Grausamkeiten in der Beziehung: Haare färben

Mein Blog, oder ich, „leidet“, oder erfreut sich, ein wenig an dem Phänomen das man mir, dem Wesen hinter dem Blog, lieber Private Nachrichten sendet als kommentiert. Dies ist nun allerdings keinesfalls als Vorwurf zu bewerten, immerhin freue ich mich über jede Nachricht, egal ob als Kommentar, Private Nachricht oder E-Mail, obwohl ich gestehen muss das mein E-Mail-Konto und ich gerade etwas auf Kriegsfuß stehen, da ich mich weigere meine private Telefonnummer für die Kontensicherheit preiszugeben.

Lange Einleitung, kurzer Sinn: Meine privaten Geschichten wären etwas erheiternd und im Rocktober wohl zu kurz gekommen. Ich bekenne mich schuldig. Allerdings ist bis gestern tatsächlich noch nicht viel Aufregendes im Rocktober passiert, abgesehen von den Konzerten.

Zumindest nichts was ich an dieser Stelle schon Preis geben würde, ich vermute Ende Dezember, nach Weihnachten wird es richtig lustig, bei dem geplanten Vorhaben kann und muss irgendwas schiefgehen, das ist wie die Erdanziehung, unvermeidbar.

Des Weiteren bekenne ich mich schuldig, dass der gestrige Halloween Beitrag ausgefallen ist, ich versprach sieben Tage Gruseln mit sieben Gruselgeschichten auf wahren Begebenheiten. Nun hätte ich eine private Gruselgeschichte, welche dann allerdings wohl eher die männlichen Leser Gruseln wird. Gestern Abend verdonnerte ich den Galan dazu mir die Haare zu färben.

Nun gut, verdonnern, der Galan lässt sich nicht verdonnern und das ist auch gut so. Kurzum bat ich ihn in der Früh salopp doch Latexhandschuhe mitzunehmen.

„Warum?“

„Ach … Du tönst mir heute Abend die Haare.“

„Ich?!?“

„Ja, Du“, meine Antwort mit breiten Grinsen und Augenaufschlag.

„Okay.“

Übrigens nicht das erste Mal das der Galan an meine Haare muss, da gab es den sagenhaft verrissenen Nacken, welcher mich an der Haarhygiene hinderte, oder die fehlgeleiteten Bauchmuskelübungen welche in einer derartigen Zerrung endeten, dass ich nicht einmal wirklich stehen konnte.

Aber auch nicht das erste Mal das er Färben musste, Ende August ergab es sich, dass mir für … irgendwas … weiße Haare, in Form einer Perücke, aufgesetzt wurden. Ich verliebte mich in diese Version von mir, nachdem auch der Galan von Beweisfotos angetan war und ich den Winter passend mit weißen Haaren begrüßen möchte, wurde der erste Bleichvorgang, überraschenderweise ohne Haarverlust oder dem gefürchteten Haarbruch, zu Hause durchgeführt.

Da ich hinten keine Augen habe und nicht einmal Wimperntusche ohne Sauerei auftragen kann, musste der Galan ran, ans Haar. Bereits das Anziehen der Packung beiliegenden Färbehandschuhe sollte für ihn zur Tortur werden, seine Hand wollte da einfach nicht reinpassen und schließlich rissen sie auch noch was bedeutete, dass er eine gewisse Menge des Mittels auf seine zarten Hände bekam.

Gemein wie ich bin erheiterte mich, während ich still aber eben nicht still vor ihm saß, der Gedanke, dass er nun eventuell Fleckvieh-Hände bekäme. Bekam er natürlich nicht.

Das Ergebnis war natürlich Orange/Rot/Kupfer irgendwas, wie immer, wenn man als Laie von Dunkel auf Hell färbt, damit hatte ich gerechnet. Weniger hatte ich damit gerechnet das sich in den letzten Jährchen doch auch einiges in der Frisör-Industrie (nennt man das so?) getan hatte, früher ging man zum Frisör, wenn man von dunkel auf hell wollte und ging nach dem ersten Mal (Färben) auch mit orangenen Haaren heim, erst beim zweiten Mal erzielte man dann ein Blond.

Heutzutage geht das auf einmal und wenn man die Haare, wie in meinem Fall weiß möchte, kann der Frisör gleich zweimal bleichen. ABER, genau was wäre das jetzt ohne ein ABER, wenn man sich die Haare daheim schon bearbeitet hat und der Frisör keine Ahnung hat was man da eigentlich veranstaltet hat, sieht er lieber davon ab, zwar waren meine Haare laut Aussage des Frisörs noch gut in Schuss, aber er traue sich nicht radikal zu arbeiten, da ich eben zuvor schon daheim gebleicht hatte.

Also dackelte ich mit bereits einigen weißen Strähnchen, dem Großteil aber „gelb“ wieder nach Hause, erst nächstes Monat werde ich mich einer erneuten Bleichprozedur hingeben, zwar wäre es nach zwei Wochen schon wieder gegangen, aber einerseits gefällt mir ein wenig Ansatz, zumal er mit weißlichen Haaren einen gräulichen Schimmer bekommt und andererseits hat auch der Geldbeutel ein gewaltiges Mitspracherecht.

Da Silbershampoo, dieses lila Teufelszeug, einfach nur Gift für die Haare ist, suchte ich nun, nachdem sich die Tönung, welche über die „gelben“ Haare gelegt wurde ausgewaschen hat, nach einer Tönung für zu Hause, ich habe eine vegane gefunden, werde sie hier trotzdem nicht propagieren.

Gestern Abend war es nun soweit, nachdem wir unseren Broterwerb beendet hatten und der Galan gegen halb acht am Abend, während ich eigentlich gerade am Tippen für den tatsächlichen Gruselbeitrag war, heimkam, ging es gegen dreiviertel acht los.

„Ich glaub wir müssen das schnell, aber gleichmäßig machen.“, meine wenig hilfreiche Anweisung, besonderes Augenmerk sollte man wohl auf das „wir“ lenken, ich sitz ja eigentlich nur rum und mecker wenn mir der Galan mal wieder eine farbige Strähne ins Gesicht klatscht. Tatsächlich habe ich von der ersten Bleichaktion einige kupfrige Härchen in den Augenbrauen. Der gestrige Farbton war übrigens Blau, was allerdings keine Blauen, sondern gräuliche Haare ergibt, was mich schwer fasziniert.

„Wieso ziehst du denn jetzt die Handschuhe aus?“, frage ich nachdem die letzte Strähne, nach gut einer Stunde eingepinselt ist.

„Da muss ja noch Frischhaltefolie auf den Kopf“, beantworte ich seine stumme Frage, welche er mittels einem verständnislosen Blick äußert.

„Ach Gott, ich hab das ja noch nie gemacht.“

„Ähm, doch vor etwas mehr als einem Monat.“

„Das war ja färben, nicht tönen“

Ich erkenne Frauen- und Männerlogik kollidieren gerade, besonders jetzt als es darum geht die Haare nach oben zu tüddeln.

Nachdem ich mein Gesicht entschlumpft habe, da mir natürlich keine blauen Strähnen ins Gesicht klatschten, was ich nicht murrend kommentierte, setzte ich mich mit Frischhaltefolie und Mütze zu ihm auf die Couch.

„Mist, ich muss den Gruselbeitrag für heute noch fertigmachen.“

„Ach bleib bei mir, das war genug Grusel für heute.“, sagt er mit Blick auf meine Mütze …

Nach diesem doch nicht so gruseligen und minder erheiternden Exkurs über das bisher aufregendste, private, Erlebnis im Rocktober, verspreche ich für einen der nächsten Tage gleich zwei Gruselbeiträge …

Ein gutes hat es allerdings, ich freue mich jetzt schon auf graue Haare im Alter, irgendwie gefällt mir das, nur der Gedanke jetzt regelmäßig Haare zu färben und zu Tönen bereitet dem Galan Gänsehaut … Ich glaube das liegt an meiner Fähigkeit zur Stille, im still sitzen und still sein bin ich irgendwie eine Niete …

11 Kommentare

  1. Die paar Male als ich mir selber die Haare getönt oder gefärbt habe, war es meist scheckig (und meine Umwelt auch – vor Lachen). Inzwischen bin ich mehr grau als meliert – aber irgendwie mag ich es. Wobei ich von weißblond noch träume (obwohl ich auch das als jüngerer Mensch mal hatte, wie eigentlich so fast jede Haarfarbe außer pink) ….

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    • 😀 Ich würde auch schreiend davonlaufen würde mich jemand darum bitten 😀 Der Galan ist echt ein spezielles Exemplar – da hab ich einen Glücksgriff gelandet.
      Bis heute hab ich mir meine Haare noch nie gefärbt, hier und da mal „Highlight“ (glaub ich nennt man das) also so hellere und dunklere Strähnchen beim Friseur, damit die Stufenschnitte besser rauskommen, dass wars … Der Galan hatte mal blaue Haare und davor Strohblond, davon gibt es aber leider keine Bilder

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  2. Herrlich! Ihr zwei erinnert mich an Mister RoadTrip und mich! 😂 Ich hab zum Glück auch so ein Prachtexemplar von Mann, der mir hin und wieder die Haare färbt. Meist zu den unmöglichsten Zeiten. Sonntags oder Abends um 22.00 Uhr oder… und ich unbedingt eine neue Haarfarbe will! JETZT, SOFORT!😁

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    • Mein Freund (der Galan) und ich wundern uns ehrlich gesagt etwas, kannst Du das näher ausführen?
      Er ist doch nicht distanziert wenn er mir bei Krankheit die Haare wäscht oder aus meiner Laune heraus die Haare färbt 🙂 Und ungewöhnlich? Natürlich breite ich nicht unsere gesamten Unterhaltungen in einem Artikel breit – das würde manchmal den Rahmen sprengen – 🙂

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  3. Die Ergebnisse hätte ich gerne gesehen. 😀
    Ich bin da ja leicht geschädigt, meine Ma ist Frisörin und ich da immer sehr kritisch, wenn jemand zu Hause was versucht. Ich selbst lasse Muttern ran.. zum dunkel tönen. Für alles andere schickt sie mich zu den Profis, sie selbst ist schon zu lange aus der Praxis, als dass sie Strähnchen ziehen würde.

    Ich finde den Trend sich die Haare im jungen Alter grau zu färben immernoch ein bisschen.. hm… merkwürdig.
    Und „Wasserstoffblond“ gehört wirklich vom Frisör gemacht, ich hab schon Exemplare gesehen, die leuchteten fast im Dunkeln, weil sie es selbst gemacht haben.
    Respekt aber dafür, dass du so cool mit dem Orange umgegangen bist. Da gibt es auch Menschen, die da nicht hätten drüber stehen können :D.

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    • 😀 Ich bin wieder Dunkel – definitiv besser und habe Glück das meine Haare das überlebt haben – circa 5 Cenitmeter sind nur ab und die hätten so oder so weg geschnitten gehört. Vielleicht lad ich mal Bilder vom Endergebnis hoch – von dem Orange hab ich leider gar keine – ich fand das sehr interessant (mit dem Orange) … vielleicht bin ich es auch „gewöhnt“ weil meine Haare von Haus aus einen rötlich/orangenen Schimmer haben (sie sind auch irgendwas zwischen Dunkelblond und Schwarz – gescheckert … (Natürliches Balayage quai)

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