Rogue One oder: was suchen ein Shaolin und Mordor in Star Wars

Als die Macht voriges Jahr im Dezember, erstmals unter der Fuchtel von Disney, erwachte, hatte es der Galan noch relativ einfach mit mir. Relativ zügig reservierte ich zum Kinostart zwei Plätze und überraschte ihn somit als Vorweihnachtsgeschenk mit einem Kinobesuch.

Als mir der Galan jedoch diese Woche eröffnete das ein neuer Star Wars im Kino war, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, zeitgleich fragte ich mich warum das Erscheinen dieses Films spurlos an mir vorbeigegangen war.

Wie dem auch sei, liegt es an der weihnachtlichen Melancholie, welche mich seit 2004, jedes Jahr heimsucht oder an dezenten Stress, ausgelöst durch den Jahresabschluss beim Broterwerb, den geplanten Umzug nach Weihnachten und dem Katzenkrimi, oder schlichtweg einer überaus brutalen Rückkehr der Serie Walking Dead, deren Konsum ich derzeit verweigere, jedenfalls bin ich derzeit Action-Filmen nicht sonderlich zugetan, ich habe die Nase voll von Knallerei, Blut und Tod.

Kurzerhand handelten wir einen Deal aus, da Star Wars über zwei Stunden dauert, sieht sich der Galan mit mir zwei „Mädchenfilme“ an … Nein nicht Sex and the City … dann gehe ich mit ihm ins Kino.

Ein schlechter Deal wie sich gestern zeigen sollte, da das Kino gut besucht war, dass ich kein Fan von Menschenmassen in geschlossenen Räumen bin ist wohl kein Geheimnis mehr, allerdings ergatterten wir zwei Plätze von welchen mir jederzeit eine Flucht möglich war. Verschlimmert wurde der Kinobesuch durch den Hang zu 3D Filmen, selbigen aber den benötigten Brillen umso mehr kann ich nichts abgewinnen.

Versteckt unter meiner großen Kapuze sowie rutschender und verdunkelnder 3D-Brille saß ich nun da und lies diesen neuen Teil von Star Wars auf mich wirken.

Die, irgendwie, altertümliche Kleidung in Star Wars hat mich schon immer etwas irritiert, jedoch brachten uns die 2010er Jahre auch Leggings, Stulpen und Schulterpolster zurück. Retour zum Ursprung ist in, Retro gefragt wie noch nie und auch ich kann mich einem dezenten Faible für Barrockmuster, auch Filigree genannt, nicht entziehen, gut möglich also das wir unseren Weg zurück in jene Zeitalter finden als Männer Stoffumhänge zu Leinenhosen und Überwürfen trugen und Damen ellenlange Kleider und Umhänge mit welchen sie nebenbei gleich den Boden wischen.

Bereits vor Rogue One, drängte sich mir beim Betrachten der Jedi Ritter der Gedanke an Shaolin Mönche auf, die Kleidung, die Bewegungen im Kampf und das stete Streben danach eins mit der Macht zu werden um hoffentlich gutes zu vollbringen.

Im Großen und Ganzen mag Rogue One nicht schlecht sein und Star Wars Fans werden wohl auf ihre Kosten kommen, für mich als neutraler Betrachter gibt es dann zu viele Parallelen, welche mich beinahe verärgern oder kurzzeitig erheitern. Disneytypisch werden auch Pointen eingebracht, welche dann doch etwas zu Seicht und aufgesetzt wirken.

So treffen wir auf dem Wüstenplaneten Jedha vorerst den blinden Chirrut Imwe, welcher nicht nur wie ein Shaolin Mönch gekleidet ist, sondern auch mit Hilfe der Macht scheinbar sehen, oder zumindest erkennen kann und somit wahrlich blind auf diese vertraut, dumm nur das sie ihn offenbar verlässt, nachdem er seine Aufgabe erfüllt hat.

Noch immer auf Jedha gibt es schließlich einen Angriff der Rebellen von Saw Gererra, auf die Truppen des Imperiums, welche mich mit ihrer Vermummung und ihrem Auftreten dann doch etwas zu sehr an … diverse Begebenheiten im Nahen Osten erinnern … Schließlich wohnen die Rebellen dann auch noch in einer, als Fels getarnten, Steinfestung und werden dort von Hollogrammen amüsiert, welche bauchtanzenden „Damen“ im tausend und eine Nacht Look zeigen.

Später im Film sollen wir dem Vulkan-Planeten besuchen, auf welchem wohl Darth Vader sein Domizil aufgeschlagen hat, wobei ich mich beim Anflug des Schiffes, welches wir in 3D Begleiten, dem Eindruck nicht erwehren kann, soeben dem Turm Saurons einen Besuch abzustatten, welcher diesmal direkt über den Feuern des Schicksalsberges gebaut wurde.

Das Darth Vader höchstpersönlich, dann auch noch, vermutlich nackt, in einem Behälter voller Flüssigkeit steckt und darin über Schläuche beatmet wird muss ich drei Sekunden an Resident Evil und schließlich an Bane aus Batman – Der dunkle Ritter erhebt sich denken.

Irgendwie schafft es Rogue One dann in der zweiten Halbzeit doch seine eigene Geschichte wiederzufinden oder doch nicht? Eine dezente Ähnlichkeit eines Planeten mit einer bestimmten aufgeschütteten Insel, ebenfalls im Nahen Osten, finde ich noch. Der Auftritt eines weiteren, für das Imperium, wichtigen Turmes lässt mich an Isendgard und die Herrschaft der zwei Türme denken.Während dem Showdown wartet man fast auf den Auftritt Gandalfs.

Aber das stete Zucken von Lichtblitzen, der Klang von Explosionen und dem Trampeln der Imperiums-Truppen lenkt mich dann doch noch etwas von diesen Gedanken ab.

Das Ende zieht sich im Nachhinein betrachtet dann doch etwas wie Strudelteig, während man dem Film in 3D beiwohnt fällt dies ob einer Reizüberflutung zwischen Drama und Komik nicht weiter auf und immerhin haben R2D2 und C3PO einen kurzen Gastauftritt.

Gespannt darf man jedenfalls sein ob und was Disney aus dem Cliffhanger macht … doch nicht etwa …

… aus Spoiler Gründen schweige ich nun still …
… Allerdings bietet mir das Erwähnen der Mode der 2010er Jahre einen Cliffhanger …

2 Kommentare

    • Irgendwie hatte sich mir kurzzeitig das Gefühl aufgedränt das Disney eventuell … Episode 4 (?) … vernichtung des Todessternes neu dreht … Der Galan hat mich mittlerweile aufgeklärt das es nächstes Jahr aber Episode 8 geben wird…Offenbar also doch kein Cliffhanger 😦

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