Nach dem Rise Up Festival: Wandern, Kopfweh und Gleitgel

Ja ich weiß, ich bin noch den zweiten Teil des Rise Up Festivals schuldig, immerhin heizten uns noch die bestohlenen Void of Vision, Make them Suffer, Betraying the Martyrs und Chelsea Grin ein. Grundsätzlich wäre der Text hierzu auch schon fertig … Aber … ja immer dieses aber, ich bin mit meinem Text noch nicht zufrieden. Bevor ich nun anfing diese Geschichte zu tippen, saß ich zwei Stunden davor und textete um. Langsam wird es, daher verspreche ich Teil zwei bis zum Wochenende. Der Konzertabend war jedenfalls dank Maracuja-Spritzer, Bier und verdammt guter Laune feuchtfröhlich zu Ende gegangen.

Zwar hatten wir über Nacht ein durchaus empfehlenswertes Hotel gebucht, welches über einen Außenlift verfügt. Ein interessanter Umstand, für mich, manchmal träume ich von Außenliften, allerdings in keinem guten Zusammenhang und obwohl besagtes Hotel wirklich toll war, bereitete mir die erste Fahrt mit dem Lift einiges an Unbehagen. Die hintere Wand bestand aus Glas, sodass man zwar über einen hübschen Spielplatz mit kleinem Park sehen konnte, aber auch in die Tiefe. Im dritten und letzten Stock angekommen, bemerkte ich nun das Übergang zu den Zimmern zwar Überdacht war, der Boden jedoch aus Gittern bestand, wodurch man wieder in die Tiefe sehen konnte. Ich wiederhole mich tatsächlich träume ich manchmal Horrorszenarien mit solchen Liften, obwohl ich bis dahin noch nie einen derartigen betreten hatte.

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Passiert ist offenbar nichts und unser hübsches Zimmer, mit dem klingenden Namen Eidechse, wobei dies wieder auf das Sternenbild der Eidechse anspielt, lies den Adrenalinschub gleich in ein wohliges, heimeliges Gefühl übergehen. Wie ich am nächsten Tag nach dem Frühstück erfragte sind Hunde jeglicher Größen und Rassen dort erwünscht, gepaart mit unserem späteren Spaziergang steht für uns bereits fest, es wird einen weiteren Besuch unsererseits mit Übernachtung samt den hündischen Damen des Hauses in diesem Hotel geben.

Nun denn, nach jeder Partynacht folgt der Morgen danach, damit manchmal auch die Reue über den eigenen Alkoholkonsum. Wohl aufgeklärt über Restalkohol und wissen das ich noch ein Fahrzeug einige Kilometer über Autobahnen zu lenken hatte und somit nicht nur Verantwortung für mich selbst übernehmen musste, lies ich ein paar Drinks aus und genehmigte mir anstatt dessen dieses zuckersüße schwarzbraune Gesöff mit den roten Etiketten und Stöpseln.

Eines der wenigen Kritikpunkte am Rise Up Festival, dass es offenbar kein Mineralwasser mehr gab. Ein weiterer wäre eben, dass es nichts Vegetarisches zu verspeisen gab. Ja, ja, ich weiß, Vegetarier nerven. Nachdem ich darüber aufgeklärt war, dass es nur heiße Hunde, auch Hotdogs genannt, gäbe bestellte ich:

„Okay, bitte zweimal heißen Hund, mit allem aber ohne Wurst.“, dann knabberte ich meine weichen warmen Brötchen mit Senf, Ketchup, Essiggurken und Röstzwiebeln … Die Dame hatte mit mir wohl Mitleid und gab mir anscheinend in beide heiße Brötchen extra Gurken hinein.

Verzettelt, jedenfalls folgte nun der Morgen danach, meine frühzeitige Bremsung und meine dezent verrückte Schilddrüse erlaubten mir, wie so oft, auch wenn es mal noch feuchtfröhlicher zugeht, ohne Kater oder flauen Magen zu erwachen … Allerdings bereits gegen sechs Uhr in der Früh, ein Sklave der Arbeitswelt, das Wesen hinter dem Blog, oder einfach der Routine.

Also drehte ich mich bis dreiviertel Neun mehrfach um, da läutete der Wecker, damit wir noch ein Frühstück ergattern konnten und beobachtete den Galan, welcher sich bereits im Schlaf den Kopf hielt. Dementsprechend begeistert war er nun als ich, nachdem der Wecker ihn aus dem Schlaf geholt hatte, auf ihm herumzuturnen began damit er endlich aufstand.

Eines Tages werden wir uns wohl reproduzieren … also vermehren, ich befürchte dann bekomme ich das Alles zurück …

Eine viertel Stunde später, hatte ich eine Katzenwäsche genossen, meine Zähne geputzt und meinen Kram sowie die Errungenschaften der letzten Nacht bereits verstaut, der Galan schleppte sich langsam aus dem Bett und fragte nach einer Tablette gegen Kopfweh … Natürlich hatte ich, als gute Frau die ich bin, keine mit.

Das Frühstück überstand er relativ gut und aß sogar mit Appetit, aber irgendetwas konnte nicht stimmen, auf meine Idee noch zwei bis drei Stunden die Gegend zu erkunden reagierte er gar nicht Ablehnung. Übrigens der einzige Kritikpunkt am Hotel, der Kaffee war nicht so unseres.

Wir schlenderten ihn Richtung des Stadtturmes von Judenburg, bogen links ab, kurze Gerade und wieder links, staunten wie ausgestorben Judenburg zu sein schien, selbst im wunderschönen Krankenhauspark befand sich niemand, was allerdings eben daran liegen könnte, dass dieser von der Straße eben einzusehen ist.

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Schließlich kamen wir an eine Ortstafel welche uns verkündete nun in Oberweg zu sein, frohen Mutes schritten wir weiter und fanden am Haus des ortsansässigen Imkers mit jeder Menge fleißig herumsummender Bienchen, ein Schild das uns den Weg zu einer Grotte auswies. Freudig folgten wir diesem Weg steil bergauf, vorbei am Felsenstadion um dann kurz vor der Grotte festzustellen das diese gesperrt war, aber immerhin fand ich Schnee, welchen ich natürlich nicht benütze um einen Schneeball zu formen und den Galan damit abzuschießen … Jedenfalls wendeten wir und folgten dem … puh … gute Frage weg, rund um Judenburg mit fantastischer Aussicht.

Allerdings schon zwei Stunden unterwegs kürzten wir schließlich quer Feld ein ab, bemerkenswert dabei, dass niemand dabei zu Schaden kam, nicht einmal nasse Füße holte ich mir mit meinen löchrigen Schuhen beim Weg durch feuchte, teilweise doch nasse Erde.

Wieder in Judenburg, enterten wir eine Tankstelle, welche in einem gigantischen … Ovalverkehr, denn ein Kreis war dies nicht, stand. Wir versprachen uns einen besseren Kaffee, nix da, später sollte uns irgendjemand darüber aufklären das man hier nur Gschloder trinken würde, allerdings weiß ich jetzt wirklich nicht mehr wer das war.

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Auf unserem weiteren Weg zurück zum Hotel, wo Flipper geduldig auf unsere Rückkehr wartete, fanden wir den heiligen Gral, der natürlich gar nicht der heilige Gral, sondern ein Denkmal war.

Der Galan spürte seinen Kopf noch immer etwas und ich schlug ihm vor, dass ich im Hotel nach einer Tablette fragen würde. Kurz vor dem Hotel kamen wir allerdings an einem Apomat vorbei.

Immer im Dienst für Ihre Gesundheit.

Prangte in weißen Lettern darauf.
„Ha, da ist sicher Aspirin drinnen.“, verkünde ich siegessicher und beginne die Reihen mit den Augen zu durchforsten.

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Sie, die Augen, oder doch ich stoßen dabei auf Bio-Säfte, das gute alte isländisch Moos, Thermacare, Magnesium Brause, Iberogast, Pflaster, Schnuller, Schwangerschaftstest, Bepanthen, Ohropax, Notfalltropfen für den Kreislauf, Damenhygienbedarfsartikel, einem Multidorgentest, Handcreme, diverse Lutschtabletten für diverse Halsbeschwerden, Tuc Cracker Kondome, Gleitgel …. Gleitgel? … Gleitgel?!?

„Ne da ist nix für den Kopf drinnen, oder hilft dir Gleitgel?“, stelle ich fest und der Galan schmunzelt.

„Gleitgel für den Kopf?“

„Falls man mit dem Kopf, irgendwo stecken geblieben ist … in einem Gitter zum Beispiel.“, antworte ich und der Galan reibt sich den Kopf, da er aufgrund der Situationskomik nun richtig lacht.

In Flipper schläft der Galan schließlich ein und ich sinniere über Notfallgleitgel.
Falls der Kopf wo steckt, der (Ehe)Ring nicht abgeht, man in die Skinny Jeans nicht reinkommt, der Prinz mit dem gläsernen Schuh vor der Tür steht der nur einem Mädchen passt, diesem aber trotzdem vom Fuß gerutscht ist, oder … ???

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