Geschichte die Gänsehaut über den Körper, in meinem Fall werden gar Hände und Füße schlagartig kalt.

Stalag war in beiden Weltkriegen die Kurbezeichnung für Gefangenenlager, hier wurden Gefangene registriert und auf Arbeitslager aufgeteilt. Gulag beschreibt grob dasselbe, nur auf sowjetischer Seite.

Gulaggh und ihre Arbeit sind schwer, schwer verdaulich und schwer zu beschreiben. Sie bezeichnen sich selbst als Band, Gerüchte besagen nationale Metalgrößen sollen hier, an diesem „Bandprojekt“ mitgewirkt haben, tatsächlich sind alle Mitglieder jedoch anonym. Was angesichts ihrer Arbeit kaum verwunderlich ist.

Man könnte davon sprechen das sie Alben veröffentlicht haben, aber es ist keine Musik, es ist kein Krach und selbst es als Material zu bezeichnen gefällt mir nicht … Es sind Aufnahmen.

Im Vordergrund, ihrer Arbeit, stehen Schreie … Nein, nicht Screams, wie man sie von so mancher Metalband kennt, sondern Schreie von Insassen psychiatrischer Anstalten, missbrauchter Frauen (z.B. aus Workuta, einem Gulag) und traumatisierter Kinder …

Da ein „Bandmitglied“ in einer psychiatrischen Anstalt arbeitet, erhielt die „Band“ Zugang zu den Insassen und die Erlaubnis für ihre Aufnahmen. Eine simple Einverständniserklärung reichte hierfür aus. Allerdings wurden, vor allem im Zusammenhang mit Kindern, Anträge „gefälscht“ und Aufnahmen fingiert um die Zustimmung der Anstalt einholen zu können.

Die „Band“ spricht in einem Interview davon, dass die Insassen intelligenter als geistig gesunde Menschen seien, ihre Gedankengänge interessanter wären. Sie führen ein Leben in steter Angst und Schmerz, dies erfülle ihre Seele mit Verzweiflung, manchmal gar Hass und mit ihren Aufnahmen, könne man diese Emotionen, dieses Leid, oder eben den blanken Horror anderen Menschen zugänglich machen.

Doch hinter diesen, doch ziemlich harten, erschreckenden Worten, scheint mehr zu stecken, ein Nutzen für alle Beteiligten, wenn man es so nennen möchte.

Die Insassen, oder Mitwirkenden, werden zu nichts gezwungen, bei den Kindern sind auch die Betreuer dabei, alles worum die Kinder und die Erwachsenen gebeten werden ist so laut zu schreien wie sie können … Eine Form der Therapie, auch Schreitherapie genannt, welche bis heute, vor allem bei Kindern angewandt wird.

Doch auch Begleitgeräusche dieser „Therapie“ werden nicht gefiltert, so kratzt ein junges Mädchen während ihrer Schreie mit ihren Fingernägeln über den Holzboden … angeblich bis diese bluteten …

Ungefährlich war die Arbeit auch für die „Bandmitglieder“ nicht, so sind auf einem der vier Alben, Projekt Terror, Aufnahmen zu hören, welche entstanden als ein schizophrener Patient begann eines der „Bandmitglieder“ zu würgen … Auch diese Aufnahmen befinden sich ungefiltert auf dem Album.

Die letzte Platte Kolyma wirkt bei diesen Informationen fast normal, einige klassische Instrumente werden von den Schreien und Geräuschen Taubstummer begleitet. Auf diesem Album geht es (auch) um Chaos, sagt die „Band“ welche sich mittlerweile wieder aufgelöst hat.

Ihre Mission ist erfüllt … Drei ihrer vier Alben beruhen somit auf den wohl schrecklichsten wahren Begebenheiten welche man sich vorzustellen wagt …

 

… Damit ist Halloween eingeläutet, in den nächsten Geschichten wird es aber nicht mehr um Musik und Horror, sondern, unter anderem, um Werwölfe gehen …

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