Der zweite Tag am Nova Rock 2017: Staub und eine Tragödie bei In Flames

Guten Morgen oder doch Mahlzeit wünscht das Wesen hinter dem Blog, welches sich erneut im Hinterteil von Flipper befindet und welchem die soeben durchziehenden Regenschauer das geplante Waschen verwehren. In knapp drei Stunden geht es jedenfalls ab zu Rant, mit oder ohne Dusche! Aber davon wird erst morgen berichtet, jetzt geht es um Gestern, Tag zwei des Nova Rock 2017.

Kühl wurde es über Nacht und meine Luftmatratze beschloss die Luft nicht mehr zu halten, also schlief ich hart und eingerollt, bis die Morgensonne den Innenraum derart erhitzt hat, dass es notwendig wird die Fenster zu öffnen und mich aus dem Schlafsack zu schälen.

Mit meiner Stauballergie wache ich wie jeden Morgen am Nova mit verschwollener Nase und Augen auf, ein Anblick für Götter, aber mit der morgendlichen Wäsche scheine ich mir auch diese Schwellungen abwaschen zu können, vermutlich liegt es am kalten Wasser, über welches ich mich aber sicher nicht beschwere. Ein wahrer Segen in der brütenden Hitze, welche an Tag zwei herrscht.

Die ersten Stunden liege ich noch faul im Inneren von Flipper herum, ich bin etwas erschöpft und die Sonne erwischt mich hier auch nicht, ein stetes Lüftchen sorgt dafür das es sich im Inneren von Flipper tatsächlich gut aushalten lässt. Gegen 14 Uhr geht es erst auf das Gelände und trotz gefühlten vierzig Grad und dem Gefühl das ich schmelze genehmige ich mir einen heißen Kaffee, bevor ich einen halben Liter Mineralwasser runterstürze.

Suicidal Tendencies, jene Band rund um den ehemaligen Drummer von Slayer, Dave Lombardo, heizen die Menge und damit wohl auch die Atmosphäre weiter an. Es wird gerockt was das Equipment hergibt, erste Staubwolken ziehen vor der Bühne gen Himmel, als sich ein nicht unbeachtlicher Circle Pit bildet. Allerdings verziehe ich mich ungefähr zur Halbzeit in den Schatten, von welchem ich die Bühne nicht mehr erspähen kann und lausche von dort weiter ihren mitunter tiefgründigen Klängen.

Auch bei Danko Jones verweile ich im Schatten und kann somit nur sagen, der Sound war top, die Interaktion mit dem Publikum dürfte erstmals auch richtig gepasst haben. Die Setlist scheint gut gewählt, die Feierlaune steigert und steigert sich und am Ende ist man ziemlich ernüchtert das die Show schon endet.

Nun geht es aber vorerst retour zu Flipper, ich spüre meinen Kopf und bin da derzeit ziemlich vorsichtig geworden, am Weg retour vernehme ich das die Architects eine Panne hatten, aus Flipper höre ich das sie offenbar nur noch ihre halbe Performance durchziehen können und dabei, den Jubelschreien nach, welche es herüberweht, alles für ihre Fans geben.

Bis kurz vor Alter Bridge döse ich, praktisch das selbige erst gegen sieben Uhr am Nachmittag spielen, so kann ich ohne der Hitze zum Opfer zu fallen bereits in der langen Jeans auf das Gelände gehen. Dort sehe ich das die Hitze wohl einigen zugesetzt hat, vor der Bühne geht es ab, überall anders verlegen sich die Fans darauf im Sitzen zu rocken, bei mir wechselt es zwischen Sitzen und Stehen je nachdem was gerade gespielt wird. Das Publikum haben sie jedenfalls im Griff und dies obwohl der Sound, meiner Meinung nach, nicht ganz so möchte wie vorgesehen.

Wie immer wünsche ich mir vergeblich das sie vielleicht mal das eine oder andere Stück von Myles Kennedys alter Band: the Mayfield Four einstreuen ….

Von Alter Bridge geht es direkt weiter zu Mastodon, welche bei mir durch den teilweisen Mangel an Gesang in ihren Stücken punkten, ich schätze es durchaus, wenn Emotionen lediglich über Akustik übertragen werden, allerdings bekommt es keine Band so hin wie Darkest Hour.

Nach Mastodon werde ich wieder zwölf, es geht zurück zur Blue Stage und somit Good Charlotte, an welchen ich kein gutes Haar lassen kann. Ist es ein Jetlag? Vorhergehende Konzerte? Oder etwas Anderes? Jedenfalls treffen die, ich bin jetzt fies, Möchtegern-Rocker, irgendwie keinen Ton. Selbst Stücke welches es im Radio seinerzeit rauf und runterspielte bekommen sie einfach nicht hin. Da fehlt ein Riff, dort bricht die Stimme weg, irgendwie wirkt der Schlag an den Drums verhauen … Mich reißen sie mit dieser Performance nicht mit …

Als sie dann auch noch ihren Song: The River, welchen sie gemeinsam mit dem Sänger von Avenged Sevenfold, M. Shadows und deren Gitarristen, Synyster Gates aufnahmen, ziemlich verhauen hat sich Good Charlotte und zwölf sein endgültig erledigt und wir wandern zurück zur Red Stage und lauschen lieber den kürzlich gestarteten Auftritt von A Day to Remember. Hier passen Erwartung und Performance deutlich besser zusammen.

Nova Rock 2017_Tag2_2

 

Bunte Bälle werden bereits im Publikum herumgeschossen, die Fans aufgefordert einen Crowdsurfer zu surfen, Klopapierrollen quer über das Gelände geschossen und schließlich noch Luftschlangen von der Bühne in die Menge geschossen. Zwischenzeitlich trübt sich die Sicht durch aufsteigenden Staub mehrer kleiner Circlepits.

Kurz wechseln wir zu Pendulum Live, wobei das Wesen hinter dem Blog deren Musik sträflicherweise mit Incubus komplett verwechselt hat, schnell fliehen wir somit vor den Technogedöns … ja, ja Drum and Bass ist nicht Techno … retour zur Red Stage und beobachten lieber den Umbau für In Flames.

Bereits zum Start ist klar, In Flames liefern heute ab und spätestens bei der Halbzeit zudem, dass wohl sie der Headliner des heutigen Abends sind, allerdings musste ich vor Slayer auch aufgeben …

Allerdings vollziehen auch sie einen musikalischen Wandel, nicht ganz so drastisch wie Backstreet Park … Nein Linkin Bieber … Nein Linkin Park, aber die neueren Songs, welche man vielleicht fast mit Pop beschreiben könnte, reißen den wohl vornehmlich alteingesessen Fans nicht viel raus.

Tränen bescheren sie mir, als sie von einer Tragödie rund um ihre Freunde Justin und Erin erzählen, beide waren mit ihrem Fahrzeug unterwegs, wobei Justin die Kontrolle verlor und gegen einen Baum fuhr, er verstarb, sie überlebte … In einer Woche hätten sie geheiratet … Aus der Hochzeit wurde ein Begräbnis … Sie widmen ihnen den folgenden Song …

Etwas getrübt begeben wir uns nun zu Blink 182, ich sehe nichts, das Gelände ist brechend voll. Nur das die Sangesstimme nicht zu dem Sänger passt bemerke ich, erst viel später soll ich mitbekommen das hier der Sänger von Alkaline Trio auf der Bühne steht.

Auch hier werde ich wieder zwölf, aber ist es die Menge? Ist es der teilweise komisch leise Sound? Oder etwas Anderes? Mitgerissen werde ich hier auch nicht wirklich. Vermutlich liegt es an der Erschöpfung, meine Beine fühlen sich mittlerweile an wie Gummi, mein Kopf beginnt zu dröhnen und so schwanke ich, gänzlich ohne Alkohol konsumiert zu haben, retour zu Flipper um mich zur Nachtruhe zu begeben.

 

Aber immerhin wird mir zum Einschlafen noch der Rücken gestreichelt …. Danke dafür…

… Mal sehen wie lange und gut ich heute Durchhalte … RANT spielen übrigens bereits in knapp zwei Stunden und zu dieser Zeit ist das Wesen hinter dem Blog noch frisch ausgeruht … Also kommen Sie und feiern Sie mit!

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