Die Logik der Frage zerstört

Es gibt keine dummen Fragen nur dumme Antworten, mittels diesem Sprichwortes lernen wir bereits im Kindheitsalter: Fragen sind wichtig, dies beweist auch ein weiteres Sprichwort: Wer nicht fragt stirbt dumm, warum? Die Frage dient dem schließen einer Wissenslücke, außer sie ist rhetorisch. Wer hat es noch nicht gehört, dieses berühmte: Hab ich es dir nicht gesagt? Aber auch die Frage ob man noch bei Sinnen sei, gehört zur rhetorischen Frage. Scherzfragen sind eine Sonderkategorie, grob genommen kann man mit ihnen Denken und Logik schulen. Apropos Logik, einer Frage liegt durchaus eine Logik zugrunde, welcher manch Mitbürger gar herrlich zerstört.

Vor den hochkomplexen Fragetechniken von linearen, zirkulären, strategischen und reflexiven Fragen, kommen die Fragekategorien. Die sind relativ simple, es gibt offene, geschlossene, reflektierende und Alternativfragen.

Nun gut eigentlich gibt es deutlich mehr Fragekategorien, so stolpert der geneigte Lernende bestimmter Ausbildungs- und Studienzweige auch über Abschluss-, Befehls-, Motivations- oder gar Angriffsfragen … Deckung!!!

Richtig fies sind allerdings Suggestivfragen, da man bei dieser Frage dem Gegenüber eine Antwort bereits in den Mund legt. Kann ich nicht leiden die Dinger, besonders da ich sie im Stress nicht immer gleich durschaue. Richtig fies werden sie allerdings erst, wenn sie zum Beispiel die Polizei einsetzt, was die Exekutive auch macht und einen dann bei weiteren Verhören auseinander nimmt, weil man sich wiederspricht.

Ein gutes Beispiel wäre hierfür: Hans und Franz haben einen Schuss gehört. Haben Sie diesen nicht auch gehört?

In Verkaufsgesprächen werden Suggestivfragen gerne gegen stark zweifelnde Kunden eingesetzt, allerdings erst nach offenen, geschlossenen und meist noch Kontrollfragen … Kompliziert, oder so

Jedoch soll es hier weder um Verhöre noch um Verkaufsgespräche gehen, es geht um die Poesie des Alltages, mit ihrer Portion Humor darin …

Am häufigsten gebraucht der Mensch im Alltag wohl die W-Fragen, selbige heißen so weil sie mit einem W-Wort beginnen, Warum ist mein liebstes W-Wort. W-Fragen können und sollen wohl offen oder geschlossen gestellt werden.

Offene Fragen sollten, im Gegensatz zu geschlossenen Fragen, ein breites Spektrum an Antworten zulassen um die Meinung des Gegenübers … abzufragen …

„Schatz? Was würdest du heute gerne essen?“ … oder „Was möchtest Du am Wochenende unternehmen?“

Auf eine Antwort könnte man nun übrigens mit einer reflektierenden Frage reagieren und dies ohne eine Warnweste anlegen zu müssen „Mediterrane Pfanne, hast du gesagt?“, zeitgleich hat man übrigens schon eine Kontrollfrage gestellt … Ich wiederhole: Kompliziert, oder so …

Ein klassischeres und ein, zumindest für mich, nicht ganz so langweiliges Beispiel wäre wenn der Galan heimkommt und Nüddelt … jetzt sollte ich wohl Nüddeln erklären, in jedem Fall hat es nichts mit Nudeln zu tun, es ist eine Wortkreation des Wesen hinter dem Blog und bedeutet das der Gesprächspartner irgendetwas zwischen geknickt, erschöpft und vielleicht dezent sauer aus der Wäsche blickt … In jener Situation frage ich den Galan meist

„Was war denn heute los?“, meist erzählt dann der Galan ob und was los war. Einsatz und Logik der Frage geglückt.

Die Krux mit der offenen Frage? Man könnte sie auch mit einer Gegenfrage beantworten. „Welche Pflanzen würdest Du gerne in unserem neuen Domizil aufstellen?“
„Welche würdest Du denn aufstellen?“

„Möchtest Du heute zu Hause bleiben, oder ins Kino gehen?“
„Worauf hast Du denn Lust?“
Grundsätzlich könne man ja auf jede Frage mit einer Gegenfrage antworten, weshalb ich, als Laie meine, dass Gegenfragen bereits massiv am Logikkonstrukt der Fragenwelt sägen. Oft auch an meinen Nerven …

Geschlossenen Fragen liegt hingegen zu Grunde dass sie, im Idealfall, mit Ja, Nein oder von mir aus auch Weiß nicht, beantwortet werden.

Ist der Himmel blau?, was eigentlich schon eine Suggestivfrage ist sollte, zumindest unter Tags bei schönem Wetter, ein Ja folgen.

Ist dir Kalt?, schon wieder irgendwie eine Suggestivfrage, besonders wenn man sie zitternd stellt, sollte man auch mit Ja oder Nein beantworten können.

So nun hatten wir eine ziemlich lange Einleitung und widmen uns nun dem unwesentlichen Wesentlichen. Meiner, mal mehr und mal weniger mehr, geschätzten Meinung nach, ist der Galan Weltmeister darin die Logik der Frage zu zerstören.

Besonders jene der geschlossenen Fragen, gestern Abend lagen wir wohlig zusammen auf der Couch, wie immer schlief ich alsbald ein. Als ich von selbst kurz erwacht witterte der Galan seine Chance mich ins Schlafzimmer zu bekommen, denn meist schlafe ich dort wo ich einschlafe auch die restliche Nacht. Außer der Galan würde mich ins Schlafzimmer tragen, was bis dato noch nicht vorkam, was allerdings überaus fiesen Treppen in unserem alten Domizil geschuldet war.

„Schatz komm, wir gehen jetzt ins Bett.“, flüstert er mir und das obwohl Männer gar nicht flüstern können, ins Ohr.

„Ja gleich, lass mich mal Munter werden.“, normalerweise wenn ich so antworte, schlafe ich gleich wieder ein, also lässt der Galan nicht locker.

Missmutig tappe ich, mit diversen Utensilien vom Couchtisch, in die Küche, der Galan folgt mir um sich an meinem schlaftrunkenen Gang zu weiden.

Die hündischen Damen des Hauses müssen, wie ich, noch einmal die Toilette aufsuchen, wobei ich dies im Bad tue, während der Galan ihnen die Gartentüre öffnet. Langsam tappe ich von hinten auf ihn zu …

„Sag. Bist du schon Müde?“, stelle ich meine, zumindest in meinem Kopf geschlossene Frage und rechne somit mit einem Ja oder einem Nein

„Es ist dreiviertel Zwölf“, die galansche Antwort

„Was soll das jetzt heißen?“

„Das es dreiviertel Zwölf ist?“

„Bist du jetzt müde?“

„Ja, schon.“, er lacht

„Kannst du nicht einfach Ja oder Nein sagen?“, jetzt muss ich auch lachen

„Warum?“

„Du zerstörst die Logik der Frage.“

Die hündischen Damen des Hauses setzen sich vor uns in den Garten, ich deute ihnen das sie endlich reinkommen sollen, auf dem Weg ins Schlafzimmer frage ich den Galan, welchem bekannt ist das ich den oder eben die Wecker für uns stelle, da der Galan einmal bereits um halb sechs aufstehen muss und an so manch anderem Tag in der Woche erst gegen halb acht und dies immer lustig hin und her wechselt.

„Wann stehst du morgen auf?“

„In der Früh“ …
 

Wem wir das Beitragsbild verdanken? Pixabay mit einer abgewandelten Version eines Bildes von lovelikeahurricane0

7 Kommentare

  1. Fragen über Fragen und sehr interessante Überlegungen!
    Verfasste vor kurzem auch einen kleinen Artikel über Fragen, in dem als Abschluss ein sehr schönes Zitat zu lesen ist: Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten.
    Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. (aus China)
    Liebs Grüße

    Gefällt 2 Personen

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