Vermisst …

… von einem Gastautor … oder auch nicht … Fiktiv … oder auch nicht

Kraftlos stand sie auf, schwarz durchzogen mit hellen Funken waren das Letzte das sie sah als sie merkte das ihre Beine den Diensten versagten. Schmerz das Letzte das sie wahrnimmt, bevor sie Stunden später von zwei starken Armen hochgehoben wird. Nur Dumpf dringen Worte an ihr Ohr, sie fragt nach jemand bestimmten, doch er ist nicht da. Fast schmunzelt sie, als sie die Szene wie von außen vor ihrem geistigen Auge sieht … Nur ein Traum, dann Schwarz.

Benommen nimmt sie Aufregung um sich wahr, sie fragt nach jemand bestimmten, doch er ist nicht da. Erneut wird sie gehoben, auf etwas Fremdartiges gelegt, ein Stich an ihrem Handrucken … Nur ein Traum, dann Schwarz.

Langsam kommt sie zu sich, erblickt ein vertrautes Gesicht, fragt nach jemand bestimmten, doch hier ist er nicht. Bald stürmen Fragen und Informationen auf sie ein, verarbeiten kann sie all diese nicht. Wann sie zuletzt gegessen habe, daran erinnert sie sich nicht. Surreal, denn zeitgleich meint sie neben dem Bette zu stehen, nur erkennen kann sie sich in dieser Person nicht.

Stunden später tragen sie zwei starke Arme in ein Auto, behutsam wird sie abgesetzt und angeschnallt. Sie fragt nach jemand bestimmten, doch er ist nicht da. Eine Träne rinnt ihr über das Gesicht und verfängt sich in ihrem Haar.

Schmerz ist das erste was sie am nächsten Tag fühlt. Ihr Körper, ihre Seele, ihr Kopf … ihr Herz brennen. Langsam blickt sie um sich, am Boden liegt jemand auf einer Matratze, fragend sagt sie einen Namen, doch er ist nicht da. Tränen laufen ihr über das Gesicht, sie spürt wie ihr Herz gerade bricht. Misstrauisch blickt sich nach links, dort steht sie und erkennt sich selber nicht.
Eine Tablette und ein Wasser wird ihr gereicht, ohne zu Denken nimmt sie Beides an … Nur ein Traum, dann Schwarz.

Erneut erwacht sie, ruhiger aber scheinbar fremd in ihrem eigenen Körper. Langsam steht sie auf, der Boden unter ihren Füßen scheint aus Watte zu bestehen, das Bett fühlt sie unter ihren Fingern als träge sie Handschuhe, ihre Kleidung scheint doppelt so viel zu wiegen als gestern. Sie blickt sich um, doch niemand ist da, panisch ruft sie einen Namen, doch er ist nicht da.

Von der anderen Seite des Bettes sieht sie sich dort kauern und wimmern, ein vertrautes Gesicht kommt hinzu, hebt sie hoch und trägt sie auf die Couch. Ich bin da, ich bin da … wiederholt er, doch der nachdem sie fragt ist es nicht. Eine weitere Tablette von dem vertrauten Gesicht.

Eine Stunde später hat sie langsam ihre Sinne wieder für sich, leicht benommen geht sie in den Garten und erblickt eine bestimmte Blume, welche sie an einem bestimmten Tag begleiten sollte. Eine Träne läuft über ihr Gesicht, sie flüstert einen Namen, doch derjenige erhört sie nicht.

Schließlich folgt ihr das vertraute Gesicht, reicht ihr etwas zu essen, doch Hunger hat sie nicht. Komm nur einen Bissen, was hast du zuletzt etwas gegessen … Vor zwei Tagen, daran erinnert sie sich …

… Ihre Geschichte ist lang, geprägt von dunklen Ereignissen … Sie war verschlossen, bis er kam sich langsam und behutsam durch ihre Schutzschicht arbeitete und Zugang zu ihrem Herzen fand. Sie blühte auf …

… Schließlich kamen Geheimnisse ans Licht, alles worauf sie gebaut hatte wurde binnen von Sekunden in Frage gestellt, einige schwere Tage folgten, doch sie vergab … nur vergessen konnte sie nicht.

Noch war die Wunde nicht verheilt, erneut kamen Geheimnisse ans Licht, viel mehr schwere Tage folgten … Sie hielten zueinander … und sie vergab, nur vergessen konnte sie nicht … Schwüre wurden geleistet und Versprechen gegeben, sie schenkte ihm Glauben, Vertrauen und erneut ihr Herz.

Erneut waren die Wunden noch nicht ganz verheilt, nochmals kamen Geheimnisse ans Licht, sie spürte wie tief in ihr etwas zerbricht. Enttäuschung, Wut, Angst aber auch Liebe zerrissen sie innerlich. Trauer, Schmerz aber auch Liebe hielten sie in ihrem Griff. Immer und immer wieder kam alles hoch, fertig wurde sie damit nicht … Verwirrt und nicht Herr ihrer Sinne stellte sie ihn zweimal zur Rede … und er … er ging … sie wusste nicht wohin, verstand nicht was sie falsch gemacht hatte …

Sie rief ihn an, doch er beantwortete ihre Anrufe nicht … Sie schrieb ihm Nachrichten, doch auch diese beantwortete er nicht … Sie konnte nicht schlafen, nicht essen … Sie war krank vor Sorge, überall fragte sie nach, doch niemand wusste etwas über seinen Verbleib … Sie suchte ihn, bereit reumütig vor ihm auf die Knie zu fallen … Sie fand ihn nicht … Sie rief ihn an, schrieb ihm doch er antwortete nicht …

Ein Tag verging … Ein zweiter Tag verging … Keine Nahrung, kein Schlaf … Nur er trieb sie an … Doch er blieb verschollen … ohne Lebenszeichen … ohne Nachricht … Wie es ihm geht, dass weiß sie nicht … Nur, das es ihre Schuld ist …

… Hier kauert sie zitternd in einer Ecke, Tränen laufen ihr über das Gesicht … Nur der den sie ruft, erhört sie nicht … Sorge, Trauer, Wut, Enttäuschung aber auch Liebe zerfetzen sie innerlich …

… Sie sieht sich selbst dort kauern, als wäre sie gar nicht in sich drin … Erneut blickt sie auf die Uhr … 96 Stunden … und fühlt wie noch mehr in ihr zerbricht … Sie fasst an ihre brennende Brust und flüstert leis …
Ich liebe Dich … nur der den sie meint … hört sie nicht … weiß nicht wie sehr sie ihn vermisst …

 

… von einem Gastautor … oder auch nicht … Fiktiv … oder auch nicht

 

8 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s