Der Galan und das Handicap

Ja, ja, der Galan ist schon ein spezielles Exemplar, simply complex, könnte man sagen, oder … Männer! Was wohl daher ruht das er manchmal wahnsinnig gerne Dinge vergisst, manchmal auch derart wichtige wie unseren Umzugstermin. Dieser sollte nach den Weihnachtsfeiertagen und somit zwischen Weihnachten und Silvester starten.

Ein tolles Datum für einen Umzug, bedenkt man das die hündischen Damen des Hauses, welche an sich Schussfest sind, was wiederrum bedeutet das ihnen die Silvesterknallerei nicht viel ausmacht, dennoch nicht zu viel Stress vor diesem lauten Jahreswechsel haben sollten.

Ortswechsel bedeutet immer Stress, besonders für den Hund, doch der Galan und ich nehmen die hündischen Damen des Haues konsequent zu jedem Renovierungseinsatz mit. Tapeten gehören abgezogen, Wände verspachtelt und neu gestrichen, Böden verlegt und das eine oder andere an der Elektrik und der Heizung des künftigen Domiziles gemacht.

Relativ gut und tief schlafen sie während dieser Einsätze schon dort, probieren verschiedene Liegeplätze aus und toben in unseren Pausen durch den neuen Garten, nachdem sie beinahe von einem Kasten erschlagen worden wären … Ja, dies wird der Galan wohl hören bis er in die Kiste hüpft, oder sich Oro-Pax besorgt, zumal er ja nicht nur fast den Hund, sondern auch sich selbst erschlagen hätte … Männer!

Wie auch immer, der Galan hat zu erwähnten Umzugstermin nun nicht frei, zumindest nicht den ganzen Tag, was das Ganze nun etwas komplizierter für mich macht, besonders wenn es darum geht Möbel wie Couch, Bett und Schrank abzumontieren, alles zu transportieren und dabei auch noch die hündischen Damen des Hauses überall hin mit zu kutschieren.

Dieses Wochenende gehört noch in einem Zimmer, jenes welche die hündischen Damen des Hauses in Zukunft bewohnen werden, während wir uns beim Broterwerb befinden, die Tapete von der Wand und von der Decke, dies dürfte sich allerdings nicht so schwierig gestalten wie in den anderen Zimmern, in besagten Zimmer hängt die Tapete bereits von alleine von der Wand, sowie der Decke und tatsächlich durfte es in diesem Zimmer nur eine Tapete, nicht vier übereinander, sein.

Apropos Bodenlegen, für ziemliche Erheiterung sorgte es als der Galan ein Eck aus dem Laminat herausschnitt und wir Beide schlussendlich, kurz, etwas ratlos vor dem Eck standen in welches es gelegt gehört hätte, da der Galan es falsch herum ausgeschnitten hatte … Aber da ist sie wieder Situationskomik, ich könnte mich soeben biegen vor Lachen, der geneigte Leser wird denken … und was ist daran Witzig?

Soweit so gut, unsere Arbeiten für letztes Wochenende waren getan und die neue Woche startete, vorerst mit erwähnter Nachricht, dass der Galan zu unserem Umzugstermin nicht ganztägig frei hätte …

Später an jenem Tag sollte er nach Hause kommen, da er Fußballtraining gehabt hatte fiel unsere Begrüßung kurz aus, nach seiner Dusche erwartete ich ihn freudig in der Küche zu unserem Schwätzchen, welches wir nach getanen Broterwerb in der Küche zu halten pflegen.

Manchmal, so wie an diesem Abend, währt der Schwatz natürlich nicht lange, wir sind beide ziemlich müde, man merkt erst, wenn man am Wochenende keinen Mittagsschlaf mehr halten kann, was man daran hat, oder derzeit eben hatte …

„Gehen wir auf die Couch?“, frage ich als mir der Galan plötzlich seine Finger vor die Nase hält. Verwundert blicke ich ihn an woraufhin diese Zeichenfolge folgt:

zeichenfolge

„Du bist heute aber nett.“, sage ich kopfschüttelnd.

Der Galan erblickt seine hochgestreckten Mittelfinger, lacht und fragt mich „Fällt dir nichts auf?“

„Nein, sollte es?“, frage ich nach einem weiteren prüfenden Blick.

„Ich hab den Ball im Tor gegen den Mittelfinger bekommen.“

„Jetzt wo du es sagst, der ist ganz schön geschwollen.“, ich rate dem Galan den Arzt aufzusuchen, mein Mittelfinger machte in der Schule während den Leibesübungen Bekanntschaft mit einem Basketball, der wurde auch ganz schön Dick …

Gut erinnere ich mich noch, als ich mit schmerzenden und dicken Finger nach Hause kam, die reifere Version von mir über meine Schmerzen informierte, sie mich nicht ernst nahm und an meinem Finger zog, woraufhin ich mich mit noch stärker schmerzenden Finger beleidigt verzog … Später, viel später, an diesem Tag, oder eher Nacht, sollte sie mit mir die Notaufnahme aussuchen … Beide Fingergelenke waren ausgerissen …

Da gibt es noch zwei weitere, im Nachhinein, ziemlich witzige Geschichten der reiferen Version von mir und ihrer unbedachten Art als ich „krank“ wurde …

Wie dem auch sei, der Galan verweigerte den Gang zu Arzt, also schmierte ich in seinem Finger dick mit einer Trauma-Salbe ein, gab auf sein Geheiß ein Taschentuch darüber und fixierte das Ganze mit diesem witzigen, bunten, Kinesiologie-Tapes. Dumm das ich kein Foto davon machte …

Heute kam er mit einer Bandage heim, welche den Mittelfinger schient und mittels Klettverschluss am Ringfinger fixiert …

„Und was hat der Arzt gesagt?“, frage ich als ich die Schiene erspähe

„Ich war nicht beim Arzt.“

„Sondern?“

„Beim Bandagisten.“

Fragend und schweigend blicke ich ihn an … hole Luft um ihn erneut zum Arzt zu schicken, da fällt er mir ins Wort …

Keine Sorge, renovieren kann ich auch damit … Männer!

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