Zeit dem Schicksal ins Auge zu blicken: Review zu Time To Face Destiny mit Desolated

Nachdem ich hier angemerkt hatte das wir es verabsäumt hatten mit einem Album von Time To Face Destiny nach Hause zu gehen sendete mir die Band kurzerhand eine CD, samt Sticker und Gitarrenplektren, zu. Obwohl ich warnte, dass es bei mir keine klassischen Reviews gibt und schon gar kein Sternsystem … Über letztere, die Plektren, lässt sich übrigens der Galan, welcher gerne selbst zur Gitarre greift, herzlich bedanken, eines bleibt allerdings bei mir …

Die CD in Händen kann ich meinen Blick lange nicht vom Cover abwenden. Es ist in Grautönen gehalten, hinter Nebel oder Rauch erkennt man links schemenhaft einen toten Baum, rechts einen Berg. Im Vordergrund eine Frau, sie verbirgt den Großteil ihres Gesichtes hinter ihren Händen, nur die Augen sehen einen stechend und fordernd an, was vielleicht ein kurzes Unbehagen auslöst, doch schließlich neugierig auf die Geschichte macht, welches das Album in sich birgt. Es wirkt als hätte sie etwas Staub auf ihren Armen, der mit Schatten verschwimmt. Neben ihr breitet sich ein trockener Wüstenboden aus.

Nachdem ich die Hülle nun aufschlage erwartet mich eine freudige Überraschung, die Band steht inmitten des Death Valley, hinter ihnen zieht gerade einer der wandernden Felsen seine Bahn.  Ein interessantes Naturphänomen für eine interessante Band, geht es mir durch den Kopf, dann lege ich die CD auch schon in Flippers, wie ich mein Fahrzeug nennen, Autoradio ein. Hinter der CD entdecke ich nun in der Hülle eine Danksagung an die Familien, Freunde und Fans …. Ich bin bereit für das Abenteuer.

Das Intro

Schweres Atmen, das lauter wird gefolgt von vermutlich einer Explosion und Stimmen, welche auf Englisch irgendetwas erklären zu scheinen, Störgeräusche, eine Sirene und schließlich ein geflüstertes So What, nach einigem Abstand nochmals … So What, So What, So What … Bingo, Gänsehaut macht sich auf meinem Körper breit.

Not Gone

Zu Beginn grölen Time To Face Destiny dem Hörer die Gänsehaut gekonnt mit einem satten So What etwas weg, irgendwie verändert sich schlagartig die etwas gespenstische Atmosphäre des Intros. Was auch immer im Intro explodiert ist galoppiert nun in gewaltigen Schallwellen drauf los. Zu Beginn wirkt der Text ziemlich düster, allerdings muss man sich erst darauf einlassen. Erst im zweistimmigen Refrain, welcher bei mir mit seinem Klargesang zum Grölen punktet, entfaltet sich ein Hoffnungsschimmer. Während dem Gitarrensoli erhalte ich erneut eine Gänsehaut, langsam schwillt es an, nimmt sich Zeit seine Geschichte zu erzählen und entladet sich gekonnt zu dem starken Text.
Run (Away) from your fears, away those lies. This World is not gone (away). Against the Tears. Open your Eyes! A new Day will come.

Revenge

Das Tempo nimmt zu Beginn etwas ab, dennoch kommt Revenge kraftvoll und mit brachialen Vocals ums Eck und schwillt immer mehr an. Der Titel lässt viel Spielraum für Interpretationen, da möchte ich mich nicht verzetteln, oder etwas falsch interpretieren. Der Titel verrät ohnehin es um Vergeltung geht, somit in jedem Fall ein guter Song, wenn man gerade etwas stinkig auf jemanden oder etwas ist, was – für mich – auch einen verhassten Hügel beim Laufsport mit einbezieht, trotz starker Melodie geht mir dieser Song das erste Mal genau dabei so richtig ins Ohr. Besonders gefällt mir die Passage als der Sänger einem ein kraftvolles Bläh, ähnlich als hätte man gerade etwas Ekelhaftes ausgespuckt, von sich gibt, dies stimme ich zeitlich auf meiner Laufmusikliste so ab, dass es exakt dann ertönt, wenn ich soeben die Spitze des ungeliebten Hügels erreicht habe …

Obliteration

Dieser Song soll vom ersten Mal hören an mein Favorit auf dem Album werden. Fast bedrohlich startet er auch mit einem satten und zweistimmigen: Obliteration, gekonnt setzt am Ende des Wortes die flotte Melodie ein. Seinem Titel treu, Vernichtung, nimmt einen dieser Song auf einen kleinen Höllenritt mit, aber dies ist nicht falsch zu verstehen, mir macht er trotz düsterem Text tatsächlich ziemlich Laune, was sich sowohl in Flipper, während dem Laufen, aber auch sonstigen Sportübungen an meinem Tempo oder Durchhaltevermögen zeigt …
Die immer wieder leicht wechselnden Tempi in diesem Titel verleihen ihm, für mich, die letzte Würze, könnten aber durchaus etwas überfordern … Kaum kann ich es erwarten die Wirkung dieses Songs auf mich auch am Motorradring zu testen.

Life Dream

Das Intro von Life Dream überrascht mich kurz, ein Gitarrensolo mit eingängigen Riffs, die für sich aber eventuell kurz eine sanftere, eventuell alternative Rock Nummer, erwarten lassen. Doch ziemlich bald gesellt sich der Bass und die Drums hinzu, gefolgt von einem starken Scream.

Life Dream ist der Song auf dem Album der es mir etwas schwer macht, aber im positiven Sinne, er ergreift mich sehr tief in meinen Emotionen und bringt mich mit seinem, teilweise wieder zweistimmigen, Refrain je nach aktueller Gemütslage sogar dazu das mein Auge etwas ausläuft …
Nix, nix, nur ne Mücke
It’s just the Dreams (just the Dreams), that makes me feel alive. The only way to feel free. The only way to find. Just the Dreams (just the Dreams) , that makes me feel alive. The only way to feel free. The only way to find …
… Just the Dreams, that makes me feel alive. Just close your eyes – Bläh!

Wie beim Laufen, wenn ich dem nervigen Hügel mit einem Bläh bis zum nächsten Mal sage, holen mich Time to Face Destiny während Life Dream aus einem dunklen Eck meiner Seele mit einem Bläh! heraus.

Ein Bläh!, welches mich kurz ein wenig wie die Frau am Cover fühlen lässt, ein sattes Bläh! den Erinnerungen und einen aufrichtigen Dank an Time to Face Destiny, für diesen Song, an dieser Stelle.

Expiration Date

Ein weiterer meiner Lieblinge des Albums, den ich auch fast nicht zu interpretieren wage, persönlich schätze ich die Nachricht die mir dieser Song mitgibt sehr. Er scheint ein stückweit Abrechnung und Warnung in einem … Persönlich beziehe ich den Titel, welcher übersetzt Ablaufdatum bedeutet, gekoppelt mit den Lyrics und der stellenweise schwermütig erscheinenden Melodie, als kleinen Hinweis unseren Heimatplaneten doch etwas mehr zu schätzen und das Ruder vielleicht doch noch herumzureisen … denn:
The Expiration Date ist near and it’s our fault.

So könnte man das elf Sekunden dauerte Outro nun fast als Herzschlag der Erde verstehen.

Persönlich denke ich das Desolated ein gekonntes Erstlingswerk ist, welches zeigt das Time to Face Destiny ihren Bandnamen tatsächlich ernst nehmen. Durch das gesamte Album von der Covergestaltung bis hin zum Intro zieht sich durchaus ein interessanter roter Faden, der vielleicht manchmal etwas versteckt ist, aber immer wieder zum Vorschein kommt.

Etwas traurig bin ich lediglich das sich ihr Genre nicht für die breite Masse eignet, Potential haben Time To Face Destiny mit Desolated deutlich gezeigt, der Galan und ich können das nächste Album kaum noch erwarten.

https://www.facebook.com/timetofacedestiny/

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