Sprechen wir über das erste Tattoo: Der große Tag

In diesem Zusammenhang kein muss, weil ich mich vermutlich ohnehin erneut verzetteln werde und eventuell damit eine grobe Zusammenfassung gebe, empfehle ich diesen Beitrag zur Einstimmung. Denn nachdem wir nun wissen welches Motiv wir uns wünschen und dabei hoffentlich nicht unbedingt einem Tattoo-Modetrend folgen und uns bewusst sind das der Laser das Tattoo dann doch nicht so einfach wieder wegmacht. Wir den Künstler vornehmlich nach seinen Fertigkeiten und der Hygiene im Studio und nicht nach seinem Äußeren, außer ein Künstler schien äußerst ungepflegt, gewählt haben, ist der große Tag gekommen.

Der Termin ist fixiert? Gut, vermeide Sonnenbaden, dass letzte was man am großen Tag gebrauchen kann ist ein Sonnenbrand, tatsächlich kann in vielen Fällen mit einem Sonnenbrand gar nicht tätowiert werden.

Hygiene war Euch bei der Auswahl des geeigneten Künstlers und Studios überaus wichtig, tatsächlich mindestens genauso wichtig wie das Motiv und der Wunsch nach einem Tattoo, also vernachlässigt an Eurem großen Tag Eure Hygiene nicht.

Duscht so spät wie möglich am Tag des Termins, müsst ihr vor Euren Termin in die Arbeit und kommt dazwischen nicht mehr nach Hause dann duscht doch ausgiebig am Morgen und nehmt Euch, natürlich je nach Körperstelle welche verziert wird ein Deo mit. Während des tätowieren kommt ihr ziemlich sicher ins Schwitzen, also bevor ihr zum Termin fahrt schnell nochmal unter die Achseln damit. Wird Euer Unterschenkel tätowiert, duscht trotzdem, aber lasst das Deo getrost zu Hause, außer Eure Füße neigen zu Geruch. Nach Möglichkeit wählt einen dezenten Geruch und bitte keinen extra Klacks Parfum.

Ebenso wie Sonnenbaden sollte frisches rasieren oder auch Epilieren, Wachsen und was es da nicht alles zur Haarentfernung gibt, kurz vor dem Termin vermieden werden. Hautirritationen könnt ihr jetzt auch nicht brauchen. Ein guter Tattoo-Künstler hat Rasierer zur Hand und entfernt Eure Haare selbst nach Bedarf, bevor er die Schablone, auch Stencil genannt, auf Eure Haut drückt.

Ich nehme es nicht an, aber es sollte mal gesagt sein, in keinem Fall nehmt ihr vor Eurem Termin Schmerzmittel mit Ascorbinsäure oder Alkohol zu Euch! Es blutet meist so oder so etwas aber damit blutet es dann mitunter richtig … Es hält sich hartnäckig das Gerücht das unter dem Einfluss besagter „Substanzen“ die Farbe auch nicht hält, ich höre von tätowierten Beides, dass es Humbug sei und das es stimmen würde, wird wohl auch abhängig vom Menschen sein, riskieren würde ich es nicht …

Tätowieren ohne Essen? Keine gute Idee

Ihr Raucht oder hattet ordentlich Knoblauch zu Mittag? Kein Thema, Eure Sache, aber denkt vielleicht dann noch daran einen Kaugummi oder Pfefferminz mitzunehmen, so nah am Körper da kann der Geruch dann schon etwas stören, vor allem wenn dann Oberarme, Hals oder eben der Brustbereich verschönert wird.

Apropos Knoblauch, vor allem zum ersten Tattoo Termin ohne etwas im Bauch ist keine gute Idee. Keiner spricht davon dass man sich den Bauch vollschlagen muss und auch zu deftiges Essen würde ich meiden. Es empfiehlt sich etwas gut verträgliches, dass den Magen nicht zu sehr belastet und bitte nicht zu knapp vor dem Termin, eine Stunde oder auch zwei kann ruhig zwischen Mahl und Termin liegen. Euer Körper freut sich aber sicher trotz Frühstück oder Mittagessen, über einen kleinen Schokoriegel oder Snack ein paar Minuten bevor es ernst wird.

Übrigens, nach dem tätowieren, zumindest bei großen Motiven mit viel Schattierung, habt ihr nachher ziemlich sicher wieder Hunger.

Süßer Schmerz

Warum? Das ist Simple, tätowieren ist unangenehm. Punkt. Egal ob es ein Schriftzug, also „nur“ Linien sind oder ein großflächiges Motiv, irgendeine Stelle tut immer mehr weh. Im Gegenzug dazu tun überraschenderweise viele andere Stellen nicht wirklich weh, unangenehm ist es meist dennoch.

Natürlich ist das Schmerzempfinden von Mensch zu Mensch unterschiedlich und tatsächlich tagesabhängig, an einem Tag ist gar ein großes Motiv gut aushaltbar und an einem anderen Tag könnte man bei einer Linie aufschreien. Besonders die Damen unter uns gehören hier gewarnt, tatsächlich sind wir um eine bestimmte Zeit im Monat schmerzempfindlicher.

Beinahe unabhängig vom Schmerzempfinden bekommt Euer Körper dennoch Stress, vor dem Termin ist man oft aufgeregt und Euer Körper merkt das da etwas nicht stimmt, sobald die Tattoo-Nadel das erste Mal zugestochen hat, sind all die kleinen guten Helferleins welche wir aus Es war einmal das Leben … kennen in Aufruhr und wollen reparieren. Dafür braucht er Nahrung oder eben Brennstoff.

Abgesehen vom tätowieren selbst ist so manches Mal auch die dafür notwendige Position, welche es meist etwas länger zu halten gilt etwas unangenehm, kleiner Trost für den Tattoo Künstler ist es nicht viel angenehmer. Allerdings werden meist nur bei Euch diverse Gliedmaßen taub, was natürlich auch von der Stelle und Größe des Motives abhängt.

Das Unangenehme ist übrigens nicht nach dem tätowieren vorbei … dazu gleich mehr …

Ein kleiner Zusatz, bei der Auswahl des Studios auf Hygiene geachtet, nehmen wir am besten unser Essen nicht innerhalb des Studios ein, auch nicht den kleinen Schokoriegel, irgendwas krümelt ja immer, auch ohne Krümelmonster.

Hygiene, Hygiene, Hygiene

Es mag anstrengend wirken, aber beim tätowieren ist alles wichtig, das Motiv, der Künstler, die Chemie zwischen Kunden und Künstler – wir erinnern uns das Tattoo-Studio ist keine Singlebörse – und ebenso, beinahe noch mehr, die Hygiene.

Normalerweise sieht man wie der Tattoo Künstler die Station neu aufbaut, hat er Euch nicht schon davor nach hinten geholt fragt einfach aktiv ob ihr zusehen dürft. Er desinfiziert seine Ablageflächen und Geräte, darunter die Tätowiermaschine (nicht Pistole). Seine Ablagen umhüllt er meist mit Frischhaltefolie und Küchenrolle. Im Idealfall nimmt der Künstler auch die benötigten Nadeln vor Euren Augen, mit behandschuhten Händen, aus den verschlossenen Verpackungen und setzt diese, in besagte Maschine, ein.

Es gibt verschiedene Nadeln, eine einzelne in verschiedenen Stärken um feine Linien einer Schrift oder eben die Umrisse eines großen Motives nachzuziehen und dann die Schattierer, so nenne ich sie und glaube das dies nicht der Fachbegriff ist, dieser hat mehrere kleine Nadeln nebeneinander, wobei diese auch an Stärke und somit Anzahl variieren. Hier ist wieder jeder anders, ich schätze das Ergebnis des Schattierens sehr, den Vorgang an sich nicht, dafür kümmern mich feine Linien kaum. Bei einigen, auch beim Galan, ist es genau umgekehrt, sie können dem Schattieren mehr abgewinnen als dem Stechen der Outlines.

Eure Haut wird geöffnet um Farbe einzubringen, natürlich könnte hierbei nun alles Mögliche an Bakterien und Viren eindringen, wenn Euch etwas seltsam oder unhygienisch vorkommt sprecht es freundlich aber bestimmt an, habt ihr dennoch Zweifel lasst es lieber. Allerdings gehört hier erwähnt das Tattoo Studios in unseren Breitengraden in der Regel geprüft werden und strenge Auflagen zu erfüllen haben.

Ich habe schon mal gehört, allerdings nicht in Europa, dass ein Tattoo-Künstler immer dieselbe Nadel für einen Kunden benützt, lasst Euch da nicht einlullen oder überreden, es ist pro Tattoo eine frische Nadel zu verwenden. Punkt.

Warnt Euren Tattoo Künstler sofort wenn ihr Niesen oder Husten müsst, einerseits solltet ihr die Möglichkeit haben auch so wegzudrehen das ihr in Euren Ärmel(! nicht die Hand oder Umgebung) niesen oder husten könnt und andererseits sind plötzliche zuckende Bewegungen während dem tätowieren nicht gut.

Ein Tattoo ist kein Grund für einen Krankenstand

Das Motiv ist in Eurer Haut und damit gehen wir kurz nochmal zum Anfang der ganzen Sache, Tattoos kosten Geld, seid nicht knausrig und feilscht nicht groß herum, wenn ihr nach einem Preis gefragt habt nehmt lieber etwas mehr Geld mit, geht es sich aus lasst dem Tattoo Künstler ein kleines Trinkgeld da.

Macht Euch klar, der Künstler steckt das Geld für das Tattoo nicht eins zu eins in die eigene Tasche, dafür muss er Miete, die Wartung und Reinigung der Tattoo Maschine bezahlen, Nadeln und Farben kaufen und natürlich auch Desinfektion, Handschuhe, Küchenrolle, Frischhaltefolie, Klebeband, PH-neutrale Seife, destilliertes Wasser und sonstiges Equipment, das ist nicht billig.

Nun denn, das Motiv ist in der Haut und bezahlt, haltet Euch nun an die Anweisung und Pflegetipps des Künstlers, damit alles gut abheilt.

Pauschal kann man sagen, reinigt Euer Tattoo in den ersten Tagen vorsichtig und mindestens dreimal täglich, es ist eine offene und meist am zweiten Tag noch immer warme, gerötete und geschwollene Wunde. Benützt ein sauberes Handtuch und tupft vorsichitg ab, reiben ist nicht gut für die offene Haut und ohnehin unangenehm. Ich wickle die Stelle immer kurz in eins sauberes Geschirrtuch. Tragt die Creme entweder mit einem medizinischen Spatel auf oder wascht Eure Hände davor gründlich und tragt sie mit sauberen Fingern auf, zumindest solange die Wunde noch offen ist.

Das Tattoo sollte man am besten nur mit PH-Neutraler Seife waschen um die Haut vor Austrocknung zu schützen, ich sehe dies jedoch angesichts der Menge an Bepanthen durchaus etwas lockerer …

Haltet Euer Tattoo von Sonne fern, wenn ihr es in den ersten Tagen nicht macht merkt ihr es ohnehin gleich, trifft die Sonnenstrahlung Euer frisches Tattoo wird es unangenehm. Kommt ihr wo an wird es Unangenehm. Nicht ganz unwichtig in dem Zusammenhang, besorgt Euch weiche und weite Klamotten, Kleidung sollte jetzt so oder so nicht unbedingt an Eurem Tattoo reiben und wenn sie es doch tut wird es …? Richtig … unangenehm.

Sind sichtbare Tattoos im Büro kein Problem, habt ihr jetzt auch nicht viele Probleme. Sind sie es doch könntet Ihr probieren das neue Tattoo einzuschmieren und mit Frischhaltefolie, locker abzudecken, sodass das frische Tattoo von Reibung geschützt ist …
Dies funktioniert bei mir ganz gut und auch über Nacht, wobei man hier ein frisches Tattoo immer abdecken sollte, ohne die Folie zusätzlich an mir anzukleben, an manchen Stellen lässt es sich nicht vermeiden die Folie anzukleben, zum Beispiel am Schulterblatt.

ABER! Je mehr Euer Tattoo Wundsekret abstößt desto öfter müsstet ihr diesen Salbenverband wechseln und dabei das Tattoo waschen, am besten lasst ihr es beim Wechsel auch gleich etwas an der Luft.
Im nächsten Teil werde ich etwas näher darauf eingehen und auch verraten was zu tun ist sollte die tätowierte Stelle, also Wunde, am Stoff der Kleidung kleben, soviel nun vorab, ruhig Blut das kommt sehr selten vor, wenn man brav einschmiert.

Ihr arbeitet handwerklich und lauft Gefahr das frische Tattoo mit Schmutz in Berührung zu bringen oder ständig daran zu reiben und schwitzt zudem auch viel bei der körperlichen Arbeit? Dann bleibt nichts anderes übrig als ein paar Tage Urlaub, ein Tattoo ist kein Grund für einen Krankenstand, sofern es sich nicht böse entzündet.

Tattoo Schwellung

Solltet ihr Euch tatsächlich für ein großes Motiv als erstes Tattoo entschieden haben, lasst Euch von Schwellungen und einem unangenehmen Gefühl am ersten Tag nicht zu sehr beeindrucken, das ist normal, das Foto ist absichtlich etwas unscharf, aber der dunkle Bereich ist mein Unterarm, circa drei Stunden nach dem tätowieren, wobei nur ein letzter Rest freie Fläche verziert wurde und welcher trotzdem Popeyes Unterarm Konkurrenz macht. Das gräuliche was da quasi von oben herunterkommt ist mein Oberarm …

Tatsächlich war es mir übrigens nach dem tätowieren bis in die Achsel unangenehm, was neben der Schwellung auch der Position geschuldet war, allerdings nur bis ein oder zwei Stunden nach dem Termin. Dick blieb der Unterarm trotzdem und auch am nächsten Tag kommt man nicht ganz so wie gewohnt in seine Pullover oder Jacken, zumindest wenn sie exakt passend ist.

Ich empfehle sich immer zweimal zu Überlegen was man wann, warum und vor allem wie an- oder eben auszieht … Stichworte wären hier erneut: Reibung und Unangenehm …

Seit ihr Unsicher oder treten heftige Schmerzen ein und auch die Rötung hat nicht zumindest etwas abgenommen, bei mir ist es oft noch am nächsten Tag leicht gerötet, ab zum Arzt. Punkt.

Fortsetzung folgt …
… das Tattoo heilt ab, von den ersten Stunden bis zur neuen Haut.

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s