Viele Höhen und wenig Tiefen beim Rise Up Festival 2017: oder zeitgerecht für Uzziel

Es ist kein Geheimnis das wir, bedauerlicherweise, öfter die erste Band eines Abends oder Konzertes verpassen, ebenso wenig verheimlichten wir unseren Umzug zu Anfang des Jahres, bei welchen nicht nur ein Kasten, welcher beinahe die Familie verkleinert hätte, sondern auch ein Zaun zu Bruch ging … Kann ein Zaun zu Bruch gehen? Jedenfalls wurde er, der Zaun, beschädigt, von einem Nussbaum, und verlangt nach Ersetzung.  Just an diesem Wochenende hatte sich Tati, wie ich meinen Vater nenne, in den Kopf gesetzt die neuen Zaunpfeiler einzubetonieren, wobei er die helfenden Hände des Galans in Anspruch nehmen sollte oder wollte. „Klar, kein Problem, wir stehen früher auf aber um spätestens halb eins müssen wir los. Das Rise Up Festival ruft!“

Gegen halb zwölf setzte ich den Galan darüber in Kenntnis das ich soeben alles einpacken würde und dann mit den hündischen Damen des Hauses noch eine Runde gehen würde.
„Ja, ja.“, die obligatorische Antwort.
Mittlerweile war auch unser Superman-Freund Max gekommen, er würde die hündischen Damen des Hauses über Nacht hüten und wie selbstverständlich half er draußen tatkräftig mit, obwohl er nicht mal Arbeitsklamotten mit hatte.  (Danke Max!)

Zehn vor Zwölf befand ich mich wieder im heimischen Domizil, der Galan rührte soeben Zement an.
„Rein mit Dir und duschen! Ich will Uzziel nicht verpassen!“, bellte ich beeindruckender als jeder Drill-Sergeant.

Zehn nach halb eins oder doch zwanzig vor eins, fuhren wir endlich los. Mit ziemlich guter Laune oder schlichtweg einer gehörigen Portion Vorfreude erfreute ich die galanschen Ohren in den Pausen zwischen den Songs aus Flippers, wie ich mein Auto nenne, Radio mit: I can’t reach the Light no more, can not touch it anymore … CAPTURED!

Kurz nach drei hatten wir endlich das Veranstaltungszentrum Judenburg erreicht, praktisch das sich unser Hotel genau daneben oder doch dahinter befand. Schnell den Schlüssel holen, die Rucksäcke nach oben bringen und ab zum Rise Up.

Im Veranstaltungszentrum erwartet uns eine kurze Warteschlange, ich schnappe auf das die gebuchten Securities offenbar nicht gekommen sind. Alexander, einer der Veranstalter, hat also gleich zu Beginn gut zu tun. Nachdem wir im oberen Stockwerk angekommen sind besorgen wir uns schnell noch etwas zu trinken, Bier für den Galan und einen Maracuja-Spritzer für mich, da es keinen Radler gibt, dann ertönen auch schon die ersten Klänge.

uzziel

Uzziel hat die Bühne betreten, für uns das erste Mal mit ihrem neuen Gitarristen. Die Halle ist noch etwas leer, erst als sie nach ihrem ersten Song das Wort an das Publikum richten, wird es etwas voller. Ein wenig Situationskomik schwang hier für mich mit, strömen die Fans doch just in jenem Moment als sich Uzziel, mit einem Augenzwinkern, als die beste Oberösterreichische Volksmusikband vorstellt, herein.

Viel Spielraum bietet ihnen ihre Spielzeit von 25 Minuten nicht, dennoch richten sie nach zwei weiteren Songs nochmal das Wort an das Publikum; am Merchandise Stand sollen sich die Leute eine CD kaufen, auch wenn sie ihnen nicht gefällt, denn dann könnten sie diese jenen Menschen weiterschenken die sie nicht leiden können.

Mit ihren Witzen müssen Uzziel übrigens von rein gar nichts ablenken, wie man es dann doch von einigen anderen Bands kennt. Uzziel setzen mit ihrem Sound, wobei sie einfach machen was ihnen selbst gefällt, genau auf das richtige Pferd. Ihr erstes Album: Torn Apart, zeichnet sich durch viele starke Titel aus, ich möchte sie gar nicht in ein Genre schieben, sie kochen ihr eigenes Metal-Süppchen gewürzt mit kräftigen und auch mal aggressiven Gesang, knackigen Lead- und Rhythmusgitarren garniert mit satten Drums. Während ihrem Auftritt nicht zu feiern scheint keine Option und so kann man einfach nur mit ihrem nicht unbeliebten Titel: Like a God ein Kompliment an sie aussprechen. Ein zweites Album ist in Arbeit und ich vermute jetzt schon ein Werk auf das man sich freuen darf, nix da mit weiterschenken!

pain-is

Nach einer kurzen Pause betreten Pain Is die Bühne, die Grazer welche dann doch etwas mehr im Osten, zum Beispiel Slowenien, unterwegs sind, wie uns später die hübsche Bassistin erzählt, blicken mittlerweile auf 15 Bandjahre und fünf Alben zurück. Ihr Name lässt mich kurz vor ihrem Auftritt in Gedanken versinken … Schmerz ist … für jeden wohl etwas anderes, aber ziemlich sicher nicht Pain Is … zu lauschen.

In Schwarz und Rot gehalten entern sie die Bühne, als erstes fällt mir ihre hübsche und sexy gekleidete Bassistin MaC ins Auge, als nächstes Tom Steam an der Gitarre … darf ich es sagen? Hello Rock Santa, schießt es mir durch den Kopf, allerdings nicht negativ gemeint.

Längere Grübeleien verbietet mir nun der satte Sound und die gewaltige Stimme des Sängers. Guten Morgen Judenburg! Wer bis jetzt noch nicht feierte fängt nun damit an. Tatsächlich ist die Halle nun gut gefüllt, fast wie bei einem Headliner, beachtlich.

Auch Pain Is… sind lediglich 25 Minuten Spielzeit vergönnt und auch sie vergeuden diese nicht. Sie nehmen ihre Fans mit auf eine Reise durch ihr überaus interessantes musikalisches Schaffen. Still zu stehen ist auch für uns keine Option und nach ihrem starken Auftritt, mit viel Power und keck rutschenden Trägern ist klar, wir werden uns am Merchandise Stand mit T-Shirts und CD eindecken. Ihr Album: God Particle läuft soeben und erschwert mir etwas das Schreiben, allerdings im positiven Sinne … Ich empfehle zum Einstieg: Left all Behind und What we are

Darf ich nochmal etwas wagen? Könnte man Disturbed auf der Tour mit Avenged Sevenfold nicht einfach gegen Pain Is… austauschen? Sound, Energie und Stimmung würden definitiv passen.

Ganz schön erhitzt von Uzziel und Pain is begeben wir uns kurz an die frische Luft und verschnaufen etwas bevor Dreaded Downfall uns die Ehre geben.

dreaded-downfall

Hier halte ich mich nun etwas zurück, da ich bereits voriges Jahr die Ehre hatte eine ausführliche Review für ihr Album Farewell to Greatness zu schreiben, in Deutsch und Englisch. Die Titel, zu welchen ich nach wie vor auch noch gerne Sport betreibe, live erleben zu dürfen, war definitiv eines meiner persönlichen Highlights des gestrigen Abends. Wirklich Top. Laut Ihrer Facebook Seite gibt es interessante Neuigkeiten mit White Tower Records und ihr Album Farewell to Greatness wird um zwei Titel erweitert.
Her damit!
Bis es soweit ist darf man sich übrigens an ihrem ausdrucksstarken Video zu I’m Broken mit einer Tanzperformance von Irena Tavpash erfreuen.

Jan, der Drummer der Band RANT gesellt sich für ein kurzes Gespräch zu uns, er arbeitet heute für das Rise Up Festival hinter den Kulissen und verrät uns das mittlerweile zwei Securities eingetroffen sind. Viel wichtiger jedoch, am 22. April dürfen wir uns in Kapfenberg auf die CD-Release Party von RANT freuen, mit dabei Parkbench Drive und The Overalls. Pflichttermin.

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Als nächstes erwarten uns Leons Massacre, auf einem ihrer Konzerte war ich noch nicht, allerdings gab es circa 2012 eine Begegnung mit ihrem Album Turning Point, damals überforderte mich der Übergang von satten Screams, tiefen Growls, einem beachtlichen Klargesang und einem interessanten Rap allerdings etwas.

Ähnlich wie Linkin Park, mit welchen ich nie wirklich warm wurde, wobei ich Leons Massacre mehr Potential als Linkin Park gebe, wobei letztere ihr Pulver mit ihrem Techno Gedöns endgültig verschossen haben, soweit es mich angeht. Aber es geht ja jetzt nicht um Linkin Park.

In meinem Kopf und tatsächlich sogar auf einer aktuellen Playlist befindet sich allerdings noch Scene of the Massacre, der Song ist von Turning Point hängengeblieben, starke Melodie, starker Text.

Live überzeugen sie mich nun von der ersten Sekunde an, derartig das ich beinahe komplett auf meine Kamera vergesse, was sie stimmlich und melodisch auf der Platte vollbringen bereitet ihnen Live offenbar keinerlei Schwierigkeiten. Ich gelobe Besserung und bleibe nun in jedem Fall an der Entwicklung von Leons Massacre dran, aktuell hat es mir übrigens Shattered Parts angetan.

Das restliche Publikum ist übrigens ebenfalls von der ersten Sekunde an überzeugt und schließlich geben zwei Fans noch eine interessante Showeinlage.

In der folgenden Pause treffen wir auf einen eingefleischten Vinegar Hill Fan, welcher sich wohl dann doch etwas mehr als ich auf ihren Auftritt freut … obwohl das gar nicht geht.

Der Galan und ich besuchten nun schon einige Konzerte von und mit ihnen, sie sind stets ein Garant für eine gute Zeit, ausgelassene Stimmung und jede Menge Energie. Ist das Publikum einmal etwas zu verhalten, scheuen sie nicht davor zurück sie persönlich zum Feiern zu animieren. Berührungsängste gibt es keine, auch nach der Show nicht wo man sie immer wieder angeregt mit ihren Fans unterhalten sieht.

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Es fällt mir durchaus schwer nicht ausführlich über Vinegar Hill zu schreiben, aber heute möchte ich etwas mehr den Bands den Vortritt lassen, welche bis dato unerwähnt blieben. Aber ich komme nicht umhin zu erwähnen, dass ich offensichtlich nicht die Einzige bin die bei Road to Grace abgeht, gepaart mit Riks to Fall bringen sie einen müden Läufer übrigens dazu doch einen Lauf zu belaufen, aber das ist eine andere Geschichte.

Viel wichtiger, Vinegar Hill haben dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, Gratulation an dieser Stelle und definitiv auf die nächsten zehn!
Persönlich erleben könnt ihr Vinegar Hill übrigens demnächst auch in der näheren Region, am 24. März in Wiener Neustadt mit Across the Element.

Uh, da spreche ich in der Überschrift von Höhen und Tiefen, dies war natürlich nicht auf die Bands bezogen. Wie erwähnt kamen die gebuchten Security nicht beziehungsweise etwas verspätet. Die australischen Void of Vision, welche nach Vinegar Hill die Fans für die großen Bands anheizte postete heute das wohl offenbar jemand Merch im Wert von tausend Euro gestohlen hat.

Vielleicht finden die Artikel den Weg ja wieder zurück? Auch wenn Void of Vision dann schon etwas bekannter sind, müssen sie ihre Merch-Artikel selbst finanzieren und tausend Euro tun wohl jedem im Börserl weh …

Dafür wurde offenbar ein Mobiltelefon in der Damentoilette zurückgelassen und unbeschadet bei den Veranstaltern zur Abholung abgegeben. Die glückliche Besitzerin hat sich hierfür ebenfalls mit einem Facebook Post bedankt. Ich finde das auch Top!

Nun verschnaufen wir, bevor wir uns, vermutlich erst in ein bis zwei Tagen, Void of Vision, Make them Suffer, Betraying the Martyrs und Chelsea Grin widmen.

Trotz kleiner oder größerer Problemen lief das Festival für die Besucher offenbar tadellos ab, viel gab es nicht zu bekritteln, außer dass es wohl keinen Radler gab … Zu späterer Stunde ersuchte ich um ein Mineralwasser, ich bin nun nicht mehr sicher ob es schon aus war oder ob es dies auch gar nicht gab, ich vermute es war schon aus.

Dennoch komme ich zu dem Schluss das der erfolgreiche Auftakt aus dem ersten Jahr, dieses Jahr fortgesetzt wurde, ein Kompliment in jedem Fall auch für die Auswahl und Zusammenstellung der Bands und vermute im nächsten Jahr wird das Rise Up Festival sicher wieder gut besucht werden.

Fotos hier

Viel bessere Fotos in 10 Alben bei Karloo Entertainment

 

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