Am Mittwoch hieß es: Arena frei für das erste Jolly Roger Festival

Sommerzeit ist Festivalzeit stellte Johan Hegg von Amon Amarth zur später Stunde am 2. August fest, dies dachte sich wohl auch Blue Moon Entertainment GmbH und schenkte uns, nachdem wir uns von einigen Festen, wie dem Seerock am Schwarzlsee verabschieden mussten, das Jolly Roger Festival in Wien.

Tatsächlich breche ich nun mit einem kleinen Begeisterungssturm los, ein neues Festival in der geschichtsträchtigen und bewegten Arena Wien, welche viel Platz in interessanter Atmosphäre mit einem verdammt guten Anfahrtsweg bietet. Egal ob man nun öffentlich oder mit dem eigenen fahrbaren Untersatz ankommt, zumal man in den nahegelegenen Park und Fahr Anlagen für jenen Preis den ganzen Tag parken kann, welchen man sonst in Wien schon mal für eine Stunde parken bezahlt.

Warum ein kleiner Begeisterungssturm? Ich hatte etwas Probleme meine gute Kamera mitzubringen, im Endeffekt keine Probleme, da sie schlichtweg zu Hause bleiben musste, da dürften sich Wiener Veranstalter gerne eine Scheibe von anderen Bundesländern abschneiden, zumal manche Mobiltelefone tatsächlich einer handelsüblichen Kamera kaum noch nachstehen … Mein Steinzeitmobiltelefon zählt hier allerdings nicht dazu und dennoch kaufe ich kein neues.

Schade, da etwas geplant war, was nun nicht stattfinden konnte, aber auf anderem Wege stattfand. Was? Ha, Abwarten …

Genug gesudert, denn nachdem ich endlich die Abendkassa fand, welche ich gar nicht am Abend sondern, überraschend pünktlich, um drei Uhr des Nachmittages aufsuchte, ging es nach einer kurzen aber doch sorgfältigen Kontrolle von Tasche und mir auch schon los …

Die Sonne brennt, an einem der heißesten Tage in Wien, gehörig vom Himmel, der Asphalt glüht und tatsächlich spüre ich nach wenigen Sekunden stillstand in der Sonne, um mich zu orientieren, wie meine Fußsohlen beachtlich … warm … werden, eigentlich tatsächlich heiß, stehen in der prallen Sonne ist einfach nicht möglich, akute Fußbrandgefahr.

Unter diesen dann doch eher ungemütlichen Bedingungen, welche viele Besucher sich ums Eck im Schatten verstecken lässt, tragen Cannonball Ride – aus Oberösterreich – die Ehre aber eben auch die Bürde dem Publikum das Festival zu eröffnen und für die folgenden Bands einzuheizen und einzustimmen.

Cannonball Ride

Schon bei den ersten Tönen, obwohl der Sound – wie meist bei der ersten Band – noch nicht so recht mitspielen möchte, zeigen Cannonball Ride das sie diese Aufgabe auch ernst nehmen, ihnen scheint die Hitze im Vergleich zum Publikum noch nicht zugesetzt zu haben, oder sie sind einfach sagenhafte Energiebündel, was ein kurzer Blick auf ihre „Tour“ seit Mai auch bestätigt. Auch die letzten Jahre waren sie offenbar sehr aktiv, Pausen findet man in ihren Events jedenfalls kaum.

Wer rastet der rostet, scheint das Moto zu sein und obwohl mich Cannonball Ride schon öfter überzeugt haben, bin ich erneut überrascht von ihrer Energie, welche trotz drückender Hitze und Schwüle bald auf die Besucher übergeht, vor der Bühne, innerhalb des Schattens, feiert das Publikum mit, auch auf den schattigen „Balkonen“ und „ums Eck“ wo sich die meisten ebenfalls im Schatten von der Sonne verstecken wird anerkennend mit Köpfen und Füßen im Takt gewippt … eigentlich gerockt.

So manchen locken sie sogar aus dem Schatten, ungefähr zur Halbzeit ihrer, für mich kurzen, Spielzeit füllt es sich mehr und mehr …

Zwischen der Pause, welche während dem Bandwechsel entsteht, strömen die Menschen, welche noch nicht im Schatten stehen genau dorthin, ich kann es verstehen, muss mal aber in der prallen Sonne mal schnell die schlechte Nachricht überbringen, dass aus dem Plan leider nichts wird und wir verschieben müssen, da ich meine Kamera nicht mitnehmen konnte … Ja! Ich sudere, schon wieder.

Underside

Es folgen Underside aus Nepal, mir noch unbekannt brauche ich etwas um mich auf sie einzulassen, ich konzentriere mich, was mir das mitfeiern durchaus erschwert und meine durchaus sozialpolitische Kritik sehr gekonnt verpackt zu vernehmen. Je mehr ich höre desto neugieriger werde ich, immerhin gab es bis 2006 Bürgerkrieg in Nepal, es ist ein armes Land mit vermutlich erschreckend wenig Unterstützung der Musikszene, besonders eines solchen Genres. Ein Großteil der Bevölkerung wird Bildung verwehrt, die Kluft zwischen Arm und Reich erschreckend …  Ein Blick auf ihre Facebook Seite, als ich daheim bin, bestätigt mir dies.

Darf ich nun schreiben das Underside wohl deutlich zeigen, das Talent, Mut und Fleiß sich doch irgendwann auszahlen? Lese ich ihre kurze Biografie muss ich durchaus an den Phönix aus der Asche denken. Mich haben sie als interessierten Begleiter durchaus dazugewonnen, zumal sie auch soziales Engagement zeigen. Hut ab, zumal ihr Drummer, wie ich vernahm, erst wenige Tage vor dem Auftritt zu ihnen stieß. Ich empfehle zum Einstieg übrigens Disconect

Mit den folgenden Epsilon beschäftigte ich mich nach dem Feel the Noise Festival 2016 eingehender, ihre Shirts auf der Bühne und das Cover ihrer CD hatten mich einfach zu neugierig gemacht. Nach wie vor bin ich durchaus von ihnen begeistert. Beim Jolly Roger fallen mir interessanterweise die Drums besonders auf … Obwohl nein, nicht erst beim Jolly Roger, schon beim Feel the Noise waren es die Drums die mir besonders ins Ohr gingen.

Interessant finde ich den Umstand das mich Epsilon auf der Bühne mehr mitreisen als auf dem Album, was an denn doch durchaus etwas komplexen Stücken liegen kann, Live neigt man einfach weniger zum Grübeln und hat dazu die Bühnenpräsenz der Band und Epsilon lassen es sich nicht nehmen das Publikum einzubeziehen oder kurz mit Interaktion aufzulockern. Persönlich schätze ich übrigens Bands die es Live draufhaben übrigens mehr als Bands die es nur auf der Platte draufhaben.

The Hirsch Effekt waren mir durchaus ein Begriff und einige Male versuchte ich mich in Ruhe hinzusetzen und mich ihrer Musik hinzugeben, leider wurde dieses Vorhaben öfter unterbrochen als gewünscht. Mir wurde lediglich klar, dass sie viele Einflüsse vereinen. LIFNEJ war ein schräger Kontrast, die Tränen kullerten schon und dann … ja hört doch selbst. Auch bei ihnen funktioniert dieser Mix Live besser bei mir als auf dem Album, zusammen mit der Bühnenpräsenz und den tobenden Fans entsteht eine ganz andere Dynamik.

Belphegor folgt und ich muss gestehen mir größtenteils zu heftig, hier kommt das Mädchen im Wesen hinter dem Blog hervor und alles kann mir ja auch nicht gefallen … ABER … die Menge tobt und Belphegor bringen genug interessante Aspekte ein, sodass ich mir zuhause ihren Auftritt beim Hellfest 2017 ansehe und dabei noch weiteres entdecke … Das Wesen hinter dem Blog wird sich demnächst eingehender mit ihren Alben und Auftritten beschäftigen.

Trivium sind mein persönliches Highlight … Nachdem ich sie am Nova Rock mit Pendulum Live verwechselt habe, habe ich das soeben wirklich geschrieben? Ich schiebe diesen Fauxpas auf die Hitze in der pannonischen Tiefebene. Jedenfalls durfte ich sie dank des Jolly Rogers auch zum ersten Mal Live erleben. Danke!  Für mich war es episch.
Auf ihren nächsten Auftritt muss ich hoffentlich nicht warten bis die Welt kalt wird

Amon Amarth

Auch beim Headliner des Abends Amon Amarth spare ich mir viele Worte, man kennt sie, man mag sie oder auch nicht. Manchen gefällt der Bezug zu den Wikingern und der nordischen Mythologie nicht, mich persönlich faszinieren sie teilweise genau deshalb. Natürlich auch weil ihre Lieder teilweise eine tiefere Bedeutung haben als man auf den ersten … Ton hört … Wie viele Bands mussten sie derbe Rückschläge verkraften, zum Beispiel als sie ihren Proberaum völlig leergeräumt vorfinden mussten.

Somit schließe ich mit einem Zitat von Amon Amarth und schließe mich ihrer Meinung niemals aufzugeben gerne an:

We’ve been battered and left for dead.
We’ve been beaten and we have bled.
But we always made it through, Versus the world

 

Gerne darf man übrigens noch mitraten worauf mein aktuelles Cover Bild auf Facebook anspielen könnte …

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