Wo es ein Handicap ist eine Frau zu sein

Eigentlich hätte es am Frauentag witzig werden sollen, in meinem Kopf hatte sich schon allerlei rund um das Thema Frauenlogik abgespielt. Dann besann ich mich auf den Ursprung des Frauentages. Grübelte über Wahlrechte und die Stellung der Frau in diversen Ländern, aber diese Themen sind mir derzeit zu Heiß. Dann fiel mir etwas anderes, wichtiges ein: Jede Frau kennt ihn, einige Mädchen ebenfalls und einige Mädchen lernen ihn noch im Laufe ihrer Lebensjahre kenne. Der weibliche Zyklus. Nichts angenehmes auch nicht immer hierzulande, wobei ich natürlich keine Scham meine, warum sollte ich oder jede andere Frau oder Mädchen sich für etwas schämen, dass völlig natürlich ist und unter anderem mit sicherstellt das ein neues Leben entstehen kann.

Es ist nicht angenehm denken wir nur allein an die Schmerzen die bei manchen immer, manchen teilweise und bei einigen glücklichen nie eintreffen und andere Begleiterscheinungen, wie Heißhungerattacken, Wassereinlagerungen, spannende und schmerzempfindliche Brüste und einige andere Dinge. Bei mir legt meist der Geruchssinn für ein zwei Wochen zu, derartig das mir manchmal speiübel wird, oder mich alle für Irre halten weil ich etwas Rieche das anscheinend gar nicht da ist.

Das größte Horrorszenario in unseren Breitengraden ist wohl, dass man während einer bestimmten Zeit im Monat unterwegs ist und keine Damenhygienebedarfsartikel mit sich führt. Im Endeffekt aber kein zu großes Problem, wenn man andere Damen trifft oder Geld dabei hat. In jedem Laden und vielen Tankstellen erhält Frau ohne viel Trara was sie braucht um, hach sauber könnte jetzt negativ verstanden werden, aber im Endeffekt ist es ja bei vielen so, um sich sauber zu fühlen. Schaffen wir es mal nicht zeitgerecht, können wir die paar Flecken in der Waschmaschine hygienisch entfernen.

Schauen wir nun auf andere Teile der Welt, erfahren wir schnell welch Privileg wir gegenüber vielen anderen Frauen haben, denn tatsächlich können Millionen von Frauen und jungen Mädchen weder ihrer Arbeit noch der Schule nachgehen … In ihrer Woche der Scham, wie es in Gegenden von Südafrika genannt wird.

Sehen wir in den Norden von Simbabwe, genauer in Kanyemba, quasi gleich neben den luxuriösen Lodges für Urlauber am Fluss, leben Frauen und Mädchen die sich fast den ganzen Monat den Kopf darüber zerbrechen wie sie denn diese eine Woche im Monat überstehen sollen. Sie überlegen wo sie Binden herbekommen sollen und benützen nicht selten gebrauchte von anderen Familienmitgliedern oder Freundinnen, allerdings nicht waschbare …

Kanyemba ist ein armer Bezirk, die arbeitslosen Rate vor allem unter den Frauen sehr hoch, auch Bildung gibt es kaum, seit 1995 kann man ein wenig in einer Grundschule lernen, aber das war es dann auch. Dennoch fanden hier verschiedene Stämme und Nachkommen einst rebellierender Sklaven hier Zuflucht.

Aufklärung, in verschiedenen Bereichen gibt es nicht und so benützen die jungen Mädchen und Frauen, wenn sie keine gebrauchten Binden ergattern können, dreckige Stofffetzen, Erde oder Kuhdung um ihre Blutung aufzufangen.

Man stelle sich nun, abgesehen davon dies überhaupt erst benützen zu müssen, einen mehrere Kilometer langen Gang in die Schule oder den Arbeitsplatz mit Kuhdung zwischen den Beinen vor … grauenhaft. Nun kommt hinzu, dass es an den Schulen keine sanitären Einrichtungen gibt um sich nach einem denkbaren Wechsel zu waschen … Viele brechen durch diese Bedingungen die Schule schließlich gänzlich ab. Somit fehlt es ihnen dann wieder an der Bildung um einer Arbeit nachzugehen und sich so Hygieneartikel zu leisten.

Ein weiteres Problem ist nun, dass sich die ganze Dorfgemeinschaft im Fluss wäscht und daraus trinkt, auch wilde Tiere laben sich an dem Wasser, die Folge sind Krankheiten und Todesfälle.

Auch in Kenia sind seit 2011 viele Flüchtlinge im Lager Dadaab eingetroffen, junge Frauen und Mädchen haben aufgrund der knappen Ressourcen kaum Zugang zu sanitären Anlagen, das erleichtern im Busch führt öfter zur sexueller Gewalt, zusätzlich dazu erwartet auch sie jedes Monat eine Woche der Scham …

Abhilfe schafft hier unter anderem das Projekt Care, welches an Mädchen und Frauen Hygieneartikel verteilt um ihnen somit den Weg in die Schule und den Schulalltag in dieser Woche zu erleichtern. Auch Afripads haben es sich zur Aufgabe gemacht waschbare Binden nach Afrika zu bringen, allerdings müssen diese caritative Einrichtungen kaufen …

Widmen wir doch die verbleibenden Stunden des Frauentags somit diesen Mädchen und Frauen und auch wenn es mir zu Heiß war, jenen Frauen die tatsächlich aufgrund der Tatsache das sie eine Frau sind schlechter gestellt sind als der Mann und nach wie vor nicht wählen dürfen, lehnen wir uns zurück und überlegen was wir aktiv für diese Frauen tun können … genau darum ging es nämlich mal am Frauentag …

… um nun doch noch etwas Witz einzustreuen, die Frauenlogik des Wesens hinter dem Blog gibt es somit demnächst.

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