Abenteuer und menschliche Maikäfer

Das Wesen hinter dem Blog zog aus um Abenteuer zu erleben, wobei dies nun spektakulärer klingt als es tatsächlich ist. Viele neue Menschen hat es dabei getroffen und neue, mitunter wichtige, Erfahrungen sammeln können und obwohl es immer wieder verspricht davon zu erzählen befindet es sich im Zwiespalt, was es nun erzählt und wieviel? Ein Verhalten welches hier und da für Verwirrungen bei anderen sorgt, wie ich erst gestern wieder feststellte, da ich manchmal Teile (m)einer Geschichte auslasse um nicht zu viel preiszugeben.

Rutscht mir dann aber ein weggelassenes Detail raus, kennt sich das Gegenüber verständlicherweise nicht mehr aus. Vermutlich ist es Sorge, was andere von mir halten könnten, in einer Zeit in welcher man als nicht Teamfähig gilt, wenn man gerne Laufen geht, weil es ja kein Teamsport ist … Worüber ich mich bereits in meinem ersten Beitrag überaus holprig ausschrieb.

Was würden die Leute von mir halten, wenn sie wüssten in welchem Alter ich auszog, wohin es mich dann verschlug und dass ich meiner Heimat für knapp ein Jahr den Rücken kehrte, um andere Dinge zu entdecken? Ich fasse dies Zeit als meine „Jung-Dumm-und-Gefräßig-Zeit“ zusammen. Ich rebellierte und es mussten viele Jahre vergehen bis ich verstand das ich gegen mich selbst rebellierte.

Was mich an anderen Menschen immer fasziniert hat und nach wie vor fasziniert, versuchte ich Nachzueifern, jetzt sitze ich hier, in einer Gesellschaft mit seltsamen Strukturen. Jemand der oft Umzog, oder sich immer mal wieder eine Auszeit, außerhalb der Heimat gönnt, gilt als sprunghaft und unzuverlässig.

Nicht einmal Sprunghaft würde ich es nennen, wuchs ich doch in einer Generation auf, welcher die Popkultur und eigentlich auch die Schulbildung vermittelte einerseits Tolerant zu sein, was sicher nichts Schlechtes ist und andererseits das man seinen Träumen folgen muss und alles schaffen kann.

Auch heutzutage werden wir, ältere aber vor allem jüngere Generationen mit „Follow your Dreams“, „Lebe jeden Tag als sei es dein Letzter“ und „was-weiß –ich-was-noch-für-positiven-selbstbejahenden“ Memes bombardiert. Wobei dies wiederrum der Grund dafür ist, dass auch das Wesen hinter dem Blog nun Lebensweisheiten, der eher sarkastischen Art, „generiert“.

Erst vor circa fünf Jahren sollte das erste Mal etwas Ruhe und Besinnung in mein Leben treten. Zehnmal zog ich um, allein viermal davon mit den hündischen Damen des Hauses, welche nun zehn Lebensjahre auf ihren hündischen Pfoten tragen.

Dennoch beginnt nun wieder eine dezente Unruhe in mir, aufgrund meiner zwei verschiedenen Augenfarben sage ich derzeit gerne, dass ich zwei Gesichter habe, wobei mir erst jetzt auffällt das es gar nicht so rüberkommt wie ich es meine.  Manchmal scheint mir ich trage zwei Seiten in mir, die häusliche, „brave“, welche stundenlang mit dem Galan kuscheln möchte und ihrem stupiden Büroalltag nachgeht, aber auch eine lebhafte, welche entdecken, sich ausprobieren, vielleicht gar Beweisen möchte und in jedem Fall an etwas Kreativen teilhaben möchte.

Dabei geht es gar nicht um Ruhm oder Selbstdarstellung, wie Schreiberlingen des Mediums Blog gerne vorgeworfen wird. Tatsächlich gefällt mir schlichtweg der Gedanke einen Mehrwert zu generieren, die größte Freude bereitet es mir tatsächlich, wenn jemand, auch von Übersee, durch Criticalpixie auf eine heimische Band aufmerksam wird, wie es zum Beispiel bei Dreaded Downfall der Fall war (Randnotiz an mich, mal wieder auf Englisch schreiben), einfach über meine andersartigen Modebeiträge oder die Poesie des Alltages im Leben des Wesens hinter dem Blog lachen kann, oder in den anderen Themenbereichen von Übersinnlichen bis zu Fernen Orten für sich interessantes findet.  Im Idealfall auch weiterführende Informationen zu Obdachlosen findet, da mich ja immer wieder diverse Kommentare in Online-Print-Medien, erstaunen, traurig oder etwas wütend machen.

Hat eine Person unter all den Besuchern, gefunden wonach sie suchte, gelacht oder etwas Neues entdeckt, bin ich zufrieden.

Nun habe ich mich aber gehörig verzettelt, wie so oft, wenn Gedanken ihre Kreise ziehen. In jedem Fall brachte der Februar viel neues und spannendes mit sich, auch etwas Schlafmangel, welchen ich allerdings gerne in Kauf nahm und worunter eigentlich nur Criticalpixie etwas litt, denn mehr als die neuentdeckten Memes waren nicht möglich, zumal ich mein Sportprogramm etwas straffer gestaltete.

Beweist dies nun nicht die Unwahrheit des laufenden und teamunfähigen Klischees, oder der unzuverlässigen weil sprunghaften Person? Disziplin für Kreativität, aber auch den täglichen Broterwerb, lautete mein Motto der letzten Wochen.

Belohnt wurde ich dafür in jedem Fall, ich durfte viele interessante Menschen kennenlernen, darunter den Musiker Tommy Crow, über welchen bald mehr erzählt wird. Viele weitere überaus talentierte und interessante Persönlichkeiten, über welche erst im Sommer berichtet werden kann. Aber auch Graciano Rocchigani und Gotthard Hinteregger, welche man sich dann doch vielleicht anders vorgestellt hätte als sie sind.

Sehr dankbar bin ich für diese letzten zwei Wochen, natürlich auch dem Galan, welcher mich tatkräftig unterstützte, wobei er dafür einmal Maikäfer spielen musste.

Es wäre mein Tag gewesen um mit den hündischen Damen des Hauses einen Lauf zu begehen, das Tauwetter spielte uns übel mit und so kamen wir nach wenigen Minuten wieder völlig verdreckt retour. Normalerweise hätte ich mich nun umgezogen und wäre mit den hündischen Damen des Hauses einfach spazieren gegangen, aber es galt ein festgelegtes Sportpensum zu erfüllen.

Ohne das ich etwas sagen musste nahm mir der Galan die Leinen aus der Hand und schickte mich aufs Laufband. Just in jenem Moment in welchem ich das Laufband verließ, kam der Galan mit den hündischen Damen des Hauses retour. Seine Hand schmerzte und er hinkte etwas.

Auf meine Nachfragen berichtete er was passiert war. Er war ein Stück durch eine parkähnliche Anlage gegangen, dummerweise war es darin nicht matschig, sondern tatsächlich überzog Eis den Boden. Eine Person kam ihm mit ebenfalls zwei Hunden entgegen, da sich die fremden Hunde etwas zickig, ohne Bellen, gebärdeten, beschloss er auszuweichen, dabei rutschte er aus und landete unsanft am Rücken wobei die Laufleinen aus seiner Hand glitten.

Die hündischen Damen des Hauses nützten ihre gewonnene Freiheit und machten sich auf die fremden Hunde zu inspizieren, in Sorge das nun etwas passieren könnte versuchte er die Laufleinen zu erwischen und zog sich durch die dabei entstehende Reibung tatsächlich eine kleine Brandblase zu. Also versuchte er aufzuspringen und den hündischen Damen des Hauses nachzusetzten … Wobei er gleich wieder ausglitt.

„Ich bin dort am Rücken rumgerutscht wie ein hilfloser Maikäfer“, beschreibt er seine weiteren Versuche aufzustehen, schließlich war es ihm geglückt, nach einer kurzen Hundeschnupperrunde traten die drei den Heimweg auf dem gestreuten Asphaltweg an.

2 Kommentare

    • Warum seh ich Deinen Kommentar erst jetzt 😦
      Ja das kannte ich – das hab ich bei meinem alten Broterwerb mal ausgedruckt und hinter meinen Schreibtisch gehangen 🙂 von 4 1/2 Arbeitskräften – also vier Vollzeit eine Teilzeit konnte über drei Monate nämlich nur eine(r) den frühen und späten Dienst machen … Ich 🙂

      Gefällt 1 Person

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