Wir holen Stella oder: Stella und das Handicap

Kaum klingt das galansche Handicap ab, erheitert mich Stella, das Fahrzeug des Galans mit ihrem Handicap … Aber um von Stellas Handicap erzählen zu können muss ich wohl am Anfang beginnen. Letzten Freitag feierte der Broterwerb des Galans seine Weihnachtsfeier, was für Stella bedeutete nicht mit dem Galan die Heimreise anzutreten, sondern zwei Nächte alleine in unserer schönen Hauptstadt zu verbringen.

Am Samstag frönte ich um die Mittagszeit einem Termin, niemals wieder verlasse ich mein Haus freiwillig am letzten Samstag vor Weihnachten. Kapiert habe ich diesen Andrang sowieso noch nie, das Geschenk des Galans lag schon Anfang November zu Hause, meiner Ungeduld geschuldet bekam er sein Weihnachtsgeschenk dann auch bereits im November … Wie dem auch sei, sein Ersatzweihnachtsgeschenk war dann ebenfalls im November wieder besorgt.

Lange Rede kein Sinn, nach besagten Termin Stand der Verzehr einer Pizza, vom Lieferservice, gemeinsam mit dem Galan auf der heimischen Couch auf dem Tagesplan, dieser folgt meist ein ausgedehnter Mittagsschlaf und schließlich galt es sich von Rogue One im Kino … verzaubern … zu lassen.

Sonntags standen dann wieder Arbeiten im neuen Domizil an, damit unserem Umzug Anfang nächster Woche, was mich langsam aber sicher ausflippen lässt, nichts im Wege steht. Ergo würden wir Stella am Sonntag abholen.

Kurz nach der Abfahrt stellte der Galan fest, dass er nun seinen Autoschlüssel vergessen hatte, ich wollte umdrehen, aber er rief bei seinen Eltern an und kündigte uns auf einen Sprung an um den Reserveschlüssel zu holen.

Fleißig arbeiteten wir, mit einigen Patzern, welche wir derzeit nicht näher erläutern, bis halb acht am Abend, dann hieß es ab in den zwölften Wiener Gemeindebezirk, auch unter dem klingenden Namen Meidling bekannt, um Stella zu holen.

Nachdem der Galan ausgestiegen war, stellte ich meinen geliebten Flipper gegenüber soweit wie möglich abseits der Fahrbahn ab und harrte der Dinge welche nun kommen mochten. Idealerweise stieg der Galan ein und war bereit hintereinander heimzufahren.

Stella ist allerdings im Gegensatz zu Flipper, eine Dame, noch dazu eine etwas reifere Dame, dass wir sie zwei Nächte allein gelassen hatten und jetzt auch nur mit dem Reserveschlüssel ankamen, welcher seinerseits über keinen Funk verfügt sonder tatsächlich noch ins Türschloss gesteckt werden muss, amüsierte sie offenbar nicht sonderlich.

Vorsichtig öffnete der Galan die Autotür, da ging es auch schon los:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

Passend zu Weihnachten untermauerte Stella ihren Unwillen mit dem Lichtspiel ihrer Blinker, wahrlich Damenhaft und somit gänzlich unauffällig.
Autotür wieder zu, Schüssel drehen, Autotür wieder auf:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

„Uh mit Stella ist heut nicht gut Kirschen essen“, kommentiere ich aus meinem offenen Fenster, allerdings in einer Lautstärke die der Galan nicht hören kann. Die ersten Schneeflocken des Jahres weht es dabei in Flipper.

Erneut Autotür zu, Schlüssel drehen, Autotür auf:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

Nun schmeißt der Galan die Autotür etwas energischer zu. Er kommt auf mich zu und ich nehme an er möchte es für heute sein lassen, mittlerweile ist es halb Neun.

„Fahr schon heim, ich brauch da noch etwas.“

„Ich fahr nicht ohne dich, denk an das letzte Mal, am Ende komm ich zu Hause an kann umdrehen und dich vom Bahnhof holen.“

Der Galan erkennt wohl die Wahrheit in meinen Worten, wendet, öffnet Stella:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

Und holt sich die Bedienungsanleitung von ihr aus dem Handschuhfach …

Was das letzte Mal passierte? Das war im Sommer und der Galan und ich holten einen neuen Tisch samt Sesseln, nachdem der letzte unter unserem Mahl zusammengebrochen war, natürlich bevor wir gegessen hatten …

Da Stella im Gegensatz zu Flipper ein Kompaktwagen ist, beschlossen wir diese Möbel mit Stella abzuholen, aus irgendeinem Grund hatte der Galan damals auch nur den Reserveschlüssel und auch zu jener Zeit begleitete uns alle fünf Minuten, während unserer zwanzig Minuten Fahrt und Ladezeit ein dezentes:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

Wenn man Aufmerksamkeit sucht ist Stella in Kombination mit dem Reserveschlüssel und dem nicht harmonieren von Reserveschlüssel und Alarmanlage, dass wohl am besten geeignete Medium dafür. Dem „Möbelpacker“, welcher uns unsere Waren bei der Abholung aushändigte, entlockte Stella auch einen Lacher, womit sie auch Trübsal verblasen kann.

Eine halbe Stunde und etliche:

HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP! HUP!

Später gab der Galan (endlich) auf, stieg in Flipper zu und wir machten uns auf den Heimweg, heute Morgen brachte ich ihn zum Bahnhof und soweit ich informiert bin macht Stella nun mit dem eigentlichen Schlüssel keine Zicken mehr … Weiber!

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