Frauenlogik vs. Männerlogik: wir kaufen einen Geschirrspüler oder doch nicht?

Wie der geneigte Leser mittlerweile weiß und vermutlich nicht mehr hören, oder eher lesen, kann zogen der Galan, die hündischen Damen des Hauses und ich um. In Zahlen ausgedrückt war es der dritte Umzug für den Galan, der vierte für die hündischen Damen des Hauses und mein zehnter. Man sollte also meinen, dass ich eine gewisse Erfahrung mitbringe was das Umziehen, mit Möbeln und Hausrat, angeht. Pustekuchen …

… zumal ich in einigen Domizilen auf Mobiliar weitestgehend verzichtet habe, oder musste. Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein das ich keine Ahnung habe was aus meinen treuen Schlafsack wurde … Vor drei Jahren kaufte ich einen neuen, aber wo ist der Alte abgeblieben? Genauer weiß ich dafür was aus dem Rest meines Bettes, einer Luftmatratze wurde, selbige hatte im … puh … vorletzten oder doch vor- vorletzten Domizil beschlossen ihre Luft unwiederbringlich zu verlieren. Gänzlich ohne Matrazensport außer Puste die Gute, skandalös.

Lange Rede, wenig Sinn: da jedenfalls die meisten meiner Domizile über kein und meist geborgtes Mobiliar verfügten, war auch mir der Umzug mit Möbeln und Kisten, anstatt mit Sporttaschen und Sackerln neu.

Eines Abends, im alten Domizil, setzten sich der Galan und ich in die Küche, hilflos blickte ich auf die Kisten und die ganzen Möbel, welche ich mir erst in den letzten fünf Jahren gekauft hatte.

„Was nehmen wir mit?“, wende ich mich, fragend, an den Galan.

„Alles!“, die knappe Antwort.

„Alles?“

„Ja, alles!“

„Auch die Couch?“

„Jawohl, die auch.“

„Ha, Fangfrage, ich dachte wir kaufen einen Neue.“

„Egal, sie kommt trotzdem mit.“

Damals verstand ich seine Logik offenbar genau so wenig wie heute. Im Endeffekt hatte er Recht, eine neue Couch haben wir nämlich noch immer nicht gekauft und werden es wohl auch nicht.

Allerdings bin ich nun, einige Jahre nach dem Auszug aus dem elterlichen Domizil der stolze Besitzer einer Eckbank für meinen oder nun unseren Esstisch, welcher bis dato ohne Sitzgelegenheit als Ablagefläche diente. Gegessen wurde am Couchtisch, welcher nun immer mehr an Bedeutung verliert, zumal ich meine Bücher in jenem Kasten welcher beinahe vorerst Shadow und dann den Galan erschlagen hätte, verstaue.

Auch ein Regal hängt noch leer an der Wand, alles was ich bis dato daraufstellte gefiel mir auf einen anderen Platz, nämlich auf oder in jenem Kasten welcher beinahe unsere Familie verkleinert hätte, besser. Es bleibt abzuwarten welchen Zweck dieses Regal erfüllen wird, derzeit beherbergt es für einige Zeit die Putzutensilien am Sonntag, während dem Sonntagsputz, welcher gelegentlich schon am Samstag stattfindet und wenn ich sehr gut drauf bin gar am Freitagnachmittag.

Putzen mit Hunden im Haus ist übrigens mühsam, besonders im Winter, ich habe den Winter aber trotzdem lieber als den Sommer, offenbar bin ich ein Putz-Masochist. Derzeit schmeißen die hündischen Damen des Hauses ihre Unterwolle aus dem Fell, wobei ich vermute das es wegen der Unterwolle Wolfs im Schafspelz heißt. Jedenfalls renne ich ihnen teilweise tatsächlich mit dem Staubsauger oder dem Besen nach, beides keine gute Idee, der Besen scheint ein tolles großes Holzstück zum Spielen zu sein und den Staubsauger würden sie am liebsten … killen …

Wo war ich? Ach ja, Umzug, der ja eigentlich schon erledigt ist, nur das alte Domizil ist noch zu verkaufen, jemand Interesse? Die Nachbarn vom Planeten Dings gibt es gratis dazu.

Randnotiz an mich: Ich muss meine Werbestrategie überdenken.

Nun denn, da saßen wir in der Küche im alten Domizil, was wir im neuen Domizil noch immer so machen, obwohl die Eckbank samt Esstisch der Küche langsam aber sicher den Rang abläuft, aber so ist das nun einmal mit alten Gewohnheiten.

Herrgott … Also saßen wir da in der Küche, im alten Domizil, vor dem Umzug und überlegten was alles mitkommen würde, wobei wir eigentlich nicht überlegten, da der Galan beschlossen hatte das Alles mitkommt.

Alles konnte ich ihm jedoch ausreden, der Geschirrspüler, welcher übrigens noch tadellos wäscht, sollte im alten Domizil verblieben. Wie ich das dem Galan verkauft habe weiß ich jetzt gar nicht mehr, der wahre Grund ich hatte einen reduzierten in Schwarz mit blauen Lichtern gesehen, da war es um mich geschehen – Frauenlogik eben.

Wie es aber nun mal mit reduzierter Ware ist hat sie einen Hacken, unser Geschirrspüler hatte gleich zwei, da er erst einen Monat nach dem vereinbarten Termin eintreffen sollte und dann noch etwas Zeit herumstand bis er endlich angeschlossen werden konnte.

Nun vor kurzer Zeit war es endlich so weit, ich konnte das erste Mal den Geschirrspüler jene lästige Arbeit verrichten lassen, welche sofern ich sie manuell ausführe zur Folge hat das wir pro Waschvorgang etwas Geschirr weniger haben, meist Gläser, Tassen oder kleine Teller … Obwohl eine Gabel habe ich auch schon auf dem Gewissen, selbige überlebte den Aufprall am Boden nicht ohne gebrochene … Beine … ?

Hier offenbarte sich nun Haken zwei, der neue Geschirrspüler versprach dasselbe wie der alte, Platz für 24 Maßgedecke, nur wollte mein Geschirr, vor allem die Teller da einfach nicht reinpassen.

Etwas lauter sprechend und definitiv fluchend spülte ich jenen Teller von Hand und verkündete: „Wenn wir renovieren, schenken wir das doofe Teil einfach her und kaufen einen neuen Geschirrspüler! So ein (nicht für die Öffentlichkeit bestimmt)!“

Der Galan schwieg still, bis letzten Samstag, als er vom Einkauf mit neuen Tellersets heimkam … Er hatte den Geschirrspüler innen ausgemessen und passende Teller gekauft, was bedeutet der Geschirrspüler bleibt doch.

Männerlogik vs. Frauenlogik eben, zu meiner Verteidigung ich war sauer …

10 Kommentare

  1. Eckbänke sind toll. Ich bin neidisch!!
    Das alte Domizil ist mir zu weit weg, da hilft auch der „sympathische“ Nachbar nicht. 😀

    Und ich kenne das Geschirrspülerproblem.. Allerdings nicht bei mir, sondern im elterlichen Gefilde. Muttern hat sich ein neues, durchaus schickes, Geschirr gekauft. Allerdings passt der obere Einschub nicht in die Maschine, wenn die Teller dort gewaschen werden. Lösung: zwei Waschgänge. Ist ja nur das gute Geschirr, das kommt ja nicht so oft auf den Tisch.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s