Inspiriert vom Atlantis Mythos – Part II: Die Löwenstadt

Etwas länger ist es her seit ich von fernen Orten berichtete. Bereits im Mai 2016 widmete ich einen Beitrag Städten welche von Wasser verschluckt wurden. Wir widmeten uns dort, unter anderem, der ehemaligen Piratenstadt Port Royal, welche einem Erdbeben zum Opfer fiel, aber auch absichtlich gefluteten Gebäuden und Städten wie dem italienischen Dorf Gaun … Heute wandern wir nach China.

Während der späten Han-Dynastie, auch östliche Han-Dynastie genannt, kommt es zu Verschiebungen im Volk. Entwurzelte Bauern, welche auch als Nomaden galten, suchten nach neuem Land. Viele zogen vom Norden in Richtung des Roten Beckens und den Ufern des Jangtsekiang.

So entsteht im Jahr 208 die Stadt Shi Cheng, Löwenstadt. Eine Stadtmauer und Straßen wurden errichtet, kunstvoll verzierte Häuser und mehrere strahlend weiße Tempel schmückten die Stadt welche von den Fünf-Löwen-Bergen umrahmt wurde.

2001 und somit 1.793 Jahre später, begeben sich Taucher im aufgestauten Qiandao-See ins Wasser, sie waren etwas weiter raus gefahren um ihre Ruhe zu haben und natürlich auch neue Unterwasserwelten zu entdecken. Schließlich soll es ihnen aber die Sprache verschlagen, 30 Meter unter der Oberfläche entdecken sie Häuser, Tempel, Stadttore und Straßen.

Während ihrem Tauchgang erkunden sie einige Gebäude und stellen fest, dass selbst Möbel noch auf ihren Plätzen stehen, selbst Holzvertäfelungen und Geländer noch erhalten waren. Kurzum: Die gesamte Stadt relativ gut erhalten war.

42 Jahre zuvor, 1959, beschließt die chinesische Regierung in Xin-An-Jiang ein Wasserkraftwerk zu errichten, die Löwenstadt muss dafür geflutet werden …

Chinas Atlantis wird nun jedoch nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten, es gibt mittlerweile geführte Tauchtouren zu der Stadt.

Aber auch für Nichttaucher bietet der See der tausend Inseln einen interessanten Trip, durch das hügelige Gelände erheben sich mehrere, namensgebende, kleine Inseln aus dem See, ein Paradies für Vögel und Affenarten. Die Wassertemperatur des 573 Kubikmeter großen Sees beträgt übrigens konstant 25 Grad …

4 Kommentare

  1. Ich kenne nur das Edersee-Atlantis. Damals musste auch eine Stadt geflutet werden, damit der Stausee entstehen konnte. Ab und zu kommen die Ruinen raus, wenn der See mal wieder durch einen heißen Sommer Wasserarmut hat. Dann kann man die Brücke überqueren.

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  2. Irgendwie hat es auch immer etwas gruseliges, wenn ganze Orte der Industrie oder ähnlichem weichen müssen.
    Ich bin in letzter Zeit öfter im Rheinland unterwegs gewesen und da mussten und müssen ganze Dörfer und Städte dem Tagebau weichen. Wir sind durch einige Dörfer hindurch gefahren, die schon umgesiedelt wurden. So ein verlassener Ort ist traurig und schaurig und der Gedanke, dass dort in ein paar Jahren nichts mehr steht irgendwie beklemmend.

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