Eine turbulente Woche liegt hinter dem Wesen hinter dem Blog, welches soeben auf der Beifahrersseite von Flipper sitzt und in die Tasten haut, während die Landschaft an ihr vorbeizieht. Flipper, welcher zwar als sehr treues Gefährt bezeichnet werden kann, fährt natürlich nicht von alleine, der Galan sitzt hinter seinem Steuer und fährt etwas wie auf rohen Eiern. Vielleicht weil es dem Wesen hinter dem Blog heute nicht so gut geht … Aber dazu später oder ein andern Mal mehr, jetzt geht es um das Feel The Noise Festival.

Als Sklave der Arbeitswoche, erwache ich am Samstag den 6. Mai pünktlichst um sechs Uhr am Morgen. Sicher nicht, denke ich bei mir nach dem Blick auf die Uhr und drehe mich nochmal um. Die hündischen Damen des Hauses ist mein Erwachen nicht entgangen und so kommen sie scheinbar freudestrahlend an das Kopfende auf meiner Seite des Bettes, mit leichten Lächeln schicke ich sie wieder am Platz, sie seufzen als sie sich wieder plumpsen lassen. Erst zwei Stunden später, um Punkt acht, stehe ich endgültig auf.

Nach dem morgendlichen Kaffee gibt es eine kurze Laufrunde, da ich vor kurzem … mal wieder … etwas ungeschickt war, bin ich nicht sonderlich auf der Höhe. Um zehn wecke ich den Galan. Auf, auf wir fahren in einer Stunde

Pünktlich, um kurz nach elf, geht die Reise los, allerdings fährt die in der Überschrift erwähnte Band Marrok natürlich nicht in Persona mit, lediglich virtuell mit ihrer neuen Single Black Mirror, welche es mir kurz nach ihrem Erscheinen sehr angetan hat. Besser hätten sie ihre zwanzig Jahre Bandbestehen kaum einläuten können.  Die eher alternative Rockband hatte sich auch schon viel zu Lange zurückgezogen, wenn es nach mir geht. Die Pause hat sich gelohnt, das Musikvideo zu Black Mirror sowie der Text sind durchaus fesselnd. Kompliment an dieser Stelle.

In jedem Fall läuft Black Mirror zwar nicht in Wiederholung, aber dennoch einige Male als wir circa zwanzig Minuten nach Beginn unserer Reise die SCS passieren und im Stau stehen. Ich beginne mich, ob des anscheinend doch recht langen Staus zu ärgern und schmunzle als nun:

Is this the dark side? Is this the perfect lie? Are we misleaded, do we fall apart?

aus Flippers Boxen schallt.

Kurz vor ein Uhr scheinen wir uns in der Mitte des Staus zu befinden und der Galan, sowie einige unbegabte Autofahrer … nein ich darf mich jetzt nicht verzetteln … bekommen meine dezent getrübte Laune ab. Wenn wir Ebony Archways verpassen zuck ich aus, gebe ich im besten Wienerisch von mir und untermaure diesen Satz mit Grimassen und einem gegrölten Bläh, wie wir es von Time to Face Destiny kennen.

Der Stau löst sich nach einigen Bläh endlich etwas auf, ein letztes Bläh widme ich einem jener intelligenten Autofahrer, welcher nun auf jener Spur welche den Stau eigentlich auslöste und ins sonnige Burgenland führt möchte und wohl meinte es wäre sehr intelligent bei fünf Spuren, wobei er auf die ganz rechte muss, am Stau auf der ganz linken vorbei zu fahren … Er bleibt nun mitten auf der dritten Spur stehen, genau da wo alle schon kurz beschleunigt haben und fährt nun quer über die Autobahn und zwei Sperrlinien, wodurch er natürlich fast einen Auffahrunfall provoziert.

Exakt zwei Minuten nach Drei treffen wir in jener Ortschaft ein in welcher sich unsere Unterkunft für die Nacht befindet. Schnell einchecken alles ins Zimmer tragen. Wir erfahren das der Taxiunternehmer erst in einer Stunde seine Arbeit aufnehmen wird und beschließen somit mit Flipper die kurze Strecke nach Troifaiach zu fahren. Die Organisatoren, Band meets Band, haben sich um Parkmöglichkeiten bemüht, wir nützen jene beim Spar und wandern einen kurzen, idyllischen, Weg zur Mehrzweckhalle Troifaiach. Schnell stürmen wir die kleinere Halle in welcher sich die Gain Stage befindet und aus welcher wir schon Ebony Archways vernehmen können.

ebony archways

Endlich sehe ich die Band aus Graz wieder Live, was – wie ich mittlerweile weiß – als zwei Mann Band in einem Kinderzimmer entstand, kann sich mehr als nur hören lassen. Damals mischten Sänger Michel Sedaghat und Gitarrist Christian Lechner den Bass und die Drums noch mit einem Computerprogramm hinzu. Jahre später haben sie mit Robert Winkler am Bass und Christian Forjan an den Drums, offenbar talentierte Musiker gefunden, welche den Sound von Ebony Archways tatsächlich Ohrwurmpotential verschaffen.

Die kleine Halle ist während ihrem Auftritt teilweise relativ leer, angesichts der guten Laune, welche Ebony Archways versprühen und der flotten Musik, bleibt mir etwas schleierhaft warum. Fotos zu machen fällt mir, obwohl noch nichts getrunken, etwas schwer, still stehen ist mir kaum möglich da mich die Musik definitiv mitreißt. Der Galan knipst so einige Schnappschüsse für mich und später könnte ich mich selbst Ohrfeigen, dass ich ein Video ihrer Performance zu Rider mache. Das ist mal ein Song, perfekt für ein Festival und leider gar nicht auf Ihrer CD Moonburst vertreten, welche wir mitgehen lassen … Also natürlich nicht klauten, sondern kauften.

Wiedersehen und hören kann man Ebony Archways bereits am 27. Mai beim Rocky Mountain Festival, bei den Metaldays am 28. Juli oder während Metal on the Hill, welches vom 11. bis. 12 August stattfindet. Bis dahin ist das Wesen hinter dem Blog wohl auch wieder genesen, was bedeutet Ebony Archways gibt es nach der langen Abstinenz noch ein zweites Mal in diesem Jahr für mich … Bis dahin darf ich nicht vergessen das ich die CD mit dem Song Rider darauf brauche.

Circus of fools

Nach einem kurzen Schwatz mit dem Drummer, Roland Kohlhuber und einem Gitarristen, Mark von der Band Apis begeben wir uns in die größere Halle, zur Noise Stage, welche sich heute wohl im Glanz der Frontfrauen sonnt und somit viel für die männlichen Augen bietet. Circus of Fools spielen bereits. Bis dato waren mir selbige tatsächlich unbekannt, ihr Facebook-Auftritt hatte mich allerdings schon sehr neugierig gemacht … Ich zitiere:

… eine bombastische Show, Jonglage, eine Tänzerin, ausgefeilte Kostüme, ein charismatischer Frontmann und publikumsnahe Musiker bieten ein stimmiges Bild zwischen Moral und Wahnsinn. Dieser Zirkus ist das hässliche Spiegelbild der Gesellschaft und eine ver- dammt energiegeladene Musikkapelle … Das sollte man als offenherziger Mensch wirklich nicht verpassen!

Live sind sie tatsächlich mehr als interessant, ein Geigenspieler mit dazugehörender Geige ist unter ihnen zu finden. Mit Geige, Saxophon oder Klavier hat man bei mir immer ein Stein im Brett, ich wiederhole mich alle drei leider etwas unterschätzte Instrumente in der Welt des Rock.

Ihre Interaktion mit dem Publikum ist einfach top, lockere Späßchen, freundliche Worte gemischt mit ein bisschen etwas zum Nachdenken und teilweise etwas … Skurril(?) … angehauchter Musik, was jetzt gar nicht so negativ gemeint ist wie es sich liest, denn das Publikum haben sie in ihrem Bann, selbst jene wie den Galan und mich, welche die Band eben noch nicht kennen. An ihrem Auftritt bedaure ich nur, dass ich es nicht schaffte das Tänzchen des Sängers mit einer Dame aus dem Publikum, vor der Bühne, bildlich festzuhalten.

Vielleicht auch das ich Circus auf Fools ausgerechnet dann kennenlerne, als die Sängerin Charlotte ihren letzten Auftritt gibt.

Nach Circus of Fools stärken wir uns draußen, es gibt wieder diesen tollen Stand mit veganen Hot Dogs, neben … normalen … und veganen Schnitzelsemmeln, neben … normalen …. Und diesen köstlichen frischen Pommes.

Schon wieder viel zu viel geschrieben, gibt es nun eine kurze Pause, bevor es mit dem Feel the Noise 2017 und den Bands: Dark Zodiac, Killing Age, Doomas, Vision of Atlantis, Senntus, Infected Rain und Cannonball Ride weitergeht.

Erste Fotos und Videos gibt es bis dahin hier
Viel bessere Fotos hier von Shooting Range Fotography