Flippers Flipper oder: Freaky Friday

Es war Freitag, genauer letzten Freitag, noch genauer der 25. November, als ich am Weg oder doch der Fahrt zum Broterwerb feststellte das Flipper, mein treues Gefährt, irgendwie schwammig in Kurven wirkte. Die Außentemperaturen befanden sich unter Null Grad, gut möglich also, dass ich mit einer Flosse, oder doch Reifen, Flippers lediglich etwas ins Rutschen gekommen war.

Nachdem Flipper vor dem Broterwerb abgestellt war, begutachtete ich, sehr oberflächlich wie ich gestehen muss, kurz die Flosse, oder eben Reifen, welche mir verdächtig vorgekommen war. Anstatt die Flosse, oder den Reifen, näher unter die Lupe zu nehmen, erheiterte ich mich selbst mit dem Gedanken das die Brustflossen eines schwimmenden Säugetieres eben tatsächlich Flipper heißen und ich somit soeben Flippers Flipper beäugte … Ja manchmal bin ich sehr leicht zu erheitern, meist sind die Gedanken aber auch etwas witziger als ich es schaffe sie rüberzubringen.

Freitage sind toll, von Montag bis Donnerstag verbringt man, oft auch im Sommer sämtliche hellen Tagesstunden beim Broterwerb, aber am Freitag, da erlaubt es einem die Gleitzeit um Punkt zwölf „Tschühüs und schöhönes Wohochende“ zu sagen.

Letzten Freitag war das natürlich nicht so, weil sich der Jahresabschluss nähert, Broterwerbstechnisch ist mir der Jahresbeginn deutlich lieber als der Jahresabschluss; Auswertungen, Inventuren, Listen, Kalenderdeckblätter designen das Ganze dann in Druck geben und bestellen … und ich wage es kaum zu sagen: Budget, mein jährliches Unwort des Jahres.

So passierte etwas an jenem Freitag was mich davon abhielt wie gewohnt zwischen eins und zwei, zwölf ist mir dann doch zu früh, meinen Broterwerb zu verlassen. Blöd, der Galan und ich hatten uns wie so oft am Freitag ausgemacht gemeinsam, im heimischen Domizil, ein verspätetes Mittagessen einzunehmen, das Frühstück war verdaut, ich bekam Hunger und damit miese Laune.

Mittlerweile war es dunkel draußen geworden, was hierorts gegen vier Uhr am Nachmittag passiert. Kurz darauf gegen viertel fünf, sollte ich, wie einige andere Teilnehmer einer kurz einberufenen Besprechung, den Broterwerb verlassen … Habe ich schon erwähnt das ich für unser Broterwerbsgebäude keinen Schlüssel habe? Nein, nun gut.

Ich wendete Flipper wie üblich und lies meinem Kollegen, welcher am Parkplatz gegenüber parkte, hauptsächlich aus Bequemlichkeitsgründen, die Vorfahrt. Kaum war er ausgeparkt gab auch ich Stoff nur irgendwas stimmte da überhaupt nicht.

Missmutig drehte ich die Musik leiser und stellte fest das ich mir ein Rumpelgeräusch nicht eingebildet hatte, wenige Meter hinter meinem Kollegen schaltete ich die Warnblinkanlage ein und fuhr rechts an … Mein Kollege fuhr unbeirrt weiter … Vorerst dachte ich, dass ich irgendeinen Stecken oder vielleicht auch andere Teile mitschleifte, immerhin flog Flipper und mir schon mal eine Maurerkelle auf der Autobahn entgegen, welche lautstark ein Cut in die Stoßstange geschlagen hatte um dann einige Meter bis zum Pannenstreifen mitgeschleift wurde.

Unter Flipper musste ich nicht mehr schauen, kaum war ich ausgestiegen, sah ich den hinteren Flipper von Flipper und durfte feststellen das er platt war, mein Magen knurrte …
„Warum!!!“ schrie ich mit hoch erhobenen Händen, und lies mich spaßeshalber auf meine Knie sinken, fast filmreif, ich sollte mir solche Showeinlagen für Orte aufheben an welchen sich andere Menschen befinden, die selbige auch sehen können. Der Hase am Feld schien erstaunt aber nicht erheitert …

Allerdings erheitert mich dieses Bild von mir in der Pampa Warum schreiend noch immer … Weniger erheiterte mich der Umstand, dass ich nun feststellen durfte das es feucht war, die Straße und somit auch meine Hose.

Langsam rollte ich zum Broterwerbsgelände zurück und informierte dabei den Galan, dass ich ihm aufgrund von Feuchtigkeit (des Wetters!), sehr schlechten Lichtverhältnissen, der Tatsache das jetzt kein Reifenhändler mehr offen hätte, mein Reserverad nur bis 80km/h tauglich ist und ich verdammt hungrig war überaus dankbar wäre würde er mich abholen, um den platten Reifen würde ich mich am Montag kümmern.

In meinem Kopf war das simple, Flipper sehnte sich nach einer großen Überprüfung, wobei diverse lebenswichtige Teile getauscht werden müssten, die Werkstatt meines Vertrauens würde ihn zum Service abholen, einen Leihwagen mitbringen und dabei auch gleich den Reifen flicken oder bei Bedarf tauschen.

Pustekuchen, Montagmorgen, nachdem der Galan so freundlich war mich bei meinem Broterwerb, welcher öffentlich übrigens nicht zu erreichen ist, abzusetzen, rief ich bei der Werkstatt meines Vertrauens an und erfuhr, dass diese für die kommende Woche voll war und sie auch keinen Leihwagen für mich hätten. Sie wollten sich aber bemühen dies bis Dienstag, also binnen eines Tages, zu ändern.

Nun konnte ich mich am Montag zeitlich nicht um Flippers Flipper kümmern, die Nachwehen von Freitag hatten eingesetzt. Mithilfe einiger hastiger geschriebener Mails und einem sehr lieben Freund, konnte ich mir einen Leihwagen für einen Tag organisieren, der Galan und ich können aufgrund der hündischen Damen des Hauses eben nicht exakt zeitgleich beim Broterwerb verweilen.

Mittlerweile war es Dienstag geworden, der Galan hatte späten Dienst, also machte ich mich zeitig auf den Weg zum Broterwerb, wo mich nun das krasse Gegenteil erwarten sollte, so hektisch Freitag und Montag gewesen waren, so ruhig war nun Dienstag, klar gab es Arbeit, aber ich konnte mir gegen Mittag etwas mehr Zeit, während der Mittagspause, raus schinden um mich Flippers Flipper zu widmen.

dsc_1588

Bei Tageslicht konnte schnell eine Schraube als Übeltäter ausgemacht werden, wie Dampfbloque richtig geraten hatte, nachdem er die dezente „Werbung“ auf meiner Facebook-Seite gesehen hatte. Ein Reifenhändler befand sich vier Minuten vom Broterwerb entfernt, einfach Ersatzreifen drauf und hinfahren, natürlich hatte ich vorher angerufen, ob sie flicken würden beziehungsweise im Notfall zwei passende Reifen für Flipper hätten.

Bevor ich den Ersatzreifen groß beäugt hatte, stand ich auch schon auf dem Schraubenschlüssel und versuchte die Schrauben der Felge zu lösen, ein gemeines Unterfangen, zumal ich das kalte Metall nicht warmbremsen konnte. Das ist nämlich mein Geheimtipp für Frauen. Kalt zieht sich zusammen, warm dehnt sich aus. Vergesst ganz schnell mit einem Hammer oder Stein auf das Radkreuz einzuschlagen. Einfach etwas warmbremsen und dann (VORSICHTIG!) aufs Radkreuz mit einem Fuß und „aufwippen“, gegen den Uhrzeigersinn, versucht einen Ruck zu erzeugen, wie man es bei den Männern oft sieht die dafür offenbar alle genug Kraft in den Armen haben … Niemals mit beiden Füßen, dass Radkreuz kann Euch wenn es aufgrund des Druckes abfliegt eine ordentliche Macke ins Schienbein oder eigene, eventuell auch fremdes, Fahrzeug hauen.

Ich mühte mich da also, wippend, etwa fünf Minuten ab, mit Flippers kalten Schrauben, kaum hatte die erste nachgegeben kamen zwei Kollegen, welche mich vor ihrem Bürofenster gesehen hatten, breit grinsend hinzu und lösten, binnen einer Minute, die Felge … Inklusive Ersatzreifen montieren hatten sie drei Minuten gebraucht … Peinlich, peinlich, oder so.

Jetzt wurde es richtig toll, dem Ersatzreifen mangelte es seinerseits ebenfalls etwas an Luft, was mich zusätzlich etwas erleichtern lies, dass ich mich am Freitag gegen einen Wechsel bei schlechten Wetter- und Lichtverhältnissen entschieden hatte. Die nächste Tankstelle befindet sich gute fünf Kilometer entfernt, wobei eine Landstraße befahren werden muss …

Also ging ich wieder hoch auf meinen Platz und rief in unserer Werkstatt an, ob wir nicht einen Kompressor hätten, der Lust hätte Flippers Ersatzflipper aufzupusten, wir hatten … Juhu …

Glücklich konnten wir nun, nach dem Besuch bei dem Reifenhändler, wieder gemeinsam in den Mondaufgang fahren … bis Montag, da kommt Flipper zu seinem Service und ich zu einem Leihwagen …

Da fällt mir übrigens ein, eine Warnweste habe ich noch immer nicht in Flipper …

 

2 Kommentare

  1. Das passiert mir in letzter Zeit irgendwie auch „ständig“. Zuerst war bei Freunden und Familie ständig ein Nagel im Reifen, dann war einer von meinen platt und die Luft ging langsam raus… jetzt am Samstag ist einer komplett geplatzt. Was da los?! xD

    Gefällt 1 Person

    • Dampfbloque hat gemeint dadurch das die Straßen weniger gefegt werden fährt man sich schneller etwas ein. Damit scheint er recht zu haben – ich sehe öfter diese „Autobahnrasenmäher“ aber Straßenfeger hab ich schon ewig keinen mehr fahren gesehen …

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s