Wir ziehen um: als der Kasten beinahe Shadow erschlug

Hier und da hatte ich es angedeutet, im Dezember würde etwas passieren, etwas das sicher für die eine oder andere Erheiterung sorgen würde. Die Katze ist somit aus dem Sack, wir kehren dem Kleingarten den Rücken.

Persönlich freue ich mich das sich alle Räume des für uns neuen, aber dann doch älteren, Domizil, auf einer Ebene befinden, abgesehen vom Keller, wobei es sich in Zukunft nicht mehr um einen Zubau von 11 m², welchen man von außen begehen muss, sondern um einen tatsächlichen unterhalb des Häuschens, handelt, welchen man über eine Treppe innerhalb des Häuschens, versteckt hinter einer Tür, erreichen kann.

Dies bedeutet allerdings auch das ich in Zukunft wohl weitere Fluchtversuche der Waschmaschine erst bemerken werde, wenn ich die Wäsche aus dem Keller hole. Apropos Keller, ebenfalls freue ich mich darüber, dass sich im Keller ein weiteres Null-Null – eine Toilette – befindet, tatsächlich hat mich dieser Umstand bei der ersten Besichtigung im September sehr erheitert.

Nachdem wir uns, nach einigem Überlegen und verhandlungstechnischen Hin und Her, dazu entschlossen dieses Domizil in Zukunft zu bewohnen, gilt es nun das Domizil herzurichten. Beinahe erschrocken stellte ich kürzlich fest, dass die hündischen Damen des Hauses ihren fünften Umzug mit mir begehen werden. Vorerst wohnten wir in einer kleinen Mietwohnung, dann zogen wir in eine kleine Untermietwohnung am Land – mit Garten, dann nochmals in eine kleine Mietwohnung und schließlich in unser Domizil im Kleingarten.

Nun kommen Erinnerungen, aber auch Ermahnungen in mir hoch … aber ich erspare Euch hier nun einen Monolog über Leid und Freude … wie Tränen der Trauer über Verlust zu Tränen der Freude wurden … Kurzum Danke an dieser Stelle an …

Sammeln … Jedenfalls liefen meine bisherigen Umzüge immer relativ chaotisch und schnell ab, diesmal funktioniert schnell nicht, der Galan drückt, neben seinem Vollzeit-Broterwerb, die Schulbank, die hündischen Damen des Hauses möchten versorgt und ausgelastet werden und auch ich bestreite meinen Vollzeit-Broterwerb. So begannen wir eben schon Anfang November erste Maßnahmen für den Umzug zu setzen, wobei man die Unterstützung der Klogen, wie ich meine Eltern nenne, nicht unterschätzen darf!

Tati, wie ich meinen Vater nenne, rodet tatkräftig und meist im Alleingang die toten Bäume im Garten, bevor diese zum Problem werden. Die reifere Version von mir unterstützte ihn dabei, vor allem bei einem großen Nussbaum, nach Kräften. Das benötigte Heizöl nahmen sie für uns in Empfang und auch den von uns ausgesuchten Boden holten sie aus dem Möbelhaus ab, da ich eine Notfallbesprechung hatte und der Galan eine Vorlesung besuchen musste.

Auch den Abtransport der Möbel des Vorbesitzers, welche wir nicht behalten wollten, organisierte Tati.

Bevor wir den Boden aussuchten, begaben sich der Galan und ich in einen Baumarkt um Farbe zu kaufen, kein leichtes Unterfangen heutzutage und nach wie vor könnte ich stundenlang über die Namen der Farbskalen sinnieren, nachzulesen hier.

Den Boden wählten wir Online aus, was sich als kleiner Fehler erweisen sollte, der Boden meines jetzigen Domiziles, in welches der Galan erst hinzukam als es fertig eingerichtet war, ist schwarz. Im nächsten, dem ersten gemeinsamen, Domizil wünschte sich der Galan eher ein Braun, für Braun kann man mich allerdings nicht erwärmen, den Grund kann man ebenfalls hier nachlesen.

Also wählten wir die Wintereiche aus, welche Online graubraun erschien, Live und in Farbe allerdings eher grauweiß scheint. Begeistert sind wir somit Beide nicht, aber wenn alles nach Plan läuft, liegt der Boden ohnehin nur circa ein Jahr in zwei Räumen, in welchen sich derzeit Teppich befindet. Teppich, Hunde und Garten vertragen sich nämlich nicht, zumindest nicht in meiner Welt, sehr unappetitlich.

Feucht aufwischen zu können, sollte man bei dieser Konstellation nicht verachten, hinzu kommt mein wahnsinniges Geschick, Dinge fallen zu lassen oder auszuschütten …

In besagten Zimmern befinden sich auch Tapeten an den Wänden, unser erster Versuch diese einfach zu überstreichen, mit Weiß, scheiterten, da sich insgesamt vier Tapeten übereinander befanden, rollten sich die Bahnen kurz nach bestreichen einfach selber ab.

Um im zweiten Zimmer die Tapeten abziehen zu können, musste ein massiver Vollholzschrank von seinem Platz entfernt werden, da der vorige Ansatz ihn einfach abzudecken und um ihn herumzustreichen, durch das selbstständige Ablösen der Tapeten gestorben war.

Mit Hilfe eines Rangierwagenhebers „bockten“ Tati und der Galan diesen Schrank, voriges Wochenende, auf kleinen „Wagerln“ mit Rollen auf, ein Unterfangen welches nicht unbedingt meine Zustimmung erhalten hatte. Aber ich hielt mich, mit Meckern, zurück.

Gestern besuchte der Galan ganztägig die Schule, ich packte einiges Kleinod und die ersten Sommersachen in Kartons und schlichtete diese nach Tetris-Prinzip in Flipper. Je mehr im neuen Domizil das nach uns und altem Domizil riecht, umso besser.

Unser Umzugstermin ist kurz nach Weihnachten, da ich zwei Wochen frei habe, da der Broterwerb zwei Wochen seine Pforten schließt, perfekt um die hündischen Damen des Hauses behutsam daran zu gewöhnen, dass sie nun dort zu Hause sind und wenn wir gehen auch wieder kommen … Denn auch wenn Hund schon gelernt hat alleine zu bleiben, muss er nach einem Ortswechsel erst wieder neu und je nach Charakter des Hundes langsam daran gewöhnt werden am neuen Ort allein zu bleiben … Gerüche helfen dabei natürlich. Deshalb sind die hündischen Damen des Hauses auch bei jedem Arbeitseinsatz im neuen Domizil dabei, sie schlafen bereits dort relativ tief ein, ein gutes Zeichen.

Heute suchten wir unser neues Domizil auf, natürlich erst nachdem wir von diversen Rechten, welche für uns erkämpft wurden, Gebrauch gemacht hatten – zum dritten Mal.

Der pompöse Schrank, aus massiven Holz, stand noch brav auf seinen provisorischen Rollen, der Galan machte sich daran die übrig gebliebenen Tapetenschnipsel anzufeuchten um sie danach mit einer Spachtel zu entfernen, während ich alles dafür herrichtete die Wand im selben Zimmer zu streichen.

Als der Galan hinter dem Schrank verschwand, fühlte sich Shadow bemüßigt nachzusehen, ob der Galan dahinter nun nicht in einem schwarzen Loch verschwinden würde. Ich sah ihr nach, zeitgleich hörte ich ein sachtes „Plong“ und wurde gewahr das der Schrank beachtlich ins Schwanken kam.

„DER SCHRANK! HIER! SHADOW! HIER!“

Shadow welche soeben noch genau direkt vor dem Schrank gestanden hatte lief, zum Glück lief sie, auf mich zu.

„Hinter mich!“, zischte ich, wodurch sich beide hündischen Damen des Hauses hinter mich begaben.

Dann sah ich auch schon den Galan der versuchte den Schrank vom Fallen abzuhalten, der obere Teil war offenbar nur aufgelegt und rutschte auf der anderen Seite einfach weiter in Richtung Boden und auch der ganze Schrank seine Neigung, wohl dadurch, nicht sonderlich veränderte.

„GEH WEG! LASS IHN FALLEN!“, schrie ich

Kaum war der Galan, endlich, zur Seite getreten knallte der Schrank auch schon lautstark mitten ins Zimmer. Exakt in diesem Moment kam unser Superfreund Max ins Haus, welcher uns heute die neue Waschmaschine brachte.

Mit vereinten Kräften stellten wir den Schrank wieder auf, diesmal nicht auf Rollen, wobei ich mich kurz davor nochmal hinsetzten musste, dass Adrenalin war saftig eingeschossen und kurz vernahm ich Glühwürmchen vor meinem Auge. Als Frau die ich bin, hänge ich zu sehr an hätte, würde, sollte … Hätte der Galan dem Schrank einen stärkeren Stoß verpasst, wäre Shadow nun nicht mehr unter uns …

Beim Aufstellen erfuhr ich auch, dass der Galan vorerst gar nicht mitbekommen hatte das die obere Reihe des Schrankes nur lose auflag, er war tatsächlich nur vom Schrank weggegangen, weil ich es so laut geschrien hatte, durch das Verschieben der oberen Reihe dachte er nämlich er könne den Schrank wieder aufrichten …

Wir schoben eine kurze Kaffeepause ein, bevor wir nun die Waschmaschine in den Keller verfrachteten, dabei stellten wir fest, dass nun nicht viel Schlimmeres passieren könnte und wir nun doch eine neue Wohnzimmerwand bekommen werden … der Schrank hat nämlich doch einige Schrammen davongetragen und wäre nur geblieben, weil er dem Galan zusagte …

Der Galan informierte mich soeben darüber das Schrauben, Leim und Sekundenkleber alles wieder gut machen …

6 Kommentare

  1. Männer und Schränke… ich erwähnte in dem anderen Kommentar heute den Umzug in diesem Sommer. Die Männer der Familie dachten sich, sie könnten den großen Küchenschrank durchs Fenster des ersten Stockes der alten Behausung nach unten reichen.
    Der Gedanke war vielleicht gut, die Ausführung aber nicht und so segelte der Schrank mit einem KRAAWUUUMMSSS!!! nach unten, oben in der alten Küche hatte Mann 1 eine Platzwunde am Auge, Mann 2 eine an der Nase und der Schrank, der netterweise recht gerade herunter segelte, war gestaucht und hat nun einige… Charakterzüge… mehr.
    Es haben alle den Umzug überlebt – auch der Schrank – aber das hat mir doch einen ordentlichen Schrecken und den Männern einige böse Blicke meinerseits eingebraucht.

    (und bevor einer auf falsche Gedanken kommt: Brüder.. mensch! :D)

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    • Puh – echt Glück gehabt, da wird mir nur vom Lesen anders … Ich glaube Männer sind überhaupt ein wenig … Anders. Tati (also mein Vater) überraschte mich kürzlich als er einen hohen Baum absägte, genauer die Äste davon … Die Säge mit einer Wäscheleine an eine lange Holzstange gebunden …

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