Fluch der Karibik: von Bukanieren, Freibeutern und Piraten

Das Wesen hinter dem Blog hat noch keinen Führerschein als es sich, dennoch im Autokino, den neuesten Kinokassenschlager, wobei Schlager hier gänzliche ohne Helene Fischer auskommt, ansieht. Totenköpfe und Piraten faszinierten das Wesen hinter dem Blog seit der frühesten Kindheit, stetig kritzelte es seine Version des Jolly Rogers überall hin und gezeichnete Totenköpfe sollen bis heute die Einzigen Zeichnungen sein welche es halbwegs vernünftig schattieren kann. Aber genug vom Wesen hinter dem Blog, was hat es denn nun auf sich mit dem goldenen Zeitalter der Piraterie?

Starten wir vor der Geburt des himmlischen Erlösers und verscherzen uns es damit mit den Amerikanern, welche ja immer wieder meinen Amerika gehöre ihnen … schon immer … Tatsächlich siedelten sich eben bereits vor der Geburt des himmlischen Erlösers Indianer, genauer die Arawak vom südlichen amerikanischen Kontinent, über Trinidad, auf den kleinen Antillen an.

Selbige, die kleinen Antillen, werden in die Inseln über und die Inseln unter dem Winde aufgeteilt, wobei dieser Name von dem dort durchziehenden Nordost Wind stammt. Über dem Winde zählen hierzu Inseln wie das einst spanische und dann doch englische St. Kittis und Antigua, sowie die ehemalige französische Inseln Monserat und die noch immer französischen Inseln Guadeloupe und Martinique.

Fluch der Karibik spielt nun aber eher bei den Inseln der Großen Antilen, wobei sich Port Royal auf Jamaica und Tortuga, die Schildkröteninsel bei Haiti befindet, welches sich mit der Dominikanischen Republik nun jene Insel teilt, welche früher Santo Domingo hieß.

Die Arawak wurden von den kleinen Antilen erstmals von den Kariben, ein ebenfalls indigenes Volk vertrieben, bevor nun Christoph Kolumbus, kurz bevor er nach Nordamerika weiterzog und somit ebenfalls 1492 auf den heutigen Bahamas landete, sein Auftrag: Gold. Nach dem Abzug der Spanier, welche wohl vorsichtshalber Siedlungen in der Karibik erbaut hatten, kamen die Engländer, Niederländer und Franzosen … Die tatsächlichen Amerikaner, auch Indianer genannt, vielen nun eingeschleppten Krankheiten oder der Sklaverei zum Opfer.

Die Piraterie fand die Karibik relativ spät, circa 198 Jahre, später. Womit in etwa um 1690 romantisierte Legenden um Freibeuter, Bukaniere und Piraten ihren Ursprung finden.

Dennoch brach das goldene Zeitalter der Piraterie, welches uns Fluch der Karibik zeigt, erst ziemlich genau 222 Jahre später, circa gegen 1714 an.

Das Politik hoch komplex ist und ausgerechnet jene, welche gar keinen normalen Bezug zu einem normalen Verdienst und Lebenshaltungskosten, relativ unlogische Entscheidungen treffen, zeigte sich schon zur Zeit der Bukaniere.

Bukaniere wurden offiziell damit beauftragt, vornehmlich, spanische Schiffe zu kapern, gerne aber auch holländische oder gar französische, somit standen sie wohl unter dem Schutz der Engländer, was man nun beinahe verwerflich nennen könnte, waren Bukaniere doch eigentlich selbst Franzosen. Vor ihrer Zeit als Seefahrer, begnügten sie sich damit wilde Schweine und Stiere auf Hispaniola zu erlegen. So bedeutet Bukanier, im Original Boucanier, schlichtweg Fleischräucherer.

Von der englischen Krone sehr geschätzt, wurden sie am Profit ihrer Kaperfahrten beteiligt und als sie 1630 von den Spaniern von Hispaniola vertrieben wurden, breiteten sie sich mit Engländern und Holländern auf Tortuga aus, eine nicht unwichtige Insel in der Geschichte der Piraterie. Von nun an wurden konzentriert spanische Schiffe aber auch Küstenorte angegriffen. Schließlich wurden sie auch noch von England dazu eingeladen ihre Basis auf Port Royal zu errichten, wodurch Port Royal schließlich die wohlhabendste Stadt der westlichen Inseln wurde.

So entstand, quasi, aus dem Bukanier der Freibeuter, welche einen Kaperbrief und somit Auftrag erhielt, welchen er durchführte. Anstatt am Profit beteiligt zu werden, durften die Freibeuter nun behalten was sie bei diesen Kaperfahrten einfuhren, der Piraterie war langsam aber sicher der Weg geebnet.

Man erntet was man sät.

Um 1690 kam es langsam aber sicher zu einem Umdenken. Bereits durch die Zeit der Bukaniere waren die Versicherungssummen, für Schiffe, Güter und Mannschaft gestiegen, nun da die Handelsrouten gänzlich unsicher waren stiegen diese Summen, auch für die Engländer ins unermessliche. Man begann damit gegen Bukaniere und Freibeuter sanft vorzugehen.

Erst gegen 1714, als sich der sogenannte Erbfolgekrieg gelegt hatte, wurden die Freibeuter, welche mittlerweile dazu übergegangen waren Sklavenschiffe zu überfallen, endgültig arbeitslos und wechselten zur offenen Piraterie.

Womit wir nun aber an jenem Teil der Geschichte angelangt sind, welcher das Wesen hinter dem Blog so fasziniert, mitnichten plünderten alle Piraten nun wie verrückt und ohne Verstand herum, ab 1716 und somit dem Beginn des goldenen Zeitalters der Piraterie, sollen es die Menschen satt gehabt zu haben unter unmenschlichen Bedingungen auf hoher See schuften zu müssen. Vermehrt soll es nun zu Meutereien gekommen sein. Es sollen Streiks und Aufstände gefolgt sein, an welchen auch Sklaven beteiligt waren … Dies soll nun der Auslöser dafür sein das Piraten, wobei bei selbigen tatsächlich jeder Mann ein Mitspracherecht erhielt, fortan gejagt wurden.

Kapitän und Offiziere wählten die Piraten selbst, teilten sich die Beute zu gleichen teilen, wobei der Kapitän jedoch als Ausnahme tatsächlich einen größeren Anteil erhielt und die Mehrheit regierte, qausi demokratisch, in Zeiten der Verfolgung wurde eher auf den Kapitän gehört aber nur im Gefechte genoss er das Privileg der uneingeschränkten Autorität.

Eine großzügige Kapitänskajüte, welche auch tatsächlich nur der Kapitän nützte, kam tatsächlich, wenn überhaupt, nur selten vor. Zusätzlich zu ihrem Gemeinschaftssinn wurde ein Maat gewählt, welcher quasi einem Betriebsrat ähnlich, die Interessen der Mannschaft vor dem Kapitän vertrat.

Tatsächlich hielt der Großteil der Piraten etwas ähnlich einem Rat ab, entweder auf den Bahamas oder an einem bestimmten Punkt auf See. Wobei natürlich auch Satzungen und Verhaltensregeln aufgestellt wurden.

Selbst eine Art Invaliditätsrente, Hinterbliebenenpension und Bonuszahlungen kannten die Piraten. So erhielt derjenige, welche die feindliche Flagge entfernte einen Zuschlag. Aber auch Verwundungen an Fingern, Ohren, Augen, etcetera oder der Verlust von Gliedmaßen wurde entschädigt. Verstarb ein Mitglied der Mannschaft wurde sein Anteil komplett an dessen Angehörige übergeben.

Ganz schön anständig diese unanständigen Piraten, oder?

 Gibt es eine Isla de la Muerta? Wer war der fliegende Holländer? Was haben Davy Jones und der fliegende Holländer gemein? Gab es eine Meeresgöttin Namens Calypso?

Das gibt es im nächsten Teil …

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