112 Ocean Avenue, Amityville, New York oder: Amityville Horror, eine wahre Geschichte

Es soll einer der bekanntesten Fälle von Ed und Lorraine Warren werden, jenem Ehepaar welches wir bereits gestern Abend kennengelernt haben. Zugegeben kamen sie gestern Abend nicht gut weg, aber das passiert nun Mal, wenn Menschen, welche sich als ernsthafte Geister- und Dämonenforscher ausgeben, einen Autor beauftragen und ihn anweisen eine widersprüchliche Geschichte einfach nur so gruselig wie möglich zu machen. Werfen wir also einen weiteren Blick auf das Paar im Zusammenhang mit einer ihrer Fälle.

Vermutlich in der Nacht vom 12. auf den 13. November erschießt Ronald DeFeo seine Eltern und vier Geschwister, in ihrem Haus auf Long Island, genauer Amityville. In den frühen Morgenstunden des 13. November läuft er aufgebracht in eine Bar und ruft aus, dass er Hilfe bräuchte da seine Eltern erschossen wurden.

Während des Gerichtsprozesses versucht sein Anwalt auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren, Ronald DeFeo hätte Stimmen gehört, welche ihn zu dieser Tat angestiftet hätten. Das Gericht schenkt diesen Aussagen jedoch keinen Glauben, da es eindeutige Beweise gab, dass die Tat geplant und wohlüberlegt durchgeführt worden war.

Gar ein Mittäter wurde vermutet, da keines der Familienmitglieder versucht hatte zu fliehen, die lauten Schüsse hätten andere Familienmitglieder aufwecken müssen.

Im Dezember 1975 soll das Ehepaar Lutz mit ihren drei Kindern in das Haus einziehen, 28 Tage später verlassen sie es fluchtartig wieder. Als Ed und Lorraine Warren mit einem Team im Februar 1976 das Haus betreten, sollen sie sämtliche Habe der Lutz dort vorfinden. Zeitungen lagen noch auf dem Tisch und selbst der Kühlschrank war prall gefüllt.

Eine Reihe paranormaler Ereignisse soll die Lutz vertrieben haben, so wäre der Vater, George Lutz, jeden Tag um 3:15 aufgewacht und wäre zum Bootshaus gegangen, die angebliche Tatzeit der DeFeo Morde.

Ein kleiner roter Raum wurde gefunden, angeblich hätte der Hund sich niemals in der Nähe dieses Raumes aufgehalten, später wird vermutet das dort okkulte Rituale stattgefunden hätten.

Schließlich erzählt die jüngste Tochter von einem imaginären Freund, einem schweineähnlichen Wesen mit glühenden Augen. Am Morgen des 25.Dezembers soll George, welcher soeben vom Bootshaus retour kam, das dämonische Wesen im Zimmer seiner Tochter gesehen haben.

Ein katholischer Priester wird zur Hilfe gerufen, ihm soll eine unsichtbare Präsenz auf die Finger geschlagen haben, zudem soll sie ihn aufgefordert haben zu verschwinden, mittels Sprache.

Fenster und Türen hätten geächzt oder wären zugeschlagen worden, eine Tür sei gar aus den Angel gerissen worden.

Egal wie sehr George Lutz einheizte, das Haus schien sich nicht zu erwärmen. Als die Mutter die Fenster im Zimmer ihrer fünf jährigen Tochter schließen möchte, sieht sie rote Augen, welche sie anstarren. Später soll sie Kratzer auf ihrer Brust haben.

Schließlich möchte der Vater hufabdrücke im frischen Schnee vor dem Haus gefunden haben, wobei die Vorderbeine gefehlt haben sollen … Ed und Lorraine Warren sollen während ihrer Untersuchungen im Februar 1976, welche von Channel 5 begleitet werden, angeben das sich das Haus auf dem „Irrenhaus“ der Shinnecock Indianer befände, hier wären verrückte Mitglieder des Stammes isoliert und später zu Tode gekommen … Autor Jay Johnson, ebenfalls vom Paar Warren beauftragt soll schließlich die Geschehnisse in The Amitiyville Horror, a true Story, niederschreiben.

Doch was geschah nun wirklich? Am 16 Februar 1976 kontaktiert George Lutz den Leiter des parapsychologischen Institutes von Amerika, Dr. Stephen Kaplan. George Lutz erfragt wieviel eine Untersuchung des Hauses kosten würde. Kaplan erteilt Auskunft das die Untersuchung kostenfrei wäre, aber sollte es sich um einen Scherz handeln würde er dies der Öffentlichkeit auch so mitteilen.

Einige Tage später soll George Lutz den vereinbarten Termin mit Dr. Kaplan absagen, er möchte kein öffentliches Interesse auf das Haus oder die Familie lenken.

Verdutzt soll Dr. Kaplan einige Tage später das Paar Warren auf Channel 5 mit einer Reportage über dieses Haus und die Familie Lutz sehen, er wird misstrauisch und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren.

Persönlich besucht er ebenfalls das Haus und stellt unter anderem Fest, das der rot ausgemalte Nebenraum lediglich ein Zugang zu den Rohren des Hauses war, ein solcher Zugang wurde in der Errichtungszeit 1924 üblicherweise auch gelegt, um Reparaturkosten niedrig zu halten.

An sämtlichen Fenster, Wänden oder Türen konnte er weder Beschädigungen, noch Ausbesserungen feststellen, was aber der Fall sein müsste nachdem mindestens eine Tür aus den Angeln gerissen worden war.

Obwohl die Familie Lutz wohl Hals über Kopf aus dem Haus geflohen war, hätten sie einen Tag nach ihrer Flucht einen Garagenverkauf abgehalten. An dem Datum, an welchem George Lutz die Hufspuren im Schnee gefunden haben wollte, lag nachweislich kein Schnee und zusätzlich wurde auch kein einziges Mal die Polizei gerufen.

Selbst den Priester, welchem angeblich auf die Finger geschlagen wurde konnte Kaplan ausfindig machen, er habe das Haus ohne besondere Zwischenfälle gesegnet.

Zu guter Letzt, gab es natürlich Indianer auf Long Island, das Gebiet um Amityville gehörte allerdings zu den Massapequas, Aufzeichnungen über indianische „Irrenhäuser“ oder Orte an welchen Indianer „Sonderlinge“ verbannten gäbe es keine.

Doch nach der Buchveröffentlichung 1977 von Jay Johnson, hatte Dr. Stephen Kaplan die Familie Lutz, das Paar Warren und die gesamte Öffentlichkeit gegen sich, niemand wollte nun mehr hören, dass diese Geschichte lediglich Humbug war. Erst 1995 soll sich ein Verleger für die Gegenbeweise von Dr. Stephen Kaplan finden.

Erstaunlich wenn man bedenkt das bereits 1979 William Weber, einer der Strafverteidger von DeFeo, in einem Radiointerview zugab Teil dieses Scherzes zu sein. Die Geschichte sei bei einigen Gläsern Wein zwischen ihm und George Lutz entstanden, sein Motiv? Als Anwalt von DeFeo hoffte er auf eine Neuverhandlung, mit der Begründung das es eben in dem Haus doch dämonische Geister und somit Stimmen gab. Der Familie Lutz wäre es ums Geld gegangen.

Warum William Weber alles aufklärte? Er hatte nie seinen versprochenen Anteil aus den Buchrechten gesehen.

Bild Pixabay von tpsdave

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