Freaky Friday oder: eine halbe Stunde in Graz

Eine ganze halbe Stunde verbrachte das Wesen hinter dem Blog, vor ungefähr vier Stunden in Graz, der krönende Abschluss einer durchaus witzigen und dennoch seltsamen Woche, welche mit einem Gelsen- oder auch Mückenstich begann.

Eine Hitzewelle hielt das Land in Atem und dies obwohl Atmen der schwülen Luft, besonders bei läuferischen Tätigkeiten, tatsächlich dezent mühsam war. Von jeher eher Herbst und vor allem dem Winter zugetan, meinte das Wesen hinter dem Blog mehrfach zu schmelzen und entdeckte erstaunt das es tatsächlich Menschen gibt, welche bei diesen Temperaturen unglaublich frisch aussehen, während ich sicher bin das meine Visage die Züge des berühmten „Uhrenbildes“ von Salvador Dali annimmt, dies müssen somit Sommermenschen sein.

Trotz überaus kurzfristiger Anschaffung eines Klimagerätes, welches den Zweck erfüllt die mittlerweile zehnjährigen hündischen Damen des Hauses abzukühlen, konnte das Wesen hinter dem Blog zu Hause nicht mehr tragen als einen Sport-BH, für leichte Tätigkeiten und eine Damen-Boxer-Shorts, womit der Großteil seines Körpers, genauer die Haut, frei zugänglich war.

Warum ich dies derart detailliert erwähne, erzähle ich sogleich. Mitten in der Nacht von Montag auf Dienstag soll das Wesen hinter dem Blog, welches ohne Decke schlief, erwachen, nicht wie sonst während der Hitzewelle, weil die hündischen Damen des Hauses eine Dusche im Garten möchten, sondern weil mich meine linke Fußsohle juckt. Schrecklich juckt.

Tatsächlich beschloss eine Gelse, wie wir Stechmücken hierzulande nennen, mich in die Fußsohle zu stechen, obwohl an mir genug andere Haut frei war, die folgenden Tage sollte ich also unter einem Dauerjucken am Fuß leiden. Da sich der Stich auch noch exakt dort befand wo die Wölbung des Fußes zur Stehfläche übergeht irritierte ausnahmslos jeder geschlossene Schuh die gestochene Stelle. Linderung des dauerjuckenden Fußes brachten tatsächlich nur Sandalen mit leichtem Absatz, weshalb ich Barfuß ebenfalls dazu überging nur auf den Zehenballen zu laufen.

Dennoch bin ich geneigt positiv zu denken und nehme den Stich des blutsaugenden Insektes, an besagter überaus ungünstigen Stelle, als Kompliment an nicht stinkende Füße.

Stairway to hell

Pünktlich zum Wechsel des Wetters, genauer Donnerstag und somit gestern, ging es in den Viper Room um den Blindfolds, über welche es bald mehr zu Lesen gibt, Mr. Frosty und First Blood zu lauschen. Allerdings verhieß ein Blick in den Himmel, nach Mr. Frosty – welchen man übrigens im Beitragsbild bestaunen darf, überhaupt nichts Gutes weshalb ich hastig den Heimweg antrat, da ich Obsorge für eine gewitterängstliche Katze trug.

Kaum ein paar Meter gefahren wurde das Gefährt, White Beast, nicht Flipper, heftig von Seitenwinden und Starkregen getroffen. Tatsächlich schlagartig begann der Nachthimmel einem Stroboskoplicht Konkurrenz zu machen und Äste unterschiedlicher Größe bahnten sich ihren Weg, ähnlich den rollenden Büschen wie man sie aus Westernfilmen kennt, über die Fahrbahn, klingt eventuell Witzig, war es allerdings überhaupt nicht.

Kurz musste an einer Tankstelle mit angeschlossenem Supermarkt gehalten werden, wobei das Wesen hinter dem Blog, in weißem T-Shirt, kurzen Hosen und hochhackigen Sandalen, nach dem Entsteigen von White Beast, schnell Richtung Ausfahrt rannte und eine umgewehte Absperrung sowie diverse „Lager-Roll-Wagerl“, welche es ebenfalls kreuz und quer geweht hatte, im strömenden Regen zur Seite zerrte, bevor es an der Tankstelle kaufte was es brauchte …

Der durchaus kräftige und sportlich wirkende Herr vor mir an der Kasse begnügte sich damit dem Angestellten über die versperrte Ausfahrt lediglich zu informieren, soeben suchten aber diverse Individuen Schutz in der Tankstelle womit er gut zu tun hatte, was man von außen bereits gesehen hatte, weshalb ich mich auch dazu entschloss die Ausfahrt selber zur räumen …

Mein „Schon alles zur Seite gezogen“, verwirrte ihn offenbar … ABER … es brachte mir einen Gratis Schokoriegel ein – DANKE! In White Beast muss ich jedenfalls schmunzeln, offenbar neige ich nicht nur dazu Tomatensauce oder Kaffee auf meinen weißen Klamotten zu verteilen, sondern auch dazu weiße T-Shirts anzuziehen, wenn ich im Platzregen herumrennen „muss“.

Das Schmunzeln vergeht mir übrigens schnell, als ich während der Weiterfahrt einen „Ast“, der tatsächlich die Ausmaße eines kleinen Baumes hat, dabei lediglich deutlich dicker ist, mitten auf der Gegenfahrbahn liegen sehe, hier begnüge ich mich nun lediglich damit entgegenkommende Fahrzeuge, auf der langen Geraden, mittels der Warnblinkanlage von White Beast zu warnen.

Weltuntergang

Etliche Minuten und herumliegende Äste später bin ich endlich zu Hause angekommen und reiße zwei völlig unbeeindruckte hündischen Damen des Hauses aus dem Schlaf, schnell begrüße ich sie, schnappe mir ein altes Mobiltelefon welches lediglich als Wecker und Musikspieler dient und fahre zu der Katze über welche ich Obsorge trage. Selbige kommt tatsächlich aus dem Keller herauf um mich etwas verdattert dreinsehend zu begrüßen, verschwindet beim nächsten Donner aber auch schon wieder in Selbigem.

Ich schalte die Musik auf dem alten Mobiltelefon ein, platziere es Nahe der Kellertüre in der Hoffnung das die ruhige Musik darauf der Katze wenigstens etwas das Gefühl gibt nicht alleine zu sein, eventuell auch das Gewitter etwas „übertönt“ und fahre im sich mittlerweile beruhigenden Wetter wieder nach Hause.

Endlich Freitag! Metal on the Hill ich komme! Obwohl gegen drei Uhr in der Früh nochmal ein saftiges Gewitter nieder ging hält sich die Zerstörung in Grenzen, nur kurz helfe ich einem Nachbarn seine verstreuten Güter wieder einzusammeln, besuche und füttere die Katze, über welche ich heute letztmalig Obsorge trage und beginne alles für Graz zusammenzutragen.

Nachdem aus meinem Besuch bei den Metal Days leider nichts wurde freue ich mich besonders auf Pain Is und Ebony Archways, nach kurzer Anfrage erhielt ich auch die Info das es kein Thema wäre meine gute Kamera mitzunehmen. Durch einen zu langen Spaziergang mit den hündischen Damen des Hauses im dezenten Zeitstress gehe ich hastig meine Check-Liste durch.

Kamera samt Zubehör – Check
Laptop samt Zubehör – Check
Gewand – Check
Toilettartikel – Check
Karten – Check

Eine dezent mühsame Fahrt, mit viel Stau und einigen oder doch mehreren eigentümlichen Fahrern, welche irgendwie ihren eigenen Beitrag verdienen, endet pünktlich um viertel vier in Graz, schnell ins Hotel und dann ab auf den Schlossberg.

Ich betrete mein Zimmer, gönne mir eine Katzenwäsche, packe schnell Kamera und Regenjacke um … und … stelle fest das ich die falschen Tickets mitgenommen habe … Hastig versuche ich abzuklären ob ich dennoch irgendwie an dem Festival teilnehmen kann, ohne erneut ein Ticket zu kaufen, dies ist jedoch nicht möglich. Zwar wird mir sogar angeboten die Tickets nachzubringen, aber Pain Is habe ich da schon verpasst, sollte der Verkehr noch immer so mühsam sein, wären die Tickets auch erst kurz vor dem Headliner da … Als ich nun noch eine weitere Unwetter Warnung für mein zu Hause erhalte trete ich schweren Herzens den, tatsächlich noch mühsameren, Heimweg an …

Alles hat einen Sinn, man sieht ihn nur nicht immer sofort …

Zu Hause erwarten mich zehn Grad weniger als am Vormittag, dicke Wolken und zwei etwas ungewöhnlich aufgebrachten hündischen Damen des Hauses, wobei ich letzteres darauf zurückführe das sie vermutlich genau wissen, wenn ich derart viel einpacke und die Hundebetreuung kommt, komm ich mindestens eine Nacht nicht mehr heim.

Bleibt nur abzuwarten ob es morgen doch nochmal nach Graz geht …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s