Halloween, autonome Fahrzeuge und Männergrippe

Montag, drei Uhr am Nachmittag, einige Stunden bevor die ersten verkleideten Kinder auf der Jagd nach Süßem ausschwärmen sollen, fahre ich von meinem Broterwerb nach Hause. Die Männergrippe, welcher der Galan letzten Donnerstag angeschleppt hatte, hielt mich fest im Griff.

Was am Morgen, desselben Tages, sich lediglich mit einem leichten Kratzen im Hals, etwas Niesen und einem dumpfen Kopf angekündigt hatte, war im Laufe des Tages zu einem Dauerhusten und einer laufenden Nase geworden. So lief wenigstens irgendetwas, mein morgendlicher Lauf, flankiert von den hündischen Damen des Hauses, war nämlich aufgrund erwähnter Symptome ausgefallen.

Nun, lediglich drei Tage später, bemerke ich erneut wie sich das nicht begehen eines Laufes sich täglich mehr auf mein Gemüt schlägt, allerdings werde ich wohl noch einige Tage pausieren, damit sich das Ganze nicht auf mein Herz schlägt. Außerdem sind Nase, Oberlippe und alles dazwischen offen, würde ich laufen und schwitzen, würde es für die untere Hälfte meines Gesichtes relativ unangenehm werden.

Extra weiche Taschentücher, welche sich tatsächlich seidig weich anfühlen, ab der dritten Packung reicht dies offenbar nicht mehr. Oder? Gibt es da draußen irgendjemand der einen richtig üblen Schnupfen ohne Abschürfungen vom Naseputzen übersteht?

Dennoch hatte ich Glück im Unglück, erwähne ich nachdem ich mal wieder einige Absätze gemeckert habe. Normalerweise sucht mich einen Tag nach den Abschürfungen die eine oder andere heftige Fieberblase auf den Lippen auf, dies blieb mir diesmal offenbar erspart. Aber man soll den Tag nicht vor den Abend und somit wohl die Heilung nicht vor der Gesundung loben.

Jedenfalls zog ich nach meiner Ankunft in unserem Domizil sämtliche Vorhänge zu und rollte mich auf der Couch an den Galan gekuschelt ein, dies soll auch so ziemlich das Letzte sein was ich von Montagnachmittag und Abend wissen soll.

Dienstagmorgen, ein Feiertag, erwachte ich auf der Couch und fühlte mich wie Gras im dritten Magen (von vier) einer Kuh. Allerdings hatte ich am Samstag der anderen Version, der reiferen Version von mir, oder kurzum der Schwester der reiferen Version von mir und somit meine Tante wobei ich hier Tia anstatt Tante sage, versprochen bei den Klogen, wie ich meine Eltern nenne, vorbeizuschauen, da am Mittwoch besagte Tia wieder in ihre Heimat reisen würde, jener Ort der anno dazumal Turicum hieß.

Vorerst bedeutete dies allerdings, dass der Galan und ich unser heimisches Domizil verlassen mussten, was vorläufig meine Stimmung drückte, da der Galan allein mit den hündischen Damen des Hauses unterwegs war.

Wenig später sollte ich allerdings etwas amüsiert werden, da sich wohl ein Auto auf dem Gästeparkplatz unserer Anlage selbstständig gemacht hatte und anstatt dem Asphalt die Botanik zum Parken vorzog. Ein wenig erheiterten mich auch die Nachbarn, welche nachfragten ob wir wissen würden, wem das Fahrzeug gehören würde, die Handbremse sei nicht angezogen, vielleicht würde der Wagen ins Rollen kommen … Dachten die wirklich der Wagen sei so absichtlich abgestellt worden? Meine Vermutung war von Anfang an, dass der Wagen aufgrund des abschüssigen Geländes und eines „fehlerhaften“ Abstellvorgangens (keine Handbremse, kein Gang eingelegt), in dieser Position gelandet war.

Das Essen, bei den Klogen, sollte sich für mich etwas schwierig gestalten, denn entweder lief meine Nase, ich nieste oder ein Hustenanfall beutelte mich.

Obwohl die reifere Version von mir in ihrer grenzenlosen Fürsorglichkeit einige Male mit ihrem Finger auf meine wunde Nase klopfte, um ein Niesen zu verhindern, was überhaupt nicht unangenehm war, sollte ich am späteren Nachmittag schließlich doch noch in meinen Kaffee niesen … Aber wenigstens hatte ich etwas erhalten was ich, spätestens im Dezember brauchen würde, ja da ist er wieder der Dezember, da wird etwas passieren, viel besser als Männergrippe, aber sicher nicht minder katastrophal.

Erneut sollte ich diese Nacht auf der Couch schlafen, weil Stufen ein unüberwindbares Hindernis für mich darstellten, aber selbst wenn ich nicht krank bin, bekommt man wohl eher einen Stein munter als mich, schlafe ich auf der Couch ein, bleibe ich auch meistens auf der Couch, wobei ich die netten Anfragen des Galans ihn doch rauf ins Bett zu begleiten am liebsten mit Aliensprache oder geknurre quittiere.

Die hündischen Damen belgeiten den Galan gerne nach oben, wo vor unserem Bett dasselbe Hundebett steht, wie unten vor der Couch, kurzum, ja ich nehme es den hündischen Damen des Hauses übel, dass sie mich nun öfter ebenfalls in der Nacht nach oben verlassen.

Shadow hat mich allerdings noch so lieb, dass sie mich in derselben Nacht noch dreimal aufwecken sollte, irgendwann wachte ich auf und hörte ein verdächtiges Geräusch, ich mühte mich hoch, schaltete das Licht ein und sah das sich Shadow neben dem Couchtisch übergeben hatte … Als sie feststellte das ich mit der Reinigung beschäftigt war, verzog sie sich wieder nach oben … Dies passierte gegen halb zwei.

Kurz vor vier sollte ich erneut, aufgrund desselben Geräusches aufwachen. Diesmal hatte sie sich allerdings zweimal übergeben, einmal neben dem Couchtisch und einmal davor, was ich nicht sah, weshalb ich dort, auf dem Weg zu den Reinigungsmitteln hineinsteigen sollte.

Mit laufender Nase und pochendem Schädel sollte ich nun auf einem Bein ins Bad hüpfen, da sich mein Magen ob des tollen … Fußbades … gehörig umdrehte. Als ich mit gewaschenem Fuß und Reinigungsutensilien wieder aus dem Bad herauskam, war Shadow schon wieder nach oben gegangen …

Am nächsten Tag bekam ich nicht einmal mit das der Galan zu seinem Broterwerb aufgestanden und aufgebrochen war. Stellte dafür aber fest, dass ich Wäsche waschen sollte …

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Allerdings hatte ich darauf überhaupt keine Lust, nachdem die Waschmaschine nach wie vor leckt, da nach wie vor noch keine Zeit war einen Installateur zum Erneuern der Installationen herbei zu bitten, hätte dies bedeutet das ich den Tiefkühlsack, welcher das falsch laufende Wasser auffängt nach einiger Zeit ausleeren hätte müssen und nebenbei ihre Freiheitsliebe bekämpfen hätte müssen.

Während sie die Wäsche wäscht, habe ich am liebsten die Badezimmertüre zu, letztens hatte sie dann plötzlich gegen die Türe geklopft und wäre wahnsinnig gerne in die Küche spaziert …. Ob sie mir am Montag Süßigkeiten gesammelt hätte … Hm?

Übrigens kam ich vor einigen Wochen ganz unspektakulär drauf, dass die Waschmaschine leckte, von einer Überschwemmung wurde ich verschont, allerdings fiel der Schutzschalter kurz nachdem sie das erste Mal abgepumpt hatte, das Wasser war in die Steckdose geronnen … Juhu … Steckdosen trocknen ist lustig.

So rollte ich mich mit den hündischen Damen des Hauses auf der Couch ein, wobei ich, fröstelnd, nicht wenig von ihrer Körperwärme profitierte und die Beiden es genossen einfach nur bei mir zu liegen oder den rebellierenden Bauch gekrault zu bekommen.

Apropos, weil ich hier und da gefragt werde, müssen sich die hündischen Damen des Hauses übergeben, wird ihr Wassernapf mit Käsepappeltee gefüllt … Je nach Befindlichkeit gibt es am nächsten Tag dann mal Reisschleim, halb Wasser halb Milch, oder Zwieback …

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