Ich will doch nur auf das Konzert: Pleiten, Pech, Pannen vor Disturbed und Avenged Sevenfold.

In den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages, Donnerstag, trug es sich zu das ich mir während dem Broterwerb an einer überaus ungünstigen Stelle mit Papier in den Finger schnitt. Ich hätte es als Omen verstehen können, oder sollen. Dennoch hätte mich später an diesem Tag nichts davon abgehalten, an der Seite des Galans in die Wiener Stadthalle zu pilgern … Allerdings sollte sich der Weg dorthin etwas schwierig gestalten, obwohl ich rechnen kann, hatte ich mit einem ungünstigen Zusammentreffen mit deinem Freund und Helfer, der Polizei nicht gerechnet …

Überpünktlich hatten der Galan und ich unseren Broterwerb sowie das heimische Domizil verlassen, dennoch standen wir am Wiener Gürtel in einem dann doch etwas ungewöhnlichen Stau, nun ja … zumindest für die Uhrzeit relativ ungewöhnlich und heftig.

Laut äußere ich meine Befürchtung das wohl sämtliche Ö3-Hörer, jener Sender welcher nach elf Jahren Disturbed mit ihrem Simon & Garfunkel Cover: The Sound of Silence entdeckte und selbigen seit Sommer 2016 jeden Tag an die zehn Mal, also so gut wie jede Stunde und somit Tot spielt, soeben in die Stadthalle pilgern.

Der Opernball war mir völlig entfallen und dies obwohl mir Goldie Hawn, der Stargast des Herrn Lugner, dann doch zusagt: Groupies Forever!

Am Westbahnhof werde ich nun über meinen Irrtum belehrt, die Gegendemonstranten ziehen auf der anderen Seite gerade vorbei, der Gürtel wird, natürlich direkt vor uns, von einer Polizeistreife gesperrt und es heißt warten … Kurzzeitig amüsieren wir uns über vier Personen, in Ballroben, welche vor Stella den Zebrastreifen, direkt neben den Demonstranten, allerdings in entgegengesetzte Richtung kreuzen. Mutig die vier, irgendwie.

Muss ich erwähnen das ich nun etwas Trübsal blies und lieber dem Sound der Seven Trumepts, dem ersten Album von A7x, gelauscht hätte?

Endlich hat die kleine Ansammlung von Demonstranten, Gazetten sprechen heute von 100 Stück, die Kreuzung passiert und belagert nun die Mariahilfer Straße als es endlich weitergeht, 500 Meter, wir befinden uns ganz Links, auf der Abbiegespur gen Stadthalle als Stella von einer bagschierlichen Polizisten angehalten und nach rechts, auf einen Parkplatz gewunken wird.

Während zwei Polizisten bereits knapp hinter Stella, welche zugegeben etwas mitgenommen aussieht, herumturnen und dem Galan damit dann doch das Einparken etwas erschweren, feuert die bagschierliche Polizistin in während dem Einparken an … Ich bewundere den Galan für seine Ruhe, ich wäre sie jetzt eventuell angesprungen, wer parkt zügig ein, wenn direkt hinter dem Auto bereits zwei Menschen herumturnen?

Die Lenkerkontrolle wird aufgrund Stellas und dem galanschen Äußeren zu einer Drogensuche, schließlich soll auch ich aussteigen, Personalien habe ich natürlich nicht mit, wie immer, wenn ich ein Konzert besuche.

Nun erfahre ich das der Galan beeinträchtigt gewirkt hätte, ich kann mir ein „Ach und das sieht man im Dunkeln durch den Beifahrer hindurch?“, nicht verkneifen, aber ich murmle es nur ganz Leise. Ich bin versucht die Beamten darüber aufzuklären, dass der Galan eigentlich dort arbeitet wo auch Suchtkranke landen, wenn sie nichts mehr haben und gerade noch rechtzeitig das Ruder herumreißen und er allein dadurch wohl genug abschreckende Beispiele hat, aber ich verkneife es mir.

Ich gebe auf Anfrage meinen Namen und mein Geburtsdatum heraus, ob ich oder der Galan schon einmal Probleme mit der Polizei gehabt hätten … Ich habe ja oft diverse Probleme mit der Polizei, soeben ein relativ großes, weil wir nun Chevelle vollkommen verpassen, oder weil die Polizei abstraft, wenn man keine Rettungsgasse bildet es nach wie vor aber selber noch nicht kann, aber die meint er nicht, er ist ja nicht der Ombudsmann.

„Abgesehen von Parkstrafen und zu schnellem Fahren … Nein.“, antworte ich wahrheitsgemäß.

Da sie innerhalb einer viertel Stunde, in welcher wir von vorbeifahrenden neugierig begafft werden, weder beim Galan noch in Stella irgendetwas finden, gerate nun offenbar ich als Drogenversteck ins Visier. 15 Grad beschert uns der Abend, ich trage eine Weste, ohne Taschen und eine Hose mit schrägen Einschubtaschen in welche kaum meine Hände reichen, welche ich trotzdem mittlerweile dort reingeschoben habe.

„Hände aus den Taschen!“, kritisch werde ich von oben bis unten beäugt und schließlich abgetastet, offenbar frustriert das auch bei mir nichts zu finden ist muss ich nun meine löchrigen Converse ausziehen und zeigen das auch dort oder in meinen Socken nichts steckt …

Jetzt bereits zwanzig Minuten nach Acht, ziehen die Beamten ihren wohl letzten Trumpf. „Was wäre wenn, wir mit ihnen aufs Revier fahren und einen Test auf verschiedene Substanzen durchführen?“

Innerlich schreie ich und frage die himmlische Obrigkeit ob es mir einfach nicht vergönnt ist Avenged Sevenfold Live zu sehen. Aber unser relativ gelassenes „Dann fahren wir halt und sind enttäuscht das Konzert nicht zu sehen.“, scheint auf einmal zu überzeugen. Wir dürfen von dannen ziehen.

Durch unsere nun überaus ungünstige Lage, müssen wir den Gürtel ein gutes Stück an unserem Ziel vorbei hinunterfahren, bevor wir umdrehen und wieder Richtung Stadthalle fahren können. Soeben donnert mir Second Heartbeat aus Stellas Boxen entgegen.

„Ich will doch nur auf das Konzert!“

Rufe ich aus als wir nun wieder im zähen Verkehr stehen. Überaus skeptisch blicke ich auf die Uhr. „Wenigstens werden wir von drei Bands noch die Letzte sehen.“

Doch die himmlische Obrigkeit scheint nun doch noch Mitleid mit mir oder uns zu zeigen, wir ergattern einen Parkplatz direkt neben der Stadthalle.

„Vergiss nicht einen Parkschein zu lösen.“, sage ich dem Galan, während wir uns in die Stadthalle begeben und er sein Mobiletelefon, mit welchen er Handyparken, also einen Parkschein via Mobiltelefon lösen kann, in den Händen hält.

„Ja, ja“, seine Antwort, wir wissen alle was das heißt …
Als wir gegen dreiviertel zwölf wieder bei Stella ankommen, steckt ein Bußgeldbescheid hinter Stellas Scheibenwischer …

Wie das Konzert war? Dies verdient seinen eigenen Beitrag

11 Kommentare

  1. Ich musste erstmal „bagschierlich“ googlen, vermutete ich doch etwas mehr weniger freundliches dahinter. 😀

    Ohje.. Einmal mehr freue ich mich darüber bislang nie in einer Polizeikontrolle geraten zu sein. Mein einziges Aufeinandertreffen verlief recht positiv für mich, redeten die Polizisten dem Unfallgegner die Anzeige gegen mich aus, weil ich doch kooperieren würde.

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    • Ups, ich wollte diese wienerischen Ausdrücek vermeiden … Nein, nein wenn jemand schon so sein (wörtliches) fett von mir abbekommt muss ich auch etwas positives herausheben – sonst wäre es nicht fair – zumal ich ja weggelassen habe das es ihr Job ist. An einem anderen Tag bzw. wenn ich nicht DRINGEND zu einem Konzert muss sollens doch bitte das Auto auseinandernehmen und mich genau unter die Lupe nehmen – von mir aus auch aufs Revier mitnehmen – ist ihr Job und verhindert schlimmeres wenn sie wirklich jemand erwischen der etwas verbotenes zu sich genommen hat.
      Ich komme hier und da in Polizeikontrollen – meist dann wenn ich es (zeitlich) überhaupt nicht brauchen kann 🙂 Ich bzw. auch der Galan dürften da einfach ein Klischee erfüllen … Außerhalb von Wien sind Polizeibeamte auch deutlich „entspannter“ und „umgänglicher“ – weiß nicht wie ich das ausdrücken soll …
      Uh Deine Geschichte klingt gerade recht spannend.

      Gefällt 1 Person

    • Puh da bin ich überfragt, obwohl ich glaub alle Demos führen normalerweise über den Ring, wegen Rathaus und Parlament und irgendwas gibt es immer zu Demonstrieren. Gürtel ist eher selten, glaube ich. Endstation der gestrigen „Eat the Rich“-Demo war das Museumsquartier, habe mich dann auch gewundert warum die nicht über den Ring gegangen sind, vermute wegen Hrn. Lugner? Anscheinend sind die Demonstranten direkt an der Lugner City vorbeigegangen … Nein gerade auf einen Plan geschaut, sie sind 2 Straßen nach der Stadthalle auf den Gürtel, bei der Löhrgasse, dann das Stückerl Westbahnhof rauf und rüber auf die Mariahilfer Straße …

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