Sprechen wir über das erste Tattoo: Heilen und Häuten

Erneut empfehle ich diesen Beitrag als Einstieg, um ein wenig Informationen vorab zu sammeln, zu erfahren ob der Laser die Jugendsünde wirklich so einfach wieder entfernen kann und das wir ein Tattoo-Studio und keine Singlebörse aufsuchen. Diesen Beitrag um sich mit Hygiene, etwas Schmerz und Schwellungen auseinanderzusetzen. Allerdings schulde ich noch den Tipp fürs Portrait.

Dieser ist aber schnell gegeben, wollt ihr ein gutes Portrait einer Euch wichtigen Person haben, bringt am besten eine hochauflösende Fotografie und kein verpixeltes Bild mit. Je mehr Details der Tattoo-Künstler erkennen kann desto besser kann er auch das Portrait auf Eurer Haut umsetzen.

Nun denn, das Motiv ist unter der Haut, wir erinnern uns: Schwellungen sind nun durchaus normal, je größer das Motiv und je mehr Schattierungen desto mehr. Auch eine Rötung der frischen „Wunde“ ist normal. Wie hier erwähnt, hatte ich nach der fertigen Verzierung von circa der Hälfte meines Unterarmes ein Unangenehmes Gefühl bis hinauf in die Achsel. Dies normalisierte sich circa drei bis vier Stunden nach dem tätowieren wieder, geschwollen und gerötet blieb der Arm noch bis in die späten Stunden des zweiten Tages. Sofern Rötung und Schwellung, manchmal langsam, abnehmen und die Wunde weniger Sekret abstößt würde ich mir also keine Sorgen machen. Nehmen Schmerz, Schwellung und Rötung am Tag nach dem tätowieren nicht ab oder werden gar noch am selben Tag deutlich schlimmer, würde ich umgehend einen Arzt aufsuchen … Sicher ist sicher.

Pflegen, Hygiene und Pflegen

Das Tattoo pflegt man nun am besten nach Anleitung seines Tattoo-Künstlers, pauschal habe ich auch hier schon einiges zusammengefasst. In jedem Fall gilt Vorsicht und Sauberkeit solange die Haut noch offen ist, also ungefähr zwei bis drei Tage. Im vorigen Teil habe ich Euch verschwiegen das ich mein Tattoo grundsätzlich, meist sogar direkt nach dem Heimkommen vorsichtig mit warmem Wasser nochmal wasche, weil ich dieses „schleimige“ und nasse Gefühl einfach nicht mag, einschmiere und bis ich Schlafen gehe an der Luft lasse. Über Nacht packe ich es wieder in Frischhaltefolie, natürlich wasche ich das Tattoo davor nochmal und schmiere erneut ein.

Sollte der vom Künstler angelegte Salbenverband verrutschen oder Euer frisches Tattoo aus irgendeinem Grund an Eurer Haut kleben, bewahrt Ruhe und zerrt in keinem Fall an dem Stoff. Begebt Euch ins Bad und feuchtet die Stelle gut an, ihr könnt sie auch einige Zeit unter das laufende Wasser halten, so wird die gebildete Kruste wieder weich und löst den Stoff ganz vorsichtig von der Haut, wenn er noch nicht abgeht etwas länger einweichen, aber nie „abreisen“. Bekommt jetzt aber bitte nicht vorab Panik, ich habe schon einige Tattoos und kenne viele tätowierte, passiert ist es noch keinem, auch über Nacht nicht wenn die Folie verrutschte.

Ebenfalls hier erwähnt, erwähne ich nun nochmals, die ersten Tage sollte das Tattoo eher nicht an der Kleidung reiben, einerseits ist es ohnehin unangenehm andererseits könnte es durchaus passieren das Flusen der Kleidung kleben bleiben, die kann man zwar wie oben beschrieben wieder entfernen, besser ist es jedoch zu präventiveren. Ich weiß aus eigner leidvoller Erfahrung, dass es nicht unbedingt spaßig ist den ganzen Tag im Salbenverband zu sitzen, aber oft ist es die Einzige Lösung.

Nicht vergessen: Den Verband auch während den Arbeitszeiten wechseln, also Folie, Salbe und Schere mit ins Büro nehmen und mindestens dreimal täglich waschen. Sonst wird es unhygienisch und dies riecht man dann spätestens am Abend auch. Zuhaue lasst ihr Euer frisches Tattoo deshalb dann auch am besten morgens und abends so viel an der Luft wie möglich.

Duschen, Baden und Sport

Grundsätzlich beginnt der Körper noch während dem Stechen damit die Haut zu heilen, wir erinnern uns: auch deshalb ist es nicht schlecht einige Stunden vor und nach dem tätowieren etwas zu essen. Am ersten Tag sondert die Wunde das meiste Sekret ab, bei mir meist schon nach der ersten Nacht nicht mehr, aber das ist von Mensch zu Mensch und manchmal auch von Tag zu Tag verschieden und je mehr schattiert wurde desto mehr Sekret wird der Körper, zur Heilung, absondern.

Eine Kruste bildet sich meist schon am zweiten Tag, deshalb waschen, trocknen und cremen wir die Haut nur vorsichtig, also ohne stark zu reiben, die Kruste soll nach Möglichkeit „von alleine“ abgehen. Durch das waschen bleibt die Wunde sauber und durch das Cremen die Haut feucht und die Kruste geschmeidig. Bekommt keine Sorge wenn Eure Haut nach der Dusche oder dem Bad schon eine etwas raue Kruste zeigt, das ist kein Problem und kaum einer ist so schnell mit Trocknen und einschmieren das es nicht passiert.

Hier erinnere ich nochmal: zudem überlegen wir uns in den ersten Tagen gut wann wir etwas warum und wie an- oder eben ausziehen … Stichwort: Reibung auf frisch tätowierter Haut ist unangenehm. Die Salbe in die frische Kleidung schmieren, manchmal auch.

Tupft die Creme im Zweifelsfall nun vorsichtig ein, anstatt leicht über die Haut zu fahren, die Kruste wird dann relativ schnell wieder feucht und geschmeidig.

Mit dem Salbenverband unter die Dusche oder in die Wanne ist eigentlich nicht nötig, zulange sollte das frische Tattoo im Wasser allerdings nicht verweilen und ich warne gleich vor, wie bei einer Schürfwunde brennt der erste Kontakt mit Wasser. Schwimmen, Sauna und Sonne solltet ihr, pauschal gesagt, zwei Wochen meiden.

Sport muss jeder selber wissen, der Tattoo-Künstler rät davon ab, ich sportle in der Regel weiterhin jeden zweiten Tag, also auch mal einem Tag nach dem frischen Tattoo … ABER, ja immer dieses aber … sehr Leistungsfähig bin zumindest ich mit einem frischen Tattoo nicht, zum Beispiel laufe ich deutlich langsamer als sonst und auch kürzer, nicht nur weil mir tatsächlich früher die Puste ausgeht, sondern auch weil ich den Salbenverband, nun meist einen Blickdichten, nicht solange auf der schwitzenden Haut haben möchte.

Jucken, Heilen und Häuten

Bekommt keinen Schock, wenn die Folie nach der ersten Nacht viel schwarz zeigt, Euer Tattoo bleibt in keinem Fall so Dunkel oder Farbenfroh wie in den ersten Tagen, dies könnt ihr auch an dem Foto meines Armes in diesem Beitrag erkennen. Der verheilte Oberarm zeigt sich dort gräulich, die frische Tätowierung am Unterarm schwarz.

Tattoo heilung

Auch von dunklen „Flankerl“ lasst ihr Euch nicht beeindrucken, dies ist die geschmeidige Kruste die jetzt abgeht, darunter ist Euer Tattoo nun deutlich heller, persönlich verzichte ich übrigens ab dem ersten Mal großflächigen „Wuzeln“, wie das Wesen hinter dem Blog diesen Vorgang nennt gänzlich auf Folie. Achtet dennoch weiterhin auf weiche und weite Stoffe, bei meinem Tattoo am Oberschenkel zum Beispiel, habe ich aufgrund des doch etwas aggressiveren Jeansstoffes, fast zwei Wochen auf Folie gesetzt.

Je weiter dieser Prozess des „Wuzelns“ voranschreitet desto mehr fühlt man sich vielleicht etwas wie eine Schlange die sich häutet, denn auch das „Wuzeln“ zieht sich, vor allem bei Motiven mit Schattierungen schon mal einige Tage hin, also auch nicht erschrecken wenn in dieser Zeit einige Stellen schon hell sind und andere noch dunkel.

Unter den „Flankerl“ kommt nun neue glatte und glänzende Haut zum Vorschein, mit dieser jungen Haut müssen wir noch vorsichtig umgehen und sie brav mit Feuchtigkeit also Creme versorgen. Ich creme immer dann wenn die Haut etwas spannt oder juckt.

Apropos jucken, während diesem Heilungsvorgang werdet ihr merken was ein Juckreiz ist, Kratzen darf man in keinem Fall, aber niemand hat etwas gegen tätscheln gesagt. Wird das jucken unerträglich und Ablenkung funktioniert nicht, könnt ihr durchaus leicht auf die Stelle klatschen, seit ihr gerade nicht alleine wird dieser Vorgang sicher für Erheiterung sorgen.

Nach zwei Wochen ist der größte Spuk vorbei, persönlich muss ich mich allerdings meist ein Monat etwas intensiver mit der Feuchtigkeitspflege beschäftigen, da ich zu trockener Haut neige. Nicht nur für Euer neues Tattoo sondern auch für Euch solltet ihr in jedem Fall, mindestens ein Monat, nicht auf Sonnencreme mit gutem Lichtschutzfaktor verzichten, in den folgenden Monaten und Jahren natürlich auch nicht … Nicht unbedingt für das Tattoo aber für Euch selbst …

Wünsche, Anregungen, Beschwerden oder ein noch offene Fragen? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

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