Business Run 2017 – Fahren wir jetzt heim

Ziemlich genau drei Wochen ist es her, als zwei Kollegen, mit dezentem Dackelblick, jenes Büro betraten welches ich mit, wie war noch mal ihr Deckname, Sandra (?) teile und mich baten für einen verletzen Kollegen beim Wiener Business Run als drittes Teammitglied einzuspringen, obwohl dies gar nicht geht, da Personalberater ganz genau wissen, Laufen ist kein Teamsport, ergo Läufer sind nicht teamfähig. Ja, es wurmt mich, noch immer, eines Tages werde ich an dieser dezenten Verstimmung gegenüber Personalberatern versterben.

Jedenfalls sagte das Wesen hinter dem Blog sogleich „Nein.“, nicht nur, weil es nicht teamfähig ist, sondern weil es laufen auf dann doch beengten Raum mit 30.000 Menschen absolut nicht schätzt, da laufen seine Entspannungszeit ist und schlichtweg, weil es ohnehin lernen muss öfter „Nein.“ zu sagen.

Funktionierte in diesem Fall nicht, dem Dackelblick wurde eine vorgeschobene Unterlippe sowie ein dezentes Schniefen hinzugefügt, ein Lächeln konnte ich mir somit schon mal nicht verkneifen. Es folgte meine Nachfrage wie schnell denn derjenige Laufen würde, den ich nun zu vertreten oder doch verlaufen hatte, immerhin gilt es ja einer Teamwertung gerecht zu werden. Nach der Antwort schluckte ich dezent, derjenige dessen Lauf ich vertreten würde, lief mal einen satten km/h schneller als ich in Bestform, welche ich meist nur im Winter erreiche.

Mit Schweißperlen auf der Stirn, Angstschweiß, sagte ich zu und da ich im Sommer gut einen km/h langsamer laufe als im Winter begann ich das Training zu verschärfen, gelegentlichen Sprints während dem Lauf, welche den hündischen Damen des Hauses deutlich mehr zusagten als mir, folgte Laufen mit Gewichten an den Sprunggelenken sowie Barfußtraining, welches seinerseits nichts mit Barfußlauf zu tun hat. Den Sprunglauf, welcher ebenfalls zur Verbesserung der Geschwindigkeit dienen soll, vollführte ich zur allgemeinen Erheiterung öfter in den langen Fluren des Broterwerbs.

Der große Tag war gekommen, vor lauter Begeisterung packte ich zwar neben der kurzen Laufhose, dem Sport BH und dem kurzen Laufshirt, noch Seifentücher, sauberes Zeug für … darunter, eine lange, warme Jogginghose, sowie einen dünnen Pullover noch einen warmen Kapuzenpullover ein, vergaß aber etwas essentielles, meine Laufschuhe, zuhause. Selbige holte ich nun in der Mittagspause.

Pünktlich um fünf Uhr am Nachmittag hieß es, nach einer Umziehaktion in der borterwerbschen Toilette, Abfahrt zum Business Run, bei welchem man übrigens keine Teilnehmer von Personalberatern fand, welche somit wohl überaus Teamfähig sind und einfach nur keine Ahnung haben wie man mit Menschen umgeht. Hm … Eines Tages sollte ich meine Aversion gegen selbige wohl erklären.

Das Wesen hinter dem Blog läuft nicht nur gerne zur Entspannung, sondern ist um jene Uhrzeit zu welcher unser Startblock starten sollte nicht selten auf einer letzten Runde mit den hündischen Damen des Hauses und kurz davor sich fürs Traumland bereit zu machen. Müde und etwas gestresst saß es also umgeben von Kollegen und viel zu vielen fremden Menschen auf Bierbänken und wünschte sich heim, was sie mit einem „Fahren wir wieder heim?“, gerichtet an ihre Laufteam-Kollegen untermauerte.

Es fruchtete nicht und so lernte das Wesen hinter dem Blog während der Wartezeit, welche es zumeist stumm verbrachte, da es in der Privatzeit nicht über die Firma sprechen möchte, wieder einiges über sich selbst. Zum Beispiel das ich wohl, zumindest in meinen Schlabberklamotten, zu besagten Zeitpunkt Jogginghose über Laufhose sowie Kapuzenpullover, relativ unsportlich aussehe, da mir ein Kollege von einem anderen Standort, welchen ich gar nicht kenne, mehrfach anbot mich Huckepack zu nehmen, damit ich den Lauf auch beenden könne … Mehr als ein dezent überhebliches „Echt jetzt?“, nach dem gefühlten hundertsten Mal des Angebotes, gefolgt von einem Augenverdrehen hatte ich dafür nicht übrig.

So kam es nun einer Erlösung gleich, als wir uns endlich auf den Weg in Richtung Start machten, ich mit Musik in den Ohren, welche das bald folgende und fast hypnotsiche „Tap-tap-tap“ von tausenden von Laufschuhen nicht ganz zu übertonen vermagte, immerhin sollte ich ja zumindest ein wenig davon mitbekommen was um mich herum passierte.

Wie so oft sollte es die Zufallswiedergabe meiner sogenannten Playlist, befindlich auf meinem Mobiltelefon, es gut mit mir meinen, unser Block startete kurz nach der einsetzenden Abenddämmerung, welche ihrerseits, je näher das Jahr den kalten Monaten kommt, ziemlich flott vonstatten geht … So lief ich während der letzten Strahlen der Abenddämmerung in die Dunkelheit, begleitet von The Speed of Dark, gefolgt von Road to Grace. Ja, das Wesen hinter dem Blog liebt Musik und solchen Momenten könnte man etwas Magisches andichten.

Das magische wurde aber recht bald von jenen Läufern gestört, welche wohl laufen da sie nicht Teamfähig sind und welche der Grund sind warum ich solche Veranstaltungen überaus gerne meide.

Einige Male schnellt eine Hand direkt an meinem Kopf vorbei, was mich jedes Mal mehr als irritiert, da ich schnelle Handbewegungen nahe an meinem Gesicht generell nicht schätze, gefolgt von einer Art Sprung zwischen mir und einem anderen Läufer durch. Mancher Läufer begnügt sich auch nicht damit sich mittels seiner vorschnellenden Hand quasi anzukündigen, sondern rempelt einem mit seinem Körper einfach von der Strecke …

Danke für meinen saftig umgeknöchelten Fuß auf Kilometer zwei du *Piiiiiiiiieeeeepppp* im babyblauen Laufleiberl auf welchen übrigens dein Name unter dem Firmennamen prangte … Man sieht sich ja immer zweimal im Leben … oder so.

Bald beginne ich mich eher wie bei einem American Football Spiel zu fühlen, von daher auch das Beitragsbild … welches wir dem Users skeeze von Pixabay verdanken.

Hinter einer Menschentraube, welche etwas langsamer als ich läuft, bleibe wohl nur ich solange bis sich eine Möglichkeit zu überholen ergibt, ohne die anderen Läufer zu behindern, erschrecken oder gefährden, wozu ich mich kurz vor dem Überholen entweder an den Schatten der hinter mir laufenden orientiere oder tatsächlich einen Schulterblick riskiere.

Endlich den Business Run, mit einem schmerzenden Knöchel dank dem Ding in dem babyblauen Laufleiberl, hinter mich gebracht, frage ich, nach dem Eintreffen meiner Teamkollegen und einer überaus gefinkelten Reinigungs- und Umziehaktion meinerseits, nun bald viertelstündlich „Fahren wir jetzt heim?“

… Im Bett war das Wesen hinter dem Blog allerdings erst um ein Uhr morgens …
Wie schnell es gelaufen ist, hat es noch nicht geschaut, es glaubt es war circa 23 Minuten auf der 4,1 Kilometer langen Strecke unterwegs, was es mit schmerzenden Knöchel auf zwei Kilometer, danke nochmal an babyblau, *Piep* und so, gar nicht so übel findet.

4 Kommentare

    • Sollte ich mal wieder teilnehmen muss ich auch versuchen früher zu laufen, je später desto mehr staut es sich zusammen. Gerüchteweise hab ich gehört das jene die auf 4 und unter 4 Minuten kommen als erste laufen dürfen … Zeit fürs Training 🙂 😀

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